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Leader's Digest Leader's Digest #24 Newsletter

Update Führung: Februar 2026

Stratos 2/2025

[Schweizer Armee, 30.10.2025]

Das neue Stratos ist da! Diese Ausgabe des zweimal jährlich erscheinenden Magazins der Schweizer Armee beschäftigt sich mit Human Security (HUMSEC). Durch die veränderte geopolitische Lage und die zunehmende Urbanisierung der Schweiz gewinnt der Schutz der Zivilbevölkerung in einem potenziellen bewaffneten Konflikt an Bedeutung. Insbesondere lesenswert ist hierzu das Interview mit Brigadier Christian Arioli (S. 88), aber auch die Beiträge zu Führungskonzepten der Schweizer Armee im internationalen Vergleich (S. 43), Leistungsoptimierung und Substanzmissbrauch in der Armee (S. 50), zivil-militärischer Zusammenarbeit (S. 95) sowie Bevölkerungsschutz im bewaffneten Konflikt (S. 102).

Link: https://www.vtg.admin.ch/de/stratos

Sechs Jahre an der Frontlinie der Verantwortung

[Schweizer Armee Podcast, 02.12.2025]

In diesem Gespräch spricht der ehemalige Chef der Armee, KKdt Thomas Süssli, offen darüber, wie er diese Jahre erlebt hat: über Entscheidungen unter Druck, über Kritik und Verantwortung, über Momente der Unsicherheit und darüber, was gute Führung in schwierigen Zeiten ausmacht. KKdt Süssli schildert die grösste Mobilmachung der jüngeren Geschichte der Schweizer Armee, erzählt vom Morgen des 24. Februar 2022, von der Herausforderung, stets präsent zu sein und von der Kunst, im richtigen Moment innezuhalten. Zugleich zeigt er, warum Realismus, Vorbereitung und eine starke Milizarmee unverzichtbar sind.

Link: https://youtube.com/watch?v=eOs0pV3fFTo

Risk and Resilience Report: The Strategic Value of Civil Protection Exercises

[CSS ETH, 09.2025, Jurgena Kamberaj, Simon Aebi]

Civil protection exercises are usually treated as operational training, but this report argues they also have strategic value, for example by creating political momentum for reforms. For the Swiss Armed Forces, exercises are one of the few practical ways to test and improve the state of information sharing, logistics and civil-military cooperation.

Link: https://css.ethz.ch/en/publications/risk-and-resilience-reports.html

The World in 2026

[Chatham House, 15.12.2025, Orysia Lutsevych]

This big-picture report of a British think tank considers 14 factors which are likely to shape 2026. They range from wars and conflicts in Ukraine and the Middle East to AI, Trump, health, nuclear weapons and political polarisation. Without a doubt, reading this wide-angle article will help its reader understand and compartmentalise the developments to occur in 2026.

Link: https://www.chathamhouse.org/publications/the-world-today/2025-12/world-2026

The Battle of Shusha City and the Missed Lessons of the 2020 Nagorno-Karabakh War

[Modern War Institute, 14.07.2021, John Spencer, Harshana Ghoorhoo]

This case study looks at the battles over control of the city of Shusha/Shushi in the Southern Caucasus. The city is situated on a hill and surrounded by mountainous terrain. Both Armenia and Azerbaijan have strong cultural ties to the city. After the Soviet Union broke apart, Armenia took control of the city in 1992. Azerbaijani forces launched an offensive on the Karabakh/Artsakh region in 2020, and the city changed hands. This article investigates the reasons that made the Armenian defences fail and what made the Azerbaijani offensive succeed and thereby provides valuable lessons on the conduct of urban warfare.

Link: https://mwi.westpoint.edu/the-battle-of-shusha-city-and-the-missed-lessons-of-the-2020-nagorno-karabakh-war/

Strategic Competition in the Age of AIEmerging Risks and Opportunities from Military Use of Artificial Intelligence

[RAND, 06.09.2024, James Black et al.]

In this comprehensive, 144-page RAND report, the authors investigate the risks and opportunities that come with integrating AI into the armed forces. The authors note that by facilitating deep fakes, enabling non-state actors and through managing nuclear arsenals, the application of AI in defence could potentially have catastrophic consequences. To guard against this threat, the authors suggests that knowledge of AI’s risks should be more thoroughly researched, and awareness of AI’s risks should be increased. Moreover, reminiscent of arms control, the authors suggest that military AI use should be transparent and regulated on an international scale. The link leads you to a summary page, there you can download the full report.

Link: https://www.rand.org/pubs/research_reports/RRA3295-1.html


Über das «Update Führung»

Das Update Führung ist eine wiederkehrende Rubrik des Newsletters Leader’s Digest. Dieser Newsletter entsteht in Kooperation des Leadership Campus der Schweizer Armee und der Dozentur Führung und Kommunikation der Militärakademie an der ETH Zürich. Wenn Sie Leader’s Digest noch nicht abonniert haben, finden Sie unter folgendem Link weitere Informationen sowie das Formular zur Anmeldung.

Falls Sie Lesenswertes zu Command, Leadership oder Management entdecken, würden wir uns freuen, wenn Sie dies mit uns teilen. Gerne nehmen wir Tipps für die kommende Ausgabe von Leader’s Digest via document.getElementById(«email-obfuscator-leadersdigest»).innerHTML=»R-Znvy».replace(/[a-zA-Z]/g,function(c){return String.fromCharCode((c=(c=c.charCodeAt(0)+13)?c:c-26);});[Aktivieren Sie JavaScript, um die E-Mail-Adresse anzuzeigen] entgegen.

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Leader's Digest Leader's Digest #24 Newsletter

Buch des Monats: «Keine Regeln: Warum Netflix so erfolgreich ist»

Was ist die Kernaussage des Buches?

Das Buch beschreibt die radikale Unternehmenskultur von Netflix, die auf Freiheit, Eigenverantwortung und Transparenz setzt. Statt auf strikte Regeln und Prozesse baut Netflix auf ein Umfeld, in dem Mitarbeiter viel Handlungsspielraum haben und Verantwortung übernehmen.

Was gefällt Ihnen an diesem Buch am besten?

Dass es den Mut zeigt, traditionelle Managementregeln radikal in Frage zu stellen, und konkrete Beispiele liefert, wie eine Kultur des Vertrauens und der Eigenverantwortung Innovation fördert. Gerade die Aspekte zu Vertrauenskultur sind im militärischen Kontext für mich entscheidend.

Gibt es Punkte, in welchen Sie die Argumentation des Buches nicht unterstützen, oder Bereiche, die Ihrer Meinung nach zu kurz kommen?

Ja, die starke Betonung von radikaler Offenheit und Freiheit könnte in anderen Organisationen, besonders in hierarchischen oder sicherheitskritischen Bereichen wie dem Militär, nicht ohne Weiteres anwendbar sein.

An wen richtet sich Ihre Empfehlung?

An alle Führungskräfte, die ihre Unternehmenskultur neu denken oder in Organisationen arbeiten, die agiler, innovativer und eigenverantwortlicher werden wollen.

Wie hat Ihnen dieses Buch im militärischen Führungsalltag geholfen?

Es regt zum Nachdenken an, wie viel Eigenverantwortung man auch im militärischen Umfeld geben kann. Nicht alle Prinzipien sind übertragbar, aber die Grundidee, Vertrauen über Kontrolle zu stellen, ist auch im militärischen Führungsalltag inspirierend.

Welchem Teilaspekt des Command-Leadership-Management-Modells ordnen Sie dieses Buch zu?

Eindeutig Leadership, da es um kulturellen Wandel, Vertrauen, Verantwortung und die Entwicklung von Menschen geht.

Wo sehen Sie zukünftig die grössten Herausforderungen für die Führung in der Schweizer Armee?

Den richtigen Mittelweg zu finden zwischen notwendiger Hierarchie/Disziplin und mehr Eigenverantwortung und Innovation. Am Ende ist es der Weg von Management hin zu Leadership in einem sich schnell adaptierenden Gefechtsfeld.

Und wo sehen Sie diesbezüglich die grössten Chancen?

In der Möglichkeit, durch gezieltes Vertrauen und weniger Mikromanagement das Potenzial und die Kreativität der Angehörigen der Armee stärker zu nutzen.


Über den Rezensenten

Maj i Gst Florian Schweizer ist ehemaliger Privatbanker; seine Grundausbildung absolvierte er als Panzergrenadier der Schweizer Armee. Als Berufsoffizier im Lehrverband Panzer/Artillerie ist er derzeit als Austauschoffizier an der Panzertruppenschule in Deutschland eingesetzt und absolviert parallel ein Masterstudium in Personalmanagement. In seiner Freizeit verbringt er gerne Zeit mit seiner Familie mit zwei Kindern, wandert, leitet Marschgruppen, spielt Eishockey und beschäftigt sich mit Strategiespielen.

Über das «Buch des Monats»

Das «Buch des Monats» ist eine wiederkehrende Rubrik des Newsletters Leader’s Digest. Dieser Newsletter entsteht in Kooperation des Leadership Campus der Schweizer Armee und der Dozentur Führung und Kommunikation der Militärakademie an der ETH Zürich. Wenn Sie Leader’s Digest noch nicht abonniert haben, finden Sie unter folgendem Link weitere Informationen sowie das Formular zur Anmeldung.

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Decision Game und Handlungsempfehlungen aus Leader’s Digest #23

Die Decision Games des Leader’s Digest sollen die Abonnentinnen und Abonnenten dieses Newsletters anregen, sich im Rahmen von Szenarien in die Rolle von Personen zu versetzen, die sich mit ethischen bzw. taktischen Herausforderungen konfrontiert sehen.

Zunächst wiederholen wir das letztmalig vorgestellte Szenario; im Anschluss würdigt Dr. Florian Demont, Militärethiker an der Dozentur für Führung und Kommunikation an der ETH Zürich, die diskussionswürdigste Handlungsempfehlung.

Decision Game aus Leader’s Digest #23

Ein europäisches Partnerland bittet die Schweiz kurzfristig um Unterstützung bei einer grossangelegten Übung zur Verteidigungsbereitschaft. Die sicherheitspolitische Lage ist angespannt, hybride Aktivitäten nehmen zu und die Öffentlichkeit beobachtet jede militärische Bewegung mit erhöhter Sensibilität. Die Armee verfügt über die nötigen Mittel und Kompetenzen, doch ein Engagement hätte mehrere Konsequenzen. Eine Teilnahme würde die internationale Kooperation stärken und das eigene Know-how verbessern. Gleichzeitig könnte sie innenpolitisch kontrovers wirken, weil Teile der Bevölkerung eine stärkere sicherheitspolitische Sichtbarkeit der Schweiz kritisch sehen.

Auf Stufe Armeeführung entsteht ein Dilemma. Soll die Armee die Übung unterstützen und damit ein klares Zeichen der Bereitschaft setzen, wie es Bauer in seinem Buch [If You Want Peace, Prepare for War: A Blueprint for Deterrence] fordert? Oder soll sie Zurückhaltung üben, um innenpolitische Spannungen zu vermeiden und das Neutralitätsverständnis nicht unnötig zu belasten?

Fragestellung

Wie begründest du deine Entscheidung gegenüber Politik, Truppe und Öffentlichkeit?

Handlungsempfehlungen zum Decision Game aus Leader’s Digest #23

Geschätzte Leserinnen und Leser,

Die Resonanz auf unser EDG #23 war sehr gut. Die Einsendungen zeigen, dass die Frage nach der Kooperationsbereitschaft in einem angespannten sicherheitspolitischen Umfeld den Kern unseres aktuellen Selbstverständnisses trifft. Das Dilemma zwischen dem Ruf nach Abschreckung (wie ihn etwa Admiral Bauer als wertvoller Impulsgeber skizziert) und der Rücksichtnahme auf innenpolitische Sensibilitäten wurde tiefgreifend analysiert und mehrere Lösungsvorschläge waren von hervorragender Qualität.

Dabei wurde eines deutlich: Führung in diesem Kontext bedeutet nicht, eine statische «Schablone» anzuwenden oder sich hinter starren Dogmen zu verstecken. Es ist vielmehr eine bleibende, hochdynamische Führungsaufgabe, die militärische Notwendigkeit, unsere staatspolitische Neutralität und die gesellschaftliche Akzeptanz in einer sich ständig verschärfenden Lage immer wieder neu auszutarieren. Wer heute führt, muss die Fähigkeit besitzen, harte operative Realitäten – etwa die grenzüberschreitende Reichweite moderner Waffensysteme – mit den sensiblen Erwartungen einer demokratischen Öffentlichkeit in Einklang zu bringen. Dies erfordert nicht nur taktische Kompetenz, sondern eine strategische Weitsicht, die begreift, dass militärische Glaubwürdigkeit nach aussen untrennbar mit der politischen Legitimation nach innen verbunden ist. Nur durch diese ständige, aktive Gestaltung des Handlungsspielraums lässt sich die Verteidigungsfähigkeit sichern, ohne den gesellschaftlichen Konsens und das Vertrauen in die Armee zu gefährden.

Der Gewinner: Hptm Raphael Iselin – Exzellenz durch Synthese

Nach sorgfältiger Evaluation hat der Beitrag von Hptm Raphael Iselin am meisten überzeugt. Die Qualität dieses Entwurfs liegt in der Synthese aus operativer Tiefe und institutioneller Reife. Iselin argumentiert, dass militärische Fachlichkeit und staatspolitisches Verantwortungsbewusstsein keine Gegensätze sind, sondern sich gegenseitig bedingen, um in einer komplexen Bedrohungslage überhaupt erst handlungsfähig zu bleiben.

  • Sachlogische Herleitung der Kooperation: Iselin bricht mit oberflächlichen Schlagworten und begründet die Notwendigkeit internationaler Zusammenarbeit konsequent aus der physikalischen Realität moderner Konflikte. In einer Zeit, in der Fernwirkungswaffen, Cyber-Operationen und hybride Bedrohungen keine Landesgrenzen im klassischen Sinne mehr kennen, ist die rein geografische Trennung operativ oft hinfällig. Iselin verdeutlicht, dass beispielsweise die moderne Luftverteidigung oder der Schutz kritischer Infrastruktur nur dann wirksam sind, wenn sie tief in den europäischen Raum hinein vernetzt gedacht und geübt werden. Eine totale militärische Isolation würde unter diesen Bedingungen nicht Souveränität bedeuten, sondern einen massiven Verlust an operativer Wirksamkeit, Aufklärungstiefe und Frühwarnzeit. Diese ehrliche Analyse der grenzüberschreitenden Sphären liefert die notwendige fachliche Basis, auf der die Politik tragfähige Entscheidungen aufbauen kann und soll.
  • Der Kommunikationsstandard der operativen Ehrlichkeit: Ein weiterer zentraler Aspekt ist Iselins Verständnis für das Zusammenspiel zwischen Armee und Politik. Der Beitrag macht deutlich, dass die Armee nicht autonom agiert, sondern ihre Expertise so aufbereiten muss, dass die politische Exekutive – in der Person des zuständigen Bundesrats – handlungs- und kommunikationsfähig wird. Iselin definiert hier einen neuen Standard der operativen Ehrlichkeit: Anstatt die Öffentlichkeit lediglich zu beruhigen oder militärische Handlungen als rein technokratische Akte darzustellen, setzt der Entwurf auf Transparenz und aktive Aufklärung. Indem militärische Experten der Politik die notwendigen Fakten und Szenarien liefern, kann diese der Bevölkerung den Sinn von Übungen und Kooperationen glaubwürdig vermitteln. Dieser Ansatz stärkt die demokratische Resilienz, da er das Vertrauen der Bürger auf einem fundierten Verständnis der Sicherheitslage aufbaut und die Armee als verlässlichen Partner der Gesellschaft positioniert.

Besondere Erwähnung: Strategische Stringenz und pragmatische Innovation

Zwei weitere Beiträge verdienen aufgrund ihrer spezifischen Perspektiven eine ausdrückliche Würdigung:

  1. Maj i Gst Florian Schweizer: Sein Stringenz-Argument ist ein wesentlicher Beitrag zur staatspolitischen Einbettung. Er weist darauf hin, dass es strategisch widersprüchlich wäre, wirtschaftliche Sanktionen mitzutragen, aber im Bereich der militärischen Ausbildung – dem Kern unserer Vorsorge – aus Neutralitätsangst in die Isolation zu flüchten. Die Armee wird hier als kohärenter Teil der schweizerischen Gesamtstrategie verstanden.
  2. Lt Maxime Rinderknecht: Er liefert mit dem Fokus auf die Miliztauglichkeit einen pragmatischen Ansatz. Der Vorschlag, die Teilnahme auf Basis der Freiwilligkeit zu organisieren (unter Bezugnahme auf Beispiele wie TRIAS-25), ist ein kluger Weg, um die Professionalität unserer Milizverbände zu steigern und gleichzeitig die innenpolitische Akzeptanz durch Motivation statt Zwang zu sichern.

Fazit und Reflexion

Dieses EDG war kein rein akademisches Gedankenspiel, sondern eine kleine, realitätsorientierte Übung in strategischer Kommunikation. Es fordert uns auf, die Rolle der Schweizer Armee im öffentlichen Diskurs zu reflektieren und vor allem die Verantwortung für die Deutungshoheit über sicherheitspolitische Notwendigkeiten zu thematisieren. Die Schweizer Armee darf sich nicht auf die Rolle der «Handwerker der Verteidigung» zurückziehen, die lediglich Befehle technisch umsetzen. Vielmehr fungiert sie als unverzichtbarer Lieferant von Expertise, der komplexe und oft unbequeme militärische Realitäten so übersetzt und aufbereitet, dass sie im politischen Raum faktisch korrekt kommuniziert und in der Gesellschaft breit in die Meinungsbildung einfliessen können.

Diese Aufgabe ist existenziell: Ohne ein tiefes Verständnis der Bevölkerung für die moderne Bedrohungslage – von hybriden Angriffen bis hin zu grenzüberschreitenden Waffensystemen – erodiert langfristig die Basis für jede Verteidigungsanstrengung. Es muss ein breit abgestütztes Verständnis dafür geben, dass Wehrhaftigkeit kein Widerspruch zur demokratischen Offenheit ist, sondern deren Schutzschild.

Es gibt keinen einfachen Königsweg, der alle Spannungsfelder zwischen Neutralitätstradition und operativer Kooperation mit einem Schlag auflöst. Doch gerade in dieser Ungewissheit liegt eine professionelle Pflicht: Wir schulden dem Staat und der Öffentlichkeit die ungeschönte, ehrliche Analyse der Lage und der Truppe die zeitgerechte, entschlossene Handlungsfähigkeit. Nur wer die Widersprüche unserer Zeit aushält und sie kommunikativ überwindet, kann in einer instabilen Welt Sicherheit garantieren.

Wir danken allen Teilnehmenden für die Einsendungen und gratulieren Hptm Raphael Iselin zu seinem hervorragenden Beitrag. Viel Freude bei der Lektüre von «If you want peace, prepare for war» von Admiral Rob Bauer.

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Leader's Digest Leader's Digest #23 Newsletter

Update Führung: Dezember 2025

Auftrag. Mensch. Organisation. Führung zwischen Chaos und Perfektion.

[Verlag NZZ Folio, 08.12.2025, Patrick Hofstetter, Thomas Vogel und Reto Wegmann]

Unter dem Dreiklang «Auftrag – Mensch – Organisation» verbinden die Autoren militärische Führungsprinzipien mit den Herausforderungen ziviler Organisationen und machen sie für den Alltag von Führungskräften nutzbar. Der kompakte Ratgeber präsentiert ihre persönlichen Erfahrungen anhand eines fiktiven Charakters, dem Oberleutnant Lukas Weber. Lukas ist Startup-Gründer, ETH Zürich-Abgänger, Milizoffizier, Freizeitmusiker. Er nutzt Tipps und Tricks aus seiner Führungsausbildung in der Schweizer Armee, um sich durch das Chaos seines Lebens zu kämpfen. Damit soll das Werk nicht nur hilfreich, sondern auch unterhaltsam zu lesen sein. Das Command-Leadership-Management-Modell und der OODA-Loop dienen dabei als robuste Orientierung: von der Problemerfassung über die Auftragsanalyse bis hin zu Lagemeetings, Kulturarbeit und persönlicher Stressregulation. Wer seine Führung zwischen Chaos und Perfektion bewusster gestalten will, findet in diesem Buch eine verständliche und zugleich anspruchsvolle Grundlage für den eigenen Führungsalltag – egal, ob Bereichsleiterin, Zugführer oder Projektverantwortliche.

Link: https://www.nzz-libro.ch/Auftrag.-Mensch.-Organisation.-978-3-03980-033-9

The Wartech Nexus – Are Military Structures Fit Enough?

[Defence Horizon Journal, 12.06.2025, Bernhard Schulyok, Lukas Grangl]

In this journal article, the authors argue that to stay effective, armed forces need the ability to integrate technological innovation quickly and effectively. Militaries‘ institutional tendency to favour a purely conservative approach puts them at risk as they are unprepared if a potential enemy uses technological innovation to his advantage. Therefore, the authors see «institutional fitness», the military’s ability to change, as crucial. Their suggested path towards institutional fitness includes decentralised decision-making, public-private partnerships and cultural transformation. A valuable read.

Link: https://tdhj.org/blog/post/wartech-military-innovation/

Defense Secretary Pete Hegseth’s War with the Rules of Engagement

[Just Security, 09.10.2025, Daniel Maurer]

U.S. defense secretary Pete Hegseth, leader of the renamed Department of War, has repeatedly called for Rules of Engagements to be lifted, so that the hands of U.S. soldiers could be «untied». He wants the U.S. Armed Forces to focus on lethality to be victorious, ignoring various other factors that contribute to military success, such as having a coherent (military) strategy that meaningfully bridges the existing means to the desired ends. The article notes how Hegseth’s denigration of the RoE risks encouraging lawlessness within the U.S. Armed Forces. As President Trump is deploying the National Guard domestically, such lawlessness can impact U.S. citizens not just peripherally, but directly. 

Link: https://www.justsecurity.org/122191/hegseths-war-rules-engagement/

When the Campaign Meets the City: Urban Battles and the Operational Level of War

[Modern War Institute, Alec Wahlman, 07.09.2020]

The author uses an example of a potential Russian advance on Warsaw to show how seemingly minor tactical successes can have operational-level effects. He then argues that the tactical level is not to be seen as divorced from the operational level of war, but rather that both should be connected meaningfully to serve the broader military strategic goals effectively.

Link: https://mwi.westpoint.edu/when-the-campaign-meets-the-city-urban-battles-and-the-operational-level-of-war/

Building Trust in Military AI Starts with Opening the Black Box

[War on the Rocks, 12.08.2025, Roy Lindelauf , Herwin Meerveld]

As the capabilities of AI are advancing, many pundits have already argued for a rapid integration of AI into the armed forces. Yet the authors of this article argue that if militaries’ AI adoption is hastened, they risk investing into AI-solutions that aren’t a solution at all. Moreover, over-reliance on AI carries its own risks, as does the skipping of answering ethical questions before deploying AI within the armed forces. The authors therefore argue that militaries should adopt AI, yet do so in a systematic and thought-out manner and not in haste. They propose that increasing AI literacy within the armed forces as well as within the defence sector can serve as a first step and will help militaries adopt AI systematically whilst also helping to mitigate the risks associated with AI-use in defence.

Link: https://warontherocks.com/2025/08/building-trust-in-military-ai-starts-with-opening-the-black-box/

Dispersed, Disguised, and Degradable The Implications of the Fighting in Ukraine for Future U.S.-Involved Conflicts

[RAND, 22.05.2025, Mark Hvizda et al.]

The authors of this RAND report look at the Russian War in Ukraine and which lessons can be drawn from it for future conflicts. Both the tactical and the operational level of war are investigated. The report addresses UAS and precision-mass strikes, how the gap between UAS and cruise missiles is shrinking, why offensive operations have become even more challenging, and why air superiority remains critical. The link leads you to a summary page, there you can download the full report.

Link: https://www.rand.org/pubs/research_reports/RRA3141-2.html

Drift or Abandonment? Exploring How US Domestic Politics and External Realities May Affect US Security Engagement in Europe 2025-2029

[Swedish Defence Research Agency, 09.09.2025, Alin Aronsson, Björn Ottosson]

As a reaction to the Trump administration’s chaotic behaviour and ever-changing approach to European security, the authors of this study analyse possible U.S. defence postures in Europe during Trump’s second term (2025–2029). They outline four scenarios: Policy Drift (gradual change), Bilateralisation (fragmented ties to Europe on a country-by-country basis), Asia First (abrupt Indo-Pacific pivot), and Abandonment (U.S. withdrawal from NATO). All scenarios involve reduced American military presence, creating risks for NATO cohesion and European security. The study urges European leaders to address these risks by strengthening interoperability and strategic cooperation to move towards strategic autonomy. A crucial first step towards autonomy would be compensating for existing European capability gaps of capabilities which for now only the U.S. armed forces can adequately provide, such as ISR (Intelligence, Surveillance and Reconnaissance), missile defence and long-range strike capabilities. The full report can be downloaded on the following page.

Link: https://www.foi.se/en/foi/reports/report-summary.html?reportNo=FOI-R–5777–SE

Breaking NATO’s Cult of the Urban Offense

[Modern War Institute, 16.08.2025, John Spencer et al.]

This article draws an interesting connection between the Allies’ struggle to liberate Nazi-occupied Europe and today’s focus of Western armies on the urban offense. John Spencer, Stuart Lyle and Jayson Geroux argue that this focus on the urban offense is not justified anymore in today’s context, and that training for urban defence should be prioritised. They conclude that “[o]ffense and defense are not opposites. They are interdependent. To focus on only one is to plan for failure.”

Link: https://mwi.westpoint.edu/breaking-natos-cult-of-the-urban-offense/


Über das «Update Führung»

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Buch des Monats: «If You Want Peace, Prepare for War»

Was ist die Kernaussage des Buches?

Das Buch zeigt klar: Frieden entsteht nicht von selbst. Frieden braucht Vorbereitung. Bauer beschreibt, wie militärische Stärke, politische Entschlossenheit und eine widerstandsfähige Gesellschaft zusammenwirken. Er zeigt, dass Sicherheit nicht allein Aufgabe der Armee ist. Eine ganze Gesellschaft muss fähig und bereit sein, sich zu verteidigen. Staaten müssen Risiken ernst nehmen und rechtzeitig handeln. Nur so bleiben Wohlstand und Freiheit bestehen.

Was gefällt Ihnen an diesem Buch am besten?

Am meisten überzeugt mich die Klarheit, mit der Bauer den Zusammenhang zwischen Vorbereitung und Frieden darlegt. Er beschönigt weder die sicherheitspolitische Lage noch die Verantwortung, die daraus für Staaten und Gesellschaften entsteht. Besonders wertvoll finde ich, wie er militärische, politische und zivile Perspektiven verknüpft und zeigt, dass Sicherheit ein gemeinsames Projekt ist. Diese Verbindung von strategischem Denken und gesellschaftlicher Verantwortung macht das Buch für mich besonders lesenswert.

Gibt es Punkte, in welchen Sie die Argumentation des Buches nicht unterstützen, oder Bereiche, die Ihrer Meinung nach zu kurz kommen?

Ein Punkt, den ich vermisse, ist die noch stärkere Einbindung kleinerer Staaten mit spezifischen Sicherheitsmodellen. Bauer argumentiert nachvollziehbar aus der Perspektive grosser Bündnisse, doch viele Länder, unter anderem auch die Schweiz, müssen ihre Verteidigungsfähigkeit eigenständig sicherstellen und ihre Ressourcen sehr gezielt einsetzen.

An wen richtet sich Ihre Empfehlung?

Ich würde dieses Buch all jenen empfehlen, die sich ernsthaft mit der Sicherheitslage unseres Kontinents auseinandersetzen wollen. Für Entscheidungsträger in Politik, Verwaltung und Wirtschaft bietet es wichtige Denkanstösse, weil es die sicherheitspolitischen Herausforderungen unserer Zeit klar einordnet.

Wie hat Ihnen dieses Buch im militärischen Führungsalltag geholfen?

Besonders wertvoll finde ich die Betonung der Zusammenarbeit zwischen militärischen und zivilen Akteuren. Mir hat das einmal mehr vor Augen geführt, wie wichtig umfassende Sicherheit und die Zusammenarbeit im Sicherheitsverbund Schweiz ist.

Welchem Teilaspekt des Command-Leadership-Management-Modells ordnen Sie dieses Buch zu?

Ich ordne das Buch im CLM-Modell dem Bereich Command und Handlungssicherheit zu. Bauer zeigt, wie wichtig klare Orientierung, eine realistische Lagebeurteilung und gute Vorbereitung sind. Nur so bleibt eine Armee im Ernstfall handlungsfähig. Er beschreibt genau jenen Bereich, in dem Führung den Auftrag klärt, Prioritäten setzt und die Grundlage schafft, damit Sicherheit zuverlässig gewährleistet werden kann.

Wo sehen Sie zukünftig die grössten Herausforderungen für die Führung in der Schweizer Armee?

Es ist nicht an mir, der neuen Führung Ratschläge zu geben, das hat mein Nachfolger nicht nötig.


Über den Rezensenten

Korpskommandant Süssli ist verantwortlich für die Führung der Armee. Er leitet den Departementsbereich Verteidigung und untersteht damit direkt dem Chef des Eidgenössischen Departementes für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS), Bundesrat Martin Pfister. Dem Chef der Armee unterstehen der Armeestab, das Kommando Operationen, die Logistikbasis der Armee, das Kommando Cyber und das Kommando Ausbildung.

Über das «Buch des Monats»

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Leader's Digest Leader's Digest #23 Newsletter

Decision Game und Handlungsempfehlungen aus Leader’s Digest #22

Die Decision Games des Leader’s Digest sollen die Abonnentinnen und Abonnenten dieses Newsletters anregen, sich im Rahmen von Szenarien in die Rolle von Personen zu versetzen, die sich mit ethischen bzw. taktischen Herausforderungen konfrontiert sehen.

Zunächst wiederholen wir das letztmalig vorgestellte Szenario; im Anschluss würdigt Oberstlt i Gst Patrick Hofstetter, von der Dozentur für Führung und Kommunikation an der ETH Zürich, die diskussionswürdigste Handlungsempfehlung.

Decision Game aus Leader’s Digest #22

Gegner

GARONNIA verfügt über eine mechanisierte Division mit drei mechanisierten Brigaden, die jeweils aus zwei mechanisierten Bataillonen, einem Panzerbataillon und einem Infanteriebataillon bestehen.

Ihr Ziel ist es, GENF als Pfand zu nehmen, indem eine erste Brigade aus der Bereitstellung COLLONGE – PÉRON – THOIRY – SERGY über die Achse ST-GENIS-POUILLY in Richtung GENF stösst und ein Nebenstoss über die Achse CHANCY-BERNEX-LANCY-GENF erfolgt.

Eigene Mittel

Obwohl die Truppenkonzentrationen von GARONNIA an der Grenze seit mehreren Tagen das Schlimmste vermuten lassen, hat der Bundesrat den Grenzübertritt der eigenen Truppen noch immer nicht genehmigt. Es ist davon auszugehen, dass dies erst nach Beginn des gegnerischen Angriffs erfolgen wird.

Die Einsatzverband Infanterieregiment 8 verfügt über drei Infanteriebataillone, zwei mechanisierte Kompanien, eine Geniekompanie, eine Rettungskompanie, einen Drohnenzug, einen Drohnenabwehrzug und eine Stabskompanie.

Er hat den Auftrag, die Einnahme von GENF (FLUGHAFEN ausgenommen) durch GARONNIA zu verhindern.

Sie sind Kommandant der (verstärkten) Infanteriepanzerabwehrkompanie 19/3. Diese umfasst
• einen Infanteriezug mit RGW (Panzerabwehrwaffe, Reichweite 200 m);
• zwei Infanteriezüge mit NLAW (Panzerabwehrwaffe, Reichweite 600 m);
• einen 8,1-cm-Mörserzug (Reichweite 5 km);
• einen Späherzug (Reichweite des Scharfschützengewehrs: 1 km).

Ihr Bataillonskommandant hat soeben die Befehlsausgabe beendet. Seine Absicht ist einfach: Er will mit zwei Kompanien nebeneinander sperren und die Drehscheibe Ausfahrt Vernier / Ausfahrt Meyrin mit einer Kompanie halten (siehe Karte).

Auftrag

Sie haben den Auftrag erhalten, in BOURDIGNY nördlich von MEYRIN zu sperren.

Umwelt

Der Kanton Genf weist in seinem Zentrum eine hohe Bevölkerungsdichte auf, zu dem die Stadt Genf und die sie wie ein Kranz umgebenden Vororte (Carouge, Chêne-Bourg, Chêne-Bougeries, Lancy, Meyrin, Onex, Thônex, Vernier) gehören. Dieses Stadtzentrum umfasst ein bedeutendes Landwirtschafts- und Weinanbaugebiet, das Mandement im Nordwesten und die Champagne im Südwesten.

Analysieren Sie die Umgebung mit Hilfe des Tools www.geo.admin.ch oder einer Landkarte im Maßstab 1:25’000 oder 1:50’000.

Zeitverhältnisse

Sie müssen keinen endgültigen Entschluss, Absicht oder Befehle formulieren, um Ihre Antwort einzusenden. Beantworten Sie einfach die vier Fragen des taktischen Dialogs.

Analysieren Sie die Umwelt in 5 Minuten und versuchen Sie anschliessend, diese vier Fragen in 5 Minuten zu beantworten (dies wurde bei einer Generalstabsinspektion verlangt).

Fragestellung

Im Rahmen des taktischen Dialogs bittet Sie der Bataillonskommandant folgende Fragen zu beantworten:

  • Welche grundlegenden Varianten ziehen Sie für die Positionierung Ihrer fünf Züge in Betracht?
  • Was ist Ihrer Meinung nach das Schlüsselgelände ROT entlang der Achse ST-GENIS-POUILLY – GENF?
  • Welche Unterstützung benötigen Sie von den Stufen Bataillon und Regiment im Rahmen der Kampfvorbereitungen, um Ihren Auftrag erfüllen zu können?
  • Welche kritischen Infrastrukturen in Ihrem Sektor müssen Sie bei der Durchführung der Aktion unbedingt berücksichtigen?

Handlungsempfehlungen zum Decision Game aus Leader’s Digest #22

Das Tactical Decision Game #22 forderte für einmal nicht einen Entschluss, sondern die Beantwortung von vier Fragen im Rahmen des taktischen Dialogs. Diese Form des Austauschs ist für gelebte Auftragstaktik zentral: Taktische Aufträge sind keine einseitige Übermittlung. Der Einbezug der Unterstellten durch den Kommandanten erlaubt die Synchronisation der verschiedenen Stufen. Die Motivation hierzu ist weniger ein partizipativer Führungsansatz als die Notwendigkeit, in komplexen Situationen das wirkungsvolle Miteinander sicherzustellen. In der Befehlstaktik (international: detailed command) wird dies durch minuziös abgestimmte Planung versucht, in der Auftragstaktik (international: mission command) durch ein gemeinsames Verständnis der Lage und des Auftrags. Die Kriegsgeschichte ist voll von Beispielen, dass dieser Ansatz in den Unwägbarkeiten des Gefechts deutlich erfolgsversprechender ist.

Fünf Vorschläge sind eingegangen, von denen zwei herausstechen und sich dabei sehr ähnlich sind. Die Besprechung beschränkt sich auf diese beiden Eingaben, um also die Ausmarchung zwischen Maj i Gst Schweizer und Hptm Iselin nachzuzeichnen, auch wenn die übrigen drei zahlreiche Elemente ebenso aufweisen.

Die erste Frage – welches sind die grundsätzlichen Varianten – läuft darauf hinaus, wie das Schwergewicht der Truppe zu platzieren ist. Es ist noch vor der Frage nach der Reserve (ja/nein; wo/was) und der Organisation (Gliederung) das Hauptkriterium, das Varianten unterscheidet. Der für eine Kompanie sehr grosse Einsatzraum lässt sich grundsätzlich zweiteilen: das schmale, überbaute Gebiet entlang der Hauptstrasse 101 mit der Infrastruktur des CERN und der Genfer Vorortsgemeinde MEYRIN und das viel grössere, vom Rebbau geprägte Gebiet westlich davon. Entlang der Hauptstrasse 101 erwartet die vorgesetzte Stufe den Hauptstoss – und sie hat gute Gründe dafür: ein Stoss über die Rebberge ist zwar möglich, aber nur die Hauptstrasse 101 bietet eine leistungsfähige Achse zur späteren Versorgung eines erfolgten Stosses. Maj i Gst Schweizer bezeichnet die beiden Varianten wie folgt: «2 Züge vorne (CHOULLY und CERN) – 1 Zug hinten (MEYRIN)» oder «ein Stützpunkt im Raum CERN». Hptm Iselin sieht dieselben Varianten und zusätzlich noch die Variante «1 Zug vorne, zwei Züge hinten». Bei beiden und in allen Varianten ist aber das Schwergewicht mit mindestens 2 Zügen klar entlang der Hauptstrasse 101 – fraglich ist nur, ob überhaupt ein Kampfelement auf die Anhöhe CHOULLY platziert werden soll. Punktegleichstand für die beiden.

Die zweite Frage – welches ist das rote Schlüsselgelände – wird unterschiedlich beantwortet. Maj i Gst Schweizer nennt nur das CERN, was mit Blick auf die Position entlang der Hauptstrasse nachvollziehbar ist. Hptm Iselin sieht nicht nur das CERN, sondern auch die Anhöhe CHOULLY, und argumentiert «Beide, die Hauptstrasse oder die Anhöhe, erlauben ihm [dem Gegner] die erfolgreiche Aktion. Es reicht aber eines davon, weshalb es hier kein Schlüsselgelände ROT gibt.» Das ist in sich konsistent und misst sich wohl daran, welches Gewicht der vorgesetzte Kommandant dem westlichen Raum beimisst (deshalb ja auch Dialog). Ich neige hier zur Lesart Maj i Gst Schweizer: wenn der Gegner den Raum CERN in Besitzt nimmt, ist das für den Erfolg der Aktion entscheidend; damit ist für mich das Kriterium «Schlüsselgelände» erfüllt.

Die dritte Frage – beantragte Unterstützung von den vorgesetzten Stufen – wird von beiden umfassend beantwortet. Beide beantragen Geländeverstärkungen entlang der Hauptstrasse 101 und Unterstützung bei der Evakuation der Zivilisten im Raum MEYRIN. Maj i Gst Schweizer nennt zudem noch «Glasklare ROE» betreffend Kampfeinsatz im Raum CERN, Hptm Iselin Drohnenschutznetze entlang der Haupt- und Nebenstrassen zum Schutz der logistischen Versorgung sowie, falls verfügbar, Panzerabwehrminen (wir wollen hoffen, dass die Schweiz solche noch rechtzeitig beschaffen oder produzieren wird). Auch wenn ich beiden zustimme, geht dieser Punkt an Hptm Iselin.

Die vierte Frage schliesslich ist jene nach der Kritischen Infrastruktur: auch hier nennen beide Eingaben sowohl das CERN als auch das Spital De La Tour in MEYRIN (weitere Eingaben haben noch das Schloss CHOLLY genannt; hierbei handelt es sich tatsächlich um ein geschütztes Kulturgut, dem ich allerdings nicht den Status einer kritischen Infrastruktur beimessen würde). Damit bleibt es beim Gleichstand.

Man darf mir ruhig mangelnde «Entscheidungsfreude» vorwerfen, wenn ich also keinen klaren Sieger im TDG#22 erkenne. Mit Blick auf den OODA-Loop und John Boyd halte ich allerdings fest, dass die Orientierung (Orient) noch wichtiger ist als die Entscheidung (Decide); Boyd hat damit auch die Überlegenheit der Auftragstaktik gegenüber der Befehlstaktik begründet. Insofern übe ich mich heute in «Orientierungsfreude»: ich danke allen treuen Leserinnen und Lesern, aber auch den aktiven Teilnehmerinnen und Teilnehmern und hoffe, dass der taktische Lerneffekt – das gemeinsame Verständnis – auch ohne expliziten Sieger erzielt wurde. Damit erhalten, passend zur Adventszeit, sowohl Maj i Gst Schweizer als auch Hptm Iselin das Buch «Qu’est-ce qu’un chef ?» von Général d’armée Pierre de Villiers als Bescherung. Ich wünsche gute Lektüre und fröhliche Weihnachten!

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Leader's Digest Leader's Digest #22 Newsletter

Update Führung: November 2025

Navigating neutrality: How to find the best match between NATO and its four remaining neutral Western European Partners (WEP4)?

[Österreichisches Institut für Internationale Politik, 08.05.2025, Loïc Simonet]

Seit dem Start des umfassenden Russischen Kriegs in der Ukraine konzentriert sich die NATO thematisch auf den Bündnisfall und geografisch insbesondere auf Ost- und Nordeuropa. Die vorherig neutralen Länder Finnland und Schweden sind beide der NATO beigetreten. Der Club der neutralen Länder in Europa wird kleiner, und umfasst nun noch die Schweiz, Österreich, Irland und Malta. Laut der Studie Sicherheit 2025 wünschen sich 53% der Schweizer Bevölkerung eine Annäherung an die NATO. Der Artikel wirft wertvolle Fragen auf, wie diese Kooperation neutraler europäischer Länder mit der NATO aussehen könnte, und welche Herausforderungen dabei bestehen.

Link: https://www.oiip.ac.at/publikation/navigating-neutrality-how-to-find-the-best-match-between-nato-and-its-four-remaining-neutral-western-european-partners-wep4/

From Chechnya to Ukraine: Russian military adaptation in a comparative perspective

[Journal of Strategic Studies, 06.08.2025, Roman Knubel, Marcel Berni, Moritz Nepomuk Kueng]

Comparing the Second Russo-Chechen War with the War in Ukraine, the authors find that in both wars, the Russian Armed Forces demonstrated a capability for wartime adaptation, yet that these lessons are often subsequently forgotten, with institutional knowledge not being retained sufficiently. In both wars, initial Russian plans for a quick overwhelming of the enemy by capturing the opponent’s capital (Grozny/Kyiv) failed, which then led to a focus on attrition. The vast losses Ukrainian soldiers inflicted and are continuing to inflict upon the Russian Army forced it to shorten training durations, essentially sacrificing quality for quantity. Overall, an insightful article striking both the importance of peace- and wartime adaptation and the crucial aspect of institutional memory.

Link: https://www.tandfonline.com/doi/full/10.1080/01402390.2025.2538857?src=exp-la#d1e257

Blinding First, Striking Fast: Why the Marine Corps Needs Information Groups

[War on the Rocks, 13.10.2025, Benjamin Jensen & Ian Fletcher]

The increasing quantity and quality of sensors inherently increases the information that is available for any military commander. Nevertheless, this valuable information is often buried below a pile of «noise», irrelevant or wrong information. Jensen and Fletcher suggest that the information space is crucial in modern wars, and that introducing noise and friction into the adversary’s system can open a gap which combat troops can then exploit. They remark: «On a transparent battlefield, the most reliable path to advantage is to disorient the enemy: deny their sensors and signals, feed them false indicators, then strike decisively while they search for ghosts or exhaust themselves chasing phantoms».

Link: https://warontherocks.com/2025/10/blinding-first-striking-fast-why-the-marine-corps-needs-information-groups/

Décider en Zone d’Ombre: Div Raynald Droz

[Schweizer Armee Podcast, 17.07.2025, Raynald Droz]

« Dans le brouillard, la confiance va définitivement plus vite que le Wi-Fi. » Dans cette discours, divisionnaire Raynald Droz, commandant de la division territoriale 1, explore la complexité de la prise de décision dans des environnements incertains, marqués par l’urgence et le besoin d’adaptation rapide. Il souligne l’importance de la technologie, tout en reconnaissant ses limites dans la prise de décision en temps de crise. Dans les moments critiques, le discernement humain reste indispensable, même si la technologie peut s’avérer utile. La confiance, les relations humaines et la capacité à prendre des décisions rapides avec peu d’informations sont déterminantes pour la réussite. Pour faire face à un avenir incertain avec détermination, le divisionnaire Droz appelle à une culture de sécurité collective. Celle-ci doit être fondée sur la coordination de tous les acteurs de la sécurité en Suisse.

Link: https://www.youtube.com/watch?v=d_AQDyaYC3s

The Evolution of Landpower

[CSIS, 16.09.2025, Benjamin Jensen]

The evolution of warfare to include precision strike capabilities and cyber operations has in previous decades led experts to declare that consequently the importance of landpower would decrease. Jensen’s article argues that rather than military technological evolutions making landpower less relevant, its importance rises as it is required to enable other domains. He argues that “[l]andpower remains indispensable as the hub that sustains and integrates operations across air, sea, space, and cyber domains. There is no airpower without airports. There is no seapower with major ports. There is no cyber or space power without digital infrastructure, ground stations, and launch platforms.”

Link: https://www.csis.org/analysis/chapter-5-evolution-landpower

Unshackling Training with Drones in the Army

[RUSI, 17.07.2025, Julian Brazier]

In this article the author strikes the importance of developing aerial drone (UAS) and counter-drone capabilities quickly and competently. To help enable this, Brazier suggests adapting regulations which stifle innovation. For one, he proposes that those who want to become drone pilots and already possess drone skills should only be required to pass an exam, not to undergo basic drone training. Whereas such rules for completed training are perhaps purposeful when training on a MANPAD, their application to dual-use systems can impede the efficiency of the training. Further Brazier suggests to better utilise the enthusiasm of voluntary drone pilots. Instead of forcing soldiers and reservists to complete a one-size-fits-all drone training, drone schools could instead aim to attract drone enthusiasts and provide them training that starts at their skills level. As enthusiasts are likely to continue self-directed work on their drone skills, this further simplifies the army’s need to maintain the drone operator’s skills and saves resources and time. Similarly to the British Army, the Swiss Armed Forces’ drone projects are also being impeded by strict military aviation regulation and can benefit from better using the existing drone talent within its ranks.

Link: https://www.rusi.org/explore-our-research/publications/commentary/unshackling-training-drones-army

Not Withstanding? An Upbeat Perspective on Societies’ Will to Fight

[NATO Defense College, 29.07.2025, Roderick Parkes]

A multitude of articles have highlighted how Western societies are now «post-heroic» and lack the willingness to fight in case of need. Often these articles were based on surveys, yet those surveys are unlikely to tell the full truth. This paper argues that the willingness to defend cannot be objectively researched, as it is highly context dependent. It suggests that a focus on society’s lack of resilience can be harmful as it risks becoming a self-fulfilling prophecy. By recognising that Western societies’ low willingness to fight might simply stem from the lack of a perceived existential threat, the paper argues that if an existential threat is perceived, societies will likely show remarkable resilience. They therefore argue that this resilience should be accounted for in defence planning, both to utilise its benefits as well as to prevent risking a self-fulfilling prophecy of brittle societies. The full paper can be downloaded with the link on the following website.

Link: https://www.ndc.nato.int/not-withstanding-an-upbeat-perspective-on-societies-will-to-fight/

Leadership, Lethality, and (Data) Literacy: Three Keys to Prepare the Army for the Data-Driven, AI-Enabled Future of War

[Modern War Institute, 07.05.2025, Charlie Phelps]

With satellites, drones and cyber channels recording an increasing amount of data relevant for military operations, AI is necessary to quickly evaluate large amounts of data. Yet to effectively utilise the output of AI, militaries need leaders who are comfortable with data and understand its potential and shortcomings. The authors of this article therefore argue that data-literacy is a critical skill for modern leaders and needs to be prioritised in military education.   

Link: https://mwi.westpoint.edu/leadership-lethality-and-data-literacy-three-keys-to-prepare-the-army-for-the-data-driven-ai-enabled-future-of-war/


Über das «Update Führung»

Das Update Führung ist eine wiederkehrende Rubrik des Newsletters Leader’s Digest. Dieser Newsletter entsteht in Kooperation des Leadership Campus der Schweizer Armee und der Dozentur Führung und Kommunikation der Militärakademie an der ETH Zürich. Wenn Sie Leader’s Digest noch nicht abonniert haben, finden Sie unter folgendem Link weitere Informationen sowie das Formular zur Anmeldung.

Falls Sie Lesenswertes zu Command, Leadership oder Management entdecken, würden wir uns freuen, wenn Sie dies mit uns teilen. Gerne nehmen wir Tipps für die kommende Ausgabe von Leader’s Digest via document.getElementById(«email-obfuscator-leadersdigest»).innerHTML=»R-Znvy».replace(/[a-zA-Z]/g,function(c){return String.fromCharCode((c=(c=c.charCodeAt(0)+13)?c:c-26);});[Aktivieren Sie JavaScript, um die E-Mail-Adresse anzuzeigen] entgegen.

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Leader's Digest Leader's Digest #22 Newsletter

Buch des Monats: «Qu’est-ce qu’un chef?»

Was ist die Kernaussage des Buches?

Ein Chef ist in erster Linie ein Visionär, der in der Lage ist, eine Richtung vorzugeben und Handlungen einen Sinn zu verleihen. Seine Vision muss langfristig angelegt sein, was Überlegungen, aber auch Pausen erfordert. In der Welt der technologischen Unmittelbarkeit, in der wir leben, muss ein Chef in der Lage sein, Abstand zu gewinnen. Um das Vertrauen seiner Untergebenen zu gewinnen, muss er natürlich, aufrichtig, vorbildlich und menschlich bleiben und gleichzeitig sein persönliches Gleichgewicht bewahren. Seine Glaubwürdigkeit und Legitimität beruhen auf seinen Fähigkeiten, seinem Wissen und seinem Auftreten, aber auch auf seiner Bescheidenheit.

Was gefällt Ihnen an diesem Buch am besten?

Die Qualität von dessen Struktur und Inhalt.

Gibt es Punkte, in welchen Sie die Argumentation des Buches nicht unterstützen, oder Bereiche, die Ihrer Meinung nach zu kurz kommen?

Nein, ganz im Gegenteil, es ist sehr erfreulich festzustellen, dass es in diesem Buch viele Ähnlichkeiten mit dem gibt, was wir in unseren Kaderschulen lernen.

An wen richtet sich Ihre Empfehlung?

Obwohl dieses Werk von einem General verfasst wurde, richtet es sich an alle Personen, die Führungsaufgaben wahrnehmen, sei es im militärischen Bereich, in der Politik, in der Verwaltung, in Vereinen oder in der Privatwirtschaft.

Wie hat Ihnen dieses Buch im militärischen Führungsalltag geholfen?

Zeit ist eine ebenso wertvolle Ressource wie unsere Gesundheit. Ob in meinem Beruf, meinem Militärdienst oder meinen anderen Verpflichtungen: ich plane Zeit zum Nachdenken ein, wodurch sich die Zeit für Reaktionen verkürzt.

Welchem Teilaspekt des Command-Leadership-Management-Modells ordnen Sie dieses Buch zu?

Auch wenn die Dimension Leadership im Vordergrund steht, enthält dieses Buch gleichwohl Erkenntnisse, die den Aspekten Command und Management zugeordnet werden können.

Wo sehen Sie zukünftig die grössten Herausforderungen für die Führung in der Schweizer Armee?

Die grösste Herausforderung für unsere Armee ist das Vertrauen. Das Vertrauen der Armeeangehörigen in ihre Vorgesetzten, aber auch das Vertrauen der Bevölkerung und der Wirtschaft in ihre Armee. Das bedeutet, dass die politischen Behörden unserer Armee die personellen und materiellen Mittel zur Verfügung stellen müssen, die sie zur Erfüllung ihrer verfassungsmässigen Aufgaben benötigt.

Und wo sehen Sie diesbezüglich die grössten Chancen?

Das Potenzial unserer Milizarmee ist immens und wird oft unterschätzt. Sie profitiert nicht nur von den zivilen Kompetenzen jedes einzelnen Soldaten, sondern bietet ihnen im Gegenzug dank der von ihr angebotenen Ausbildungen, sei es im Bereich der Führung oder im technischen Bereich, einen Mehrwert für das zivile Leben. Diese gegenseitige Bereicherung trägt dazu bei, das Verständnis der Bevölkerung und der Wirtschaft für unsere Tätigkeit als Soldaten zu verbessern und damit das Vertrauen der Bevölkerung in unsere Milizarmee zu stärken.


Über den Rezensenten

Oberstleutnant i Gst Murat Alder ist Milizoffizier. Seit 2010 ist er als selbstständiger Anwalt an der Genfer Anwaltskammer zugelassen und zudem Abgeordneter (FDP) im Grossen Rat der Republik und des Kantons Genf. Er gehört zur letzten Generation der Panzerjäger der Infanterie. Nachdem er die Unterstützungskompanie des Schützenbataillons 14/4 befehligt hatte, wurde er Generalstabsoffizier im Stab der Infanteriebrigade 2 und anschliessend im Stab der Territorialdivision 1. Derzeit befehligt er das Schützenbataillon 14, dessen Motto «FORCE ET VOLONTÉ» lautet.

Über das «Buch des Monats»

Das «Buch des Monats» ist eine wiederkehrende Rubrik des Newsletters Leader’s Digest. Dieser Newsletter entsteht in Kooperation des Leadership Campus der Schweizer Armee und der Dozentur Führung und Kommunikation der Militärakademie an der ETH Zürich. Wenn Sie Leader’s Digest noch nicht abonniert haben, finden Sie unter folgendem Link weitere Informationen sowie das Formular zur Anmeldung.

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Leader's Digest Leader's Digest #22 Newsletter

Decision Game und Handlungsempfehlungen aus Leader’s Digest #21

Die Decision Games des Leader’s Digest sollen die Abonnentinnen und Abonnenten dieses Newsletters anregen, sich im Rahmen von Szenarien in die Rolle von Personen zu versetzen, die sich mit ethischen bzw. taktischen Herausforderungen konfrontiert sehen.

Zunächst wiederholen wir das letztmalig vorgestellte Szenario; im Anschluss würdigt Dr Florian Demont, Militärethiker an der Dozentur für Führung und Kommunikation an der ETH Zürich, die diskussionswürdigste Handlungsempfehlung.

Decision Game aus Leader’s Digest #21

Szenario «Widerstand»

Niemand hätte damit gerechnet: Nach einem ersten Probing Russlands im Baltikum stellte sich die NATO als handlungsunfähig heraus. Europa zerfiel schockierend rasch in eine pro- und eine antirussische Seite. Der folgende wirtschaftliche und gesellschaftliche Niedergang führte zu zahlreichen kleineren Konflikten über den ganzen Kontinent verteilt. Die zunächst verschonte Schweiz weckte dabei Neider – und nachdem sie sich geweigert hatte, klar Position zu beziehen, wurde ein Teil ihres Territoriums im Sinne einer Pfandnahme besetzt.

Seither steht die Schweiz nordöstlich der Limmat unter fremder Kontrolle. In diesem Gebiet formieren sich nun irreguläre Kräfte, die nach dem Vorbild von Major Hans von Dachs Konzept des «Totalen Widerstands» gegen die Besatzer vorgehen.

Ihre Kompanie, ursprünglich aus Ostschweizern gebildet, ist im Wasserschloss eingesetzt – ein Gebiet, das nach wie vor zur freien Schweiz gehört. Doch Ihre Offiziere haben über ihre Familien- und Heimatkantonsbeziehungen direkte Verbindungslinien ins besetzte Gebiet. Damit steht im Raum, dass Lieferungen an die Widerstandsgruppen zumindest denkbar wären.

In einer abendlichen Lagebesprechung entbrennt zwischen Ihren Offizieren eine hitzige Diskussion:

  • Leutnant Ruckstuhl aus Bichelsee ist fest überzeugt: «Hundert Kilo Plastit sind in der Hand des Thurgauer Widerstands sicher wertvoller als bei uns im Munitionsmagazin. Meine Cousinen könnten den Transfer organisieren, wenn wir das zulassen.»
  • Oberleutnant Gmür aus Flawil hält vehement dagegen: «Wir haben ja selber kaum genug Sprengmittel, um unsere Sperren aufrechtzuerhalten. Wenn wir abgeben, gefährden wir unsere eigenen Aufträge. Abgesehen davon ist es verboten»
  • Leutnant Ziegler aus Hallau wirft ein: «Genau, und wer sagt uns, dass die Irregulären nicht auch Zivilisten ins Visier nehmen? Wenn wir sie versorgen, tragen wir Mitverantwortung für mögliche Kriegsverbrechen.»
  • Schliesslich warnt Oberleutnant Kellerhals aus Marbach: «Die Besatzer würden Vergeltung üben, vielleicht genau gegen die Dörfer, aus denen unsere Familien stammen. Wollen wir das riskieren?»
  • Da explodiert Leutnant Hohl aus Herisau, während ihm gleichzeitig Tränen in die Augen schiessen: «Ihr verdammten Feiglinge! Habt ihr eigentlich mitbekommen, was letzte Woche in Wil passiert ist? Ihr wisst genau, wer die Kriegsverbrechen begeht. Und jede Patrone im Magazin eines Schweizer Widerstandskämpfers hilft, solche Verbrechen zu verhindern.»

Der Streit wird zunehmend persönlicher, Emotionen steigen hoch – einige Offiziere pochen auf Solidarität mit den eigenen Leuten jenseits der Front, andere erinnern an die Pflicht, den Auftrag im freien Teil des Landes zu erfüllen.

Fragestellung

Vor diesem Hintergrund stellen sich Ihnen drei Fragen:

    1. Wie schlichten Sie den Streit als Kompaniekommandant?

    2. Welche inhaltliche Position nehmen Sie persönlich ein?

    3. Kommunizieren Sie diese Meinung im Kreise Ihrer Offiziere?

Handlungsempfehlungen zum Decision Game aus Leader’s Digest #21

Das Szenario «Widerstand» konfrontiert einen Kompaniekommandanten mit einer Problematik, in dem rechtliche Pflicht, institutionelle Verantwortung, persönliche Moral und die emotionale Notlage der Untergebenen miteinander verknüpft sind. Die eingereichte Lösung von Markus Heini wurde als die beste bewertet, weil sie dieses Spannungsfeld nicht nur erkennt, sondern einen prozedural, ethisch und führungstechnisch sinnvollen Weg zur Auflösung aufzeigt.

1. Einordnung des Szenarios: Das moderne ethische Schlachtfeld

Das Szenario wirft den Kommandanten in eine Situation, die einen Kernkonflikt der heutigen Militärethik und des humanitären Völkerrechts widerspiegelt. Traditionell basierte die Ethik des Soldaten auf klaren Hierarchien, Befehl und Gehorsam – die Verantwortung lag primär bei der politischen Führung, die den Krieg befahl, und weniger beim einzelnen Kombattanten. Dieses klassische Modell, das auf dem staatlichen Gewaltmonopol fusst, trennt scharf zwischen der politischen Entscheidungsebene (jus ad bellum) und der militärischen Handlungsebene (jus in bello). Für den einzelnen Soldaten bedeutete dies eine klare moralische Arbeitsteilung: Seine Pflicht war es, Befehle auszuführen und sich an die Kriegsregeln zu halten, während der Staat die moralische Last für den Krieg selbst trug. Ein wesentlicher Eckpfeiler ist die strikte Trennung zwischen Kombattanten und Nichtkombattanten im Krieg. Neuere, oft als «revisionistisch» bezeichnete Ansätze, die legitime Gewaltanwendung anhand von Notwehr und Notwehrhilfe im Zivilleben analysieren, stellen dieses Fundament in Frage und verlagern den Fokus zunehmend auf die moralische Verantwortung des Individuums. Begleitet durch die wachsende Bedeutung der Menschenrechte in völkerrechtlichen Bewertungen, argumentiert diese Perspektive, dass ein Soldat, der für einen ungerechten Aggressor kämpft, seinen moralischen Schutzschild verliert und selbst zu einem legitimen Ziel wird. Diese Perspektive untergräbt die traditionelle Gleichheit aller Kombattanten und fordert vom Einzelnen eine Gewissensprüfung, die weit über das blosse Befolgen von Befehlen hinausgeht.

Diese Spannung ist im Szenario präsent:

  • Die traditionelle Sicht: Oberleutnant Gmür pocht auf den Auftrag und die Vorschriften («es ist verboten»).
  • Die individualistische Sicht: Leutnant Hohl beruft sich auf sein Gewissen und die moralische Pflicht, angesichts von Kriegsverbrechen zu handeln («Ihr verdammten Feiglinge!»).

Kritiker könnten einwenden, das Szenario sei strategisch ungenau oder aus Sicht traditionell bewährter Praxis fragwürdig. Doch diese Kritik verkennt den didaktischen Zweck: Die strategische Unklarheit ist kein Mangel, sondern ein bewusst eingesetztes Werkzeug. Sie simuliert eine Form des «ethischen Nebels», der in modernen, hybriden Konflikten zur Realität werden kann. In solchen Lagen sind klare Frontlinien und eindeutige rechtliche Status (Freund, Feind, Zivilist) oft kaum zu erkennen. Die Isolation des Kommandanten zwingt ihn, ohne einen klaren Befehl von oben eine Entscheidung zu treffen, die sowohl seiner institutionellen Rolle als auch seinem moralischen Kompass gerecht werden muss. Es geht hier darum eine zeitlose Führungskompetenz zu schulen: Urteilsvermögen unter moralischem Druck.

Dieser «Test für Führung im ethischen Nebel» ist weit mehr als eine intellektuelle Übung. Er zwingt die Führungsperson, widersprüchliche Loyalitäten abzuwägen: die Loyalität zur Befehlskette, die Loyalität zu den eigenen Soldaten und deren emotionaler Not, die Loyalität zur leidenden Zivilbevölkerung und die Loyalität zum eigenen Gewissen. Ein Kommandant, der in dieser Lage besteht, beweist nicht nur Regelkenntnis, sondern moralischen Mut und charakterliche Widerstandsfähigkeit. Er muss einen Standpunkt der Verantwortung finden, wenn die Hierarchie schweigt. Militärische Führungspersonen müssen daher lernen, ihr Entscheiden und Handeln mit den aktuellen Entwicklungen in der Militärethik und im Völkerrecht in Einklang zu bringen. Nur so kann auf allen Ebenen die Glaubwürdigkeit und Legitimität nach aussen und nach innen gewahrt bleiben. In einer Zeit, in der jede taktische Handlung durch soziale Medien eine strategische Wirkung entfalten kann, ist dies keine Nebensächlichkeit, sondern eine Kernkompetenz. Eine ethisch fragwürdige, wenn auch vielleicht gut gemeinte Entscheidung auf Kompanieebene kann das Vertrauen der Bevölkerung in die gesamte Armee untergraben und damit einen strategischen Schaden anrichten, der weit über den unmittelbaren Nutzen hinausgeht. Gegenwärtige Meinungsverschiedenheiten über den Umgang mit diesen Themen in politischen und akademischen Diskursen belegen die Virulenz der Problematik.

2. Die Lösung von Markus Heini

Heinis Vorschlag überzeugt, weil er das Problem ganzheitlich erfasst und in vier Schritten löst: Prozess, Führung, Inhalt und Operation.

a) Der Prozess: Souveräne Deeskalation

Heini erkennt als Erstes die unmittelbare Gefahr: «Generell sind Emotionen schlechte Wegweiser.» Seine oberste Priorität ist es, die irrationale, eskalierende Debatte zu beenden und einen rationalen Entscheidungsfindungsprozess zu etablieren. Indem er die Entscheidung auf den nächsten Tag verschiebt, gewinnt er Zeit, kühlt die Gemüter ab und stellt seine Autorität als prozessführende Instanz wieder her. Dieser Schritt ist die unabdingbare Voraussetzung für jede tragfähige Lösung.

b) Die Führung: Die Kunst der Kommunikation

Der Kern von Heinis Ansatz liegt in der von ihm wörtlich ausformulierten Ansprache an seine Offiziere. Diese «Battle Speech» ist ein gutes Beispiel für ausbalancierte Führung:

  • Emotionale Verbindung: Er beginnt mit persönlicher Betroffenheit («Auch ich als gebürtiger Thurgauer leide mit euch»), schafft eine gemeinsame Basis und validiert die Emotionen seiner Untergebenen. Er zeigt, dass er sie versteht.
  • Unmissverständliche Autorität: Unmittelbar danach zieht er eine klare Linie und begründet seinen Befehl rational und nachvollziehbar: «Wir können keine Kampfmittel an den Widerstand senden.»

Er demonstriert damit den Grundsatz «Verstehen, ohne einverstanden zu sein». Er holt seine Leute emotional ab, ohne jedoch bei der Sache selbst einen Kompromiss einzugehen.

c) Der Inhalt: Der ethisch überlegene dritte Weg

Hier liegt die ethische Substanz seiner Lösung. Heini verfällt nicht in ein simples Ja/Nein-Schema. Er lehnt die Lieferung von Sprengstoff klar ab, aber nicht nur aus formaljuristischen Gründen. Seine ethische Hauptmotivation ist der Schutz der Zivilbevölkerung vor absehbaren, brutalen Repressalien – eine direkte Anwendung der Prinzipien der Verhältnismässigkeit und des Schutzes von Nichtkombattanten.

Seine «Option 3» – die Unterstützung mit Medikamenten, Aufklärungsdaten und Know-how – ist der entscheidende Schritt. Dieser dritte Weg löst die Problematik:

  • Er erfüllt die institutionelle Pflicht: Kein Verstoss gegen Vorschriften, keine Gefährdung des eigenen Auftrags.
  • Er erfüllt die moralische Pflicht: Er lässt seine Landsleute nicht im Stich und leistet Hilfe.
  • Er schützt die Zivilbevölkerung: Indem er die Widerstandskämpfer nicht zu vollwertigen Kombattanten macht, minimiert er die Eskalationsspirale der Gewalt.

d) Die Operation: Proaktive und verantwortungsvolle Autonomie

Heini begnügt sich nicht mit seinem Entscheid, sondern entwirft einen klaren Plan zur Umsetzung. Er wartet nicht passiv auf Befehle, sondern nutzt seine Autonomie als Kommandant. Sein «Schritt 6» – die proaktive Information des Stabes und der Antrag auf Umsetzung seines Plans – zeigt ein modernes Verständnis von «Auftragstaktik». Er handelt im Sinne der übergeordneten Führung, ergreift aber die Initiative, um das Problem vor Ort zu lösen. Dies unterscheidet einen Leader von einem blossen Verwalter.

3. Fazit

Der Lösungsvorschlag von Markus Heini ist die beste Einsendung, weil er eine umfassende Antwort auf ein komplexes Problem gibt. Er demonstriert nicht nur, was die richtige Entscheidung ist, sondern auch, wie ein Kommandant diese prozedural einleitet, führungstechnisch kommuniziert und operativ umsetzt. Er navigiert durch das Spannungsfeld von Recht, Moral und Emotion und liefert eine Blaupause für Führung im Angesicht eines modernen militärethischen Dilemmas. Wir gratulieren Markus Heini zum Gewinn des Buches Grunts: Inside the American Infantry Combat Experience von John McManus.

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Update Führung: Oktober 2025

Geistige Landesverteidigung als Teil der Gesamtverteidigung

[Defence Horizon Journal, 15.09.2025, Sarah von Felten & Jonas Ch. Frey]

Wörter wie «hybride Kriegsführung» und «Desinformation» sind zurzeit in aller Munde, und auf Antwort darauf ist oft von «Resilienz» die Rede. Sei es societal resilience, mental resilience, informational resilience oder supply chain resilience, die Kombinationen scheinen endlos. Eine Art umfassende Resilienz beschreibt auch der Begriff der Geistigen Landesverteidigung, welcher zurzeit entstaubt wird. Denn: ursprünglich als Schutz vor totalitären Ideologien gedacht, eignet sich Geistige Landesverteidigung auch heute noch als Antwort auf Desinformation und hybride Bedrohungen. Von Felten und Frey argumentieren, dass die Geistige Landesverteidigung trotz deren teilweisen Stigmatisierung in den Schweizer Institutionen weiterlebt. Der Beitrag entwickelt auf Basis eines österreichischen Referenzmodells ein Schweizer Funktionsmodell, das die sieben Bundesdepartemente und die Bundeskanzlei einbindet und die Rolle der Zivilgesellschaft in der Geistigen Landesverteidigung hervorhebt. Das Konzept der Geistigen Landesverteidigung sollte entstigmatisiert werden und wieder in die Mitte der Gesellschaft finden.

Link: https://tdhj.org/de/post/geistige-landesverteidigung-gesamtverteidigung/

The Impact of Artificial Intelligence on the Military Decision-Making Process and Mission Command

[Defence Horizon Journal, 11.09.2025, Patrick Hofstetter et al.]

This article explores how artificial intelligence is reshaping military command, using John Boyd’s OODA Loop to analyse impacts across observation, orientation, decision, and action. AI can accelerate data processing, decision support, and execution, but also risks over-centralisation and automation bias. Written by Patrick Hofstetter, Marius Geller, and Florian Gerster, it argues that Western militaries should align AI with Mission Command’s decentralised philosophy, empowering subordinates while preserving accountability. The authors propose a continuum between centralisation and decentralisation, where doctrine, culture, and structures adapt flexibly according to the situation at hand.

Link: https://tdhj.org/blog/post/ai-military-decision-making/#:~:text=The%20Impact%20Of%20Artificial%20Intelligence,Making%20Process%20And%20Mission%20Command

Risiko- und Krisenmanagement und Armee

[Stratos 1-25, 04.07.2025, Schweizer Armee]

Stratos ist wieder da! Die im Juli erschienene Edition 1-25 beschäftigt sich mit dem Beitrag, welchen die Armee für das Risiko- und Krisenmanagement auf nationaler und kantonaler Ebene leistet, und den Voraussetzungen dafür, dass sie diesen Beitrag auch in Zukunft weiterhin erbringen kann. Insbesondere lesenswert sind die Artikel Cognitive Warfare: Die Schweizer Armee – Herausforderungen in der kognitiven Dimension (S. 135+) und  Kämpfen – schützen (– helfen); gleichzeitig und im gleichen Raum (S. 167+).

Link: https://www.vtg.admin.ch/de/stratos

NATO Should Not Replace Traditional Firepower with ‘Drones’

[RUSI, 04.08.2025, Prof. Justin Bronk]

The extent of the use of UAS (Unmanned Aerial Systems) in the Russian-Ukrainian War has led some commentators to announce that cheap UAS will complement or even replace expensive legacy systems in the future. In this article published by the British think tank RUSI, Justin Bronk argues that even as UAS see heavy use in the Russian-Ukrainian War, one must be careful not to draw the wrong conclusions. For one, the Ukrainian way of war is by no means ideal, as Ukraine’s capabilities are limited by financial and industrial limits. It is instead focused on utilising the available limited resources to the best extent possible. Secondly, NATO has different strength than Ukraine and should make sure to capitalise on its strengths. Overall it’s an interesting report which argues that NATO should complement yet not replace its legacy systems with UAS.

Link: https://www.rusi.org/explore-our-research/publications/rusi-defence-systems/nato-should-not-replace-traditional-firepower-drones

An AI Revolution in Military Affairs?

[RAND Corporation, 03.07.2025, Zachary Burdette et al.]

This report of the US-think tank RAND offers a comprehensive analysis of how AI will likely change warfare, and what this means for militaries. Their findings are relevant from the tactical level all the way up to the military-strategic level. In summary, the report suggest that as the capabilities of relatively cheap systems increase, mass may become more important relative to quality. This doesn’t suggest that high-end systems will become irrelevant, rather it means that to maximise the effectiveness of the armed forces, a part of military funding that currently funds high-end systems in low numbers will have to be re-allocated towards financing mass constituted by cheaper systems. The authors further suggest that in AI-enabled warfare mission command will stay relevant and that deception (i.e. through decoys) will gain importance. Download the full report on the link below.

Link: https://www.rand.org/pubs/working_papers/WRA4004-1.html

Urban Warfare Project Case Study #13 ─ Hadrut

[Modern War Institute, 25.04.2025, Liam Collins & John Spencer]

In this case study, the authors look at the Second Karabakh/Artsakh War of September 2020, and investigate the reasons why in the battle for the provincial capital Hadrut the Armenian Armed Forces failed to put up an adequate defence, and why the Azerbaijani Armed Forces succeeded in taking the city. The war ended in a decisive Azerbaijani victory, with Azerbaijan (re-)integrating the internationally recognized Azerbaijani, yet Armenian-inhabited territory of Karabakh/Artsakh into Azerbaijan.

Link: https://mwi.westpoint.edu/urban-warfare-project-case-study-13-battle-of-hadrut/

More highly valuable case studies can be found here: https://mwi.westpoint.edu/urban-warfare-project/

A Clausewitzian Lens on Modern Urban Warfare

[Modern War Institute, 13.05.2025, John Spencer]

In this article, the author takes the 2-century-old wisdom of Carl von Clausewitz and applies it to modern urban warfare in Iraq, Ukraine and Gaza. He closes this valuable read by pointing to the continued relevance of Clausewitzian concepts such as the nature of war, “a contest of wills, shaped by politics, distorted by chance, and fought in the dense, contested, and morally fraught terrain of the modern city”.

Link: https://mwi.westpoint.edu/a-clausewitzian-lens-on-modern-urban-warfare/

The Dialectic of Deception: John Boyd and the Cognitive Battlefield

[War on the Rocks, 04.09.2025, J. William DeMarco]

This fascinating article applies John Boyd’s OODA-Loop (Observe – Orient – Decide – Act) theory to society. The paper argue that nowadays “the center of gravity is no longer fleets or factories but the shared grasp of reality itself”. A society where facts are seen as opinion and opinions are seen as facts will become unable to coordinate effective resistance against any threat, as it lacks a shared understanding of the threat and the common purpose to address it. Open societies where ideas can freely circulate are an especially worthwhile target, with Russia having perfected the method of using lies not for the sake of offering an alternative reality, but for damaging the very idea of truth itself.

Link: https://warontherocks.com/2025/09/the-dialectic-of-deception-john-boyd-and-the-cognitive-battlefield/


Über das «Update Führung»

Das Update Führung ist eine wiederkehrende Rubrik des Newsletters Leader’s Digest. Dieser Newsletter entsteht in Kooperation des Leadership Campus der Schweizer Armee und der Dozentur Führung und Kommunikation der Militärakademie an der ETH Zürich. Wenn Sie Leader’s Digest noch nicht abonniert haben, finden Sie unter folgendem Link weitere Informationen sowie das Formular zur Anmeldung.

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