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Leader's Digest Leader's Digest #27 Newsletter Update Führung

Update Führung: Mai 2026

Georg Häsler über Neutralität, Sicherheit und die Idee einer Alpenallianz

[YouTube, 13.02.2026, Georg Häsler, Mathias Müller]

Was bedeutet Neutralität in einer zunehmend unsicheren Welt? Welche sicherheitspolitischen Herausforderungen kommen auf die Schweiz zu? Und wie kann Zusammenarbeit im Alpenraum zur Stabilität Europas beitragen? Im offiziellen Podcast der Schweizer Armee spricht NZZ-Redaktor, Sicherheitsexperte und Oberst Georg Häsler mit Gastgeber Oberst i Gst Mathias Müller über strategisches Denken, militärische Realität und die Verantwortung eines neutralen Staates. Dabei erläutert er auch die Grundidee seines Buches «Alpenallianz», das den Alpenraum als gemeinsamen sicherheitspolitischen Raum betrachtet. Ein interessantes Gespräch über Geopolitik, Landesverteidigung und die Bedeutung klarer Analyse in komplexen Zeiten.

Link: https://www.youtube.com/watch?v=KnohnbkakgU

Strategic Trends 2026

[CSS ETH, 12.03.2026, Gorana Grgić, Daniel Möckli et al]

In der diesjährigen Ausgabe des jährlichen Reports des Center for Security Studies an der ETH Zürich identifizieren und analysieren die Autoren strategische Trends, welche ihrer Ansicht nach die Weltpolitik der nächsten Jahre prägen werden. Im Detail behandelt werden dabei der sich wandelnde Charakter des Krieges, die Militarisierung des Weltraums, sowie die zunehmend multipolare Weltordnung.

Link (De): https://css.ethz.ch/ueber-uns/CSS-news/2026/03/strategic-trends-2026.html

Link (Eng): https://css.ethz.ch/en/center/CSS-news/2026/03/strategic-trends-2026.html

2023 Ukrainian Counteroffensive – Animated Analysis

[YouTube: War Archive, 16.02.2024]

In this video, War Archive analyses the 2023 Ukrainian counteroffensive, which allows viewers to study how Russian forces defended the frontline and which weaknesses in Ukrainian strategy they exploited. The counteroffensive was shaped by NATO training and hence Western assumptions on how a war involving NATO would unfold. Early Ukrainian attempts at breaching Russian lines through mechanized assaults proved costly, as Ukraine lacked air superiority, strong air support, and was faced with strong Russian reconnaissance and defences. The failed 2023 counteroffensive can therefore serve as a cautionary tale on how no war is the same, and how military planners need to account for the context in which a war unfolds. Apart from this analysis, War Archive post other videos where he analyses specific battles of the Russian War in Ukraine in detail. Highly recommended is his video on the Battle of Kharkiv.

Link Counteroffensive: https://www.youtube.com/watch?v=vuw14h4WIsc

Link Kharkiv: https://www.youtube.com/watch?v=_H8KF3i2iBU

Innere Führung 4/25

[Bundeswehr, 08.11.2025]

Diese Ausgabe des Bundeswehrmagazins «Innere Führung» beschäftigt sich mit zeitgemässer Menschenführung (16), innerer Führung (30), sowie der nun 70-jährigen Geschichte der Bundeswehr (24).

Link: https://www.bundeswehr.de/de/organisation/zentrum-innere-fuehrung/unsere-angebote/if-zeitschrift-fuer-innere-fuehrung

The Dawn of the A.I. Drone

[The New York Times Magazine, 31.12.2025, C.J. Chivers]

Whereas early-on in the war Ukraine’s drones could operate freely, the Russian Armed Forces later deployed strong electronic warfare systems. As EW systems were mounted on potential targets such as tanks, many Ukrainian drones did not reach their targets as the drone operator lost control over his or her drone as the drone was jammed. To avoid this failure in the last stage of an attack, A.I. plays an increasingly important role as it helps drones successfully reach their targets even as they are exposed to jamming. Chivers reports from Ukraine’s “fast-feedback” drone ecosystem, where the need to overcome Russian EW leads to increasingly autonomous drone missions. He shows how terminal guidance modules, GPS-free navigation (visual positioning), and early swarm management concepts are already in combat use, often built from commercial components and iterated through rapid frontline feedback loops. The article highlights a certain interconnectedness, where not only the efforts of combat units matter, but where successful strike operations under jamming conditions are also the collective product of the work of venture capital, government procurement and engineers. Chivers notes how armed forces which do not prepare for (partially) autonomous warfare will fall behind.

Link: https://www.nytimes.com/2025/12/31/magazine/ukraine-ai-drones-war-russia.html

Defending the City: An Overview of Defensive Tactics from the Modern History of Urban Warfare

[Modern War Institute, 14.02.2022, John Spencer, Jayson Geroux]

In this intriguing piece, Spencer and Geroux use historic examples from WWII and contemporary wars to extract lessons for urban warfare. Amongst others, they use the Battle of Stalingrad (1942-1943), the Defence of Mosul (2016-2017) and the First Battle of Grozny (1994-1995) as case studies.

Link: https://mwi.westpoint.edu/defending-the-city-an-overview-of-defensive-tactics-from-the-modern-history-of-urban-warfare/


Über das «Update Führung»

Das Update Führung ist eine wiederkehrende Rubrik des Newsletters Leader’s Digest. Dieser Newsletter entsteht in Kooperation des Leadership Campus der Schweizer Armee und der Dozentur Führung und Kommunikation der Militärakademie an der ETH Zürich. Wenn Sie Leader’s Digest noch nicht abonniert haben, finden Sie unter folgendem Link weitere Informationen sowie das Formular zur Anmeldung.

Falls Sie Lesenswertes zu Command, Leadership oder Management entdecken, würden wir uns freuen, wenn Sie dies mit uns teilen. Gerne nehmen wir Tipps für die kommende Ausgabe von Leader’s Digest via leadersdigest@leadershipcampus.ch entgegen.

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Buch des Monats Leader's Digest Leader's Digest #27 Newsletter

Buch des Monats: «Adaptation under Fire: How Militaries Change in Wartime»

Was ist die Kernaussage des Buches?

Innovation und Adaption sind heute in aller Munde. Ein vertieftes Verständnis der Materie unterstützt das eigene fundierte Argumentieren. Im ersten Teil werden die Einflüsse von Doktrin, Technologie und Leadership aufgezeigt. Der zweite Teil zeigt basierend auf Erfahrungen und konkreten Beispielen aus den Kriegen im Irak und Afghanistan auf, welche Einflüsse Doktrin, Technologie und Leadership auf die Möglichkeiten / Einschränkungen der Adaption hatten. Der dritte Teil schaut in die Zukunft bzw. mittlerweile die Gegenwart. Was können die US-Streitkräfte basierend auf den Lessons learned besser machen? Was können wir in Europa oder in der Schweiz aus diesen Entwicklungen lernen?

Was gefällt Ihnen an diesem Buch am besten?

Adaption oder Innovation werden leider vielfach fast ausschliesslich als Technologie-getrieben verstanden. Die wichtigen Rollen von Doktrin, welche solche Entwicklungen zulässt bzw. insbesondere von Leadership, welches solche Entwicklungen unterstützt und verstärkt, werden nicht oder kaum wahrgenommen. Ohne diese beiden Faktoren verliert sich Innovation aber in Tech-Talks. Doktrin und Leadership haben wir in der Hand. Wir haben es in der Hand, Innovation und Adaption zu befeuern. Genau dazu liefert das Buch hervorragende Hintergründe.

Gibt es Punkte, in welchen Sie die Argumentation des Buches nicht unterstützen, oder Bereiche, die Ihrer Meinung nach zu kurz kommen?

Die historischen Beispiele aus den Kriegen im Irak und Afghanistan sind teilweise etwas langfädig zu lesen.

An wen richtet sich Ihre Empfehlung?

An alle, die mehr über gelebte Adaption erfahren und diesbezügliche Chancen in der Schweizer Armee nutzen wollen.

Wie hat Ihnen dieses Buch im militärischen Führungsalltag geholfen?

Leadership ist überall. Ohne dieses Verständnis bzw. ohne gutes / unterstützendes / befeuerndes Leadership verpufft selbst die innovativste Idee.

Welchem Teilaspekt des Command-Leadership-Management-Modells ordnen Sie dieses Buch zu?

Leadership – denn der Mensch triggert Doktrin und Technologie.

Wo sehen Sie zukünftig die grössten Herausforderungen für die Führung in der Schweizer Armee?

Die knappen Ressourcen optimal zur Erhöhung der Verteidigungsfähigkeit einzusetzen sowie der Bevölkerung und der Politik glaubwürdig die Dringlichkeit der Stärkung der Verteidigungsfähigkeit zu erklären.

Und wo sehen Sie diesbezüglich die grössten Chancen?

Wir verfügen über hervorragende Angehörige der Armee, die mit ihrer Ausbildung, technologischem Verständnis, Pragmatismus und Leadership-Skills diesen Herausforderungen gewachsen sind. Lassen wir jeder Stufe Gestaltungsfreiraum, schenken wir Vertrauen und lassen auch unkonventionelle – schlaue Wege zu, dann sind wir für die Zukunft gewappnet.

«What matters most is the ability to successfully adapt to unforeseen circumstances as they arise.»


Über den Rezensenten

Brigadier Dan Aeschbach ist seit 01. Februar 2026 Kommandant der Logistikbrigade 1. Zuvor war er Kommandant des Kompetenzzentrums Veterinärdienst und Armeetiere sowie Unterstabschef Logistik der Territorialdivision 4.

Über das «Buch des Monats»

Das «Buch des Monats» ist eine wiederkehrende Rubrik des Newsletters Leader’s Digest. Dieser Newsletter entsteht in Kooperation des Leadership Campus der Schweizer Armee und der Dozentur Führung und Kommunikation der Militärakademie an der ETH Zürich. Wenn Sie Leader’s Digest noch nicht abonniert haben, finden Sie unter folgendem Link weitere Informationen sowie das Formular zur Anmeldung.

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Leader's Digest Leader's Digest #27 Newsletter TDG

Decision Game und Handlungsempfehlungen aus Leader’s Digest #26

Die Decision Games des Leader’s Digest sollen die Abonnentinnen und Abonnenten dieses Newsletters anregen, sich im Rahmen von Szenarien in die Rolle von Personen zu versetzen, die sich mit ethischen bzw. taktischen Herausforderungen konfrontiert sehen.

Zunächst wiederholen wir das letztmalig vorgestellte Szenario; im Anschluss würdigt Oberst i Gst Patrick Hofstetter, Dozent für Führung und Kommunikation an der ETH Zürich, die diskussionswürdigste Handlungsempfehlung.

Decision Game aus Leader’s Digest #26

Gegner

Gegner im Interessenbereich

Die Kräfte haben bereits im Raum WIETZENDORF (35km weiter im Süden) ihren Verteidigungskampf begonnen und stehen nun mit den verbliebenen Kräften in der letzten Verteidigungsstellung. Die Frontbataillone, namentlich die mechanisierten Bataillone 431+ 432, sind bereits vollständig zerschlagen und haben ihre Aufträge nicht erfüllt.

Restkräfte des Mechanisierten Regiments 43 (ROT):

  • Verhindert gegnerischen Stoss über die Verteidigungslinie AMELINGHAUSEN-WRIEDEL für 6h, um dem mechanisiertem Regiment 44 den Gegenangriff über den ELBESEITENKANAL zu ermöglichen und diesen weiterhin zu halten.

Gegner im Verantwortungsbereich

Vermutete Absicht Mechanisiertes Bataillon 433 (ROT):

  • Verteidigt mit 2 Panzergrenadierzügen (Kampfkraft noch ca. 75%) AMELINGHAUSEN.
  • Verteidigt mit 1 Panzerzug die Südausläufer AMELINGHAUSEN (Kampfkraft noch 2 x T80).

Wenn es dem Feind nicht gelingt AMELINGHAUSEN zu halten, kann BLAU bis zum ELBESEITENKANAL durchstossen und das Mechanisierte Regiment 43 ist vollständig zerschlagen und der Auftrag der Feindkräfte ist nicht erfüllt. Es geht in dieser Verteidigungslinie um alles oder nichts für die Wislanische Armee.

Eigene Mittel

Sie sind Zugführer des CHARLIE Zuges [Anmerkung: in der Bundeswehr der 3. Zug der Kompanie, im Gegensatz zur Schweiz, wo CHARLIE für die 3. Kompanie des Bataillons steht] in der Panzergrenadierkompanie 4/132:

  • Ihnen zur Verfügung stehen 4 Schützenpanzer PUMA mit 24 Panzergrenadieren als Absitzstärke.
  • Der Schützenpanzer PUMA verfügt über MELLS (Panzerabwehrlenkwaffe mit bis zu 4 km Reichweite) und einer 30mm Bordkanone. Siehe Kurzerklärung PUMA: https://www.youtube.com/watch?v=YSCaAJTSeQ03.55%
  • Ihr Zug ist vollständig einsatzbereit, aufmunitioniert und hat trotz bereits 35km Kampf in die Tiefe als einziger Zug der Kompanie keine Verluste erlitten.
  • Die Moral ist hoch, das Bataillonsangriffsziel AMELINGHAUSEN sowie der Sieg steht kurz bevor, dies aus Sicht ihres Kommandeurs.
  • In der Kompanie stehen 2 Brückenpanzer LEGUAN zur Verfügung (jeweils einmal in Konfiguration 14m und 26m). Siehe Kurzerklärung LEGUAN: https://www.youtube.com/watch?v=XWYnKV-J6oU

Sie rollen mit 30 km/h und befinden sich aktuell 500m westlich des DRUMBERG und sind Spitzenzug in der Kompanie (Siehe Karte).

Auftrag

In der Befehlsausgabe während der laufenden Operation durch Ihren Kompaniekommandanten haben Sie folgenden Auftrag erhalten:

Nimmt und hält 2 Übergänge in REHLINGEN offen.

(die Brückenpanzer stehen auf Abruf zur Verfügung und werden, sobald Sie gesichert melden, an mögliche Einlegestellen durch den Kompaniekommandant befohlen).

Umwelt

Zur Lage in REHLINGEN ist nur bekannt, dass es zwei leistungsfähige Übergänge über die LOPAU gibt. Nördlich befindet sich eine Biogas-Anlage entlang der Hauptstraße (Kreisstraße 19).

Zeitverhältnisse

Die aktuelle Uhrzeit lautet: 21:07 UHR – in Niedersachsen ist zu dieser Jahreszeit bereits seit einer Stunde dunkel. Der Kompaniechef erwartet innerhalb der nächsten 45min ihre Erfolgsmeldung.

Soeben kommt eine Meldung des Aufklärungzugführers rein: Spähtruppführer 4 auf Kompanieführungsnetz: hier Auge 4, eigener Standort bei M-12+2. Über UAS aufgeklärt zwei Sprengungen in REHLINGEN bei 817 847 und aufsteigende Rauchsäulen. 2 BMP in Ausweichbewegung nach Norden. Kläre weiter auf. (Zeit 2107Z)

Fragestellung

  • Analysieren Sie mittels den Ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln (Karten, Open Source Medien etc) kurz das Gelände. Für solche OSINT-Analysen eignet sich in der Schweiz Swisstopo und alternativ auch Google Earth Pro, welches im Vergleich zu Google Maps mehr Funktionen wie bspw Distanzmessung, Radiusmessung, historische Satellitenaufnahmen etc aufweist. Google Earth Pro kann kostenlos installiert werden, Swisstopo ist im Browser verfügbar.
  • Wie lautet Ihr Entschluss als Zugführer? (SKIZZE und ein Befehl «Orientierung – Absicht – Aufträge» sind gefordert)
  • Begründen Sie in 3 Sätzen Ihren Entschluss.

Handlungsempfehlungen zum Decision Game aus Leader’s Digest #26

Das Decision Game zu REHLINGEN stellte den Zugführer des CHARLIE Zuges vor eine Aufgabe, die auf den ersten Blick einfach wirkte: zwei Übergänge in REHLINGEN nehmen und offenhalten. Tatsächlich lag die Schwierigkeit aber nicht im isolierten Nehmen einer Ortschaft oder einzelner Brückenstellen, sondern im Zusammenspiel mehrerer Faktoren: Dunkelheit, Zeitdruck, zwei gemeldete Sprengungen, ausweichende feindliche BMP, der eigene Auftrag als Spitzenzug der Kompanie und die Verfügbarkeit von zwei Brückenpanzern LEGUAN, die erst nach gesicherter Meldung durch den Kompaniekommandanten an mögliche Einlegestellen befohlen werden konnten.

Wir liefern auch diesmal keine Musterlösung, sondern eine Besprechung anhand der drei besten Einsendungen. Die zentrale Frage war dabei nicht nur, ob ein Entschluss formuliert wurde, sondern ob die Lage richtig erfasst, der Entschluss taktisch machbar und der Einsatz der Brückenpanzer in einen stimmigen Zugbefehl überführt wurde.

Über fast alle Einsendungen hinweg zeigte sich ein ähnliches Problem: Die gemeldete Sprengung der Brücken wurde zu wenig konsequent verarbeitet. Mehrere Lösungen gingen implizit davon aus, dass man die gesprengten Brücken einfach wieder mit Brücken belegen könne. Das ist problematisch. Trümmerwurf ist kein Randdetail, sondern muss jedem Offizier als taktisches und technisches Problem bewusst sein. Wer zerstörte Brücken in aktuellen Kriegsbildern betrachtet, etwa aus der Ukraine, erkennt rasch, dass sich darauf oder unmittelbar daneben nicht einfach beliebig eine Behelfsbrücke einlegen lässt. Genau hier begann die eigentliche Geländebeurteilung: Nicht «wo waren vorher Brücken?», sondern «wo kann unter den gegebenen Umständen ein Brückenpanzer tatsächlich einlegen?».

Der zweite wiederkehrende Punkt betrifft den LEGUAN. Ein Brückenpanzer ist für einen Panzergrenadierzug ein artfremdes Mittel. Gerade deshalb muss der Zugführer dessen Einsatz aktiv in seinen Entschluss integrieren. Es genügt nicht, den LEGUAN zu erwähnen oder vorauszusetzen, dass er nachher irgendwie erscheint. Im Befehl muss klar werden, wer den Brückenpanzer aufnimmt, wer ihn einweist, wer ihn während des Einlegens schützt, wer als erstes übersetzt und welches Verhalten nach dem Erstellen der Brücke gilt. Mehrere Eingaben blieben genau an dieser Stelle zu allgemein.

Drittens fehlte bei vielen Lösungen die Phase nach dem Einlegen der Brücke. Der Auftrag endet nicht mit der Meldung «Brücke liegt». Danach muss der Brückenkopf gebildet und gesichert werden. Auf Stufe Zug heisst das beispielsweise: mit den PUMA in die Tiefe sichern, in die nächste Geländekammer wirken, Feuer und Beobachtung auf mögliche Gegenstösse ausrichten und das Nachziehen der Kompanie ermöglichen. Wer nur bis zum Einlegen denkt, denkt den Auftrag nicht fertig.

Viertens wurde der Gesamtrahmen der Kompanie zu wenig genutzt. Viele Zugführer kämpften in ihren Lösungen faktisch allein. Genau das war aber der Clou dieser Aufgabe. Der CHARLIE Zug ist Spitzenzug der Kompanie, nicht eine isolierte Kampfgruppe. Daraus ergeben sich Fragen: Wo gehen die Nachbarzüge hin? Wann kann ein Flankenschutz durch Folgezüge übernommen werden? Welche Aufklärungsleistung brauche ich weiterhin vom Aufklärungszug? Was muss ich beim Kompaniekommandanten beantragen? Auch ein Antrag – etwa auf Blenden, Feuerunterstützung oder eine präzisere Führung der Aufklärung – kann Teil eines guten Entschlusses sein, wenn er taktisch begründet wird.

Die Biogasanlage im Norden wurde in einzelnen Lösungen stark gewichtet. Sie ist zwar Infrastruktur und kann bei Zerstörung zu Feuer, Explosion oder Sichtbehinderung führen. Für den Auftrag des Zuges ist sie aber nicht automatisch das taktische Schlüsselgelände. Wer die Biogasanlage zum Zentrum des Entschlusses macht, läuft Gefahr, Kräfte an ein Objekt zu binden, das für das Offenhalten der Übergänge nur begrenzten Mehrwert hat.

Den ersten Rang belegt Hauptmann Pugin. Seine Eingabe war insgesamt die stärkste. Ausschlaggebend war vor allem die saubere Geländeanalyse. Er erkannte das Problem der gesprengten Brücken, beurteilte realistische Einlegemöglichkeiten und dachte den Schutz der Brückenpanzer mit. Seine Absicht war klar, taktisch machbar und in sich stringent. Auch die Befehlsgebung war präzise und auf Stufe Zug gut führbar. Verbesserungspotenzial bestand vor allem in der Phase nach dem Einlegen: Die Sicherung des Brückenkopfes in die Tiefe hätte noch klarer geregelt werden müssen. Zudem bleibt bei einem mechanisierten Zug immer kritisch zu prüfen, wie weit man die eigenen Kräfte auseinanderzieht und ab wann Folgekräfte der Kompanie bestimmte Sicherungsaufgaben übernehmen können. Insgesamt war dies jedoch die überzeugendste Gesamtlösung.

Auf dem zweiten Rang folgt Leutnant Rinderknecht. Positiv hervorzuheben ist, dass er AUGEZ angewandt und sich sichtbar bemüht hat, Gegner, Gelände und eigene Handlungsmöglichkeiten strukturiert zu erfassen. Seine Lösung enthält mehrere richtige Überlegungen und zeigt taktische Denkarbeit. Gleichzeitig bleibt der Entschluss in der Formulierung zu wenig zwingend. Einzelne Massnahmen, insbesondere der Beobachtungs- beziehungsweise Alarmposten im Norden, binden Kräfte, ohne den Auftrag wesentlich zu fördern. Auch die starke Fokussierung auf die Biogasanlage lenkt eher vom Kernproblem ab. Hier fehlte das Denken im Gesamtrahmen der Kompanie besonders deutlich: Wenn Folgezüge nachstossen, muss nicht der Spitzenzug dauerhaft einen grossräumigen Flankenschutz im Norden leisten. Trotz dieser Schwächen war die Eingabe insgesamt substanziell genug für den zweiten Rang.

Den dritten Rang erreicht Hauptmann Petkoski. Seine Lösung war kurz, einfach und verständlich. Die Skizze war brauchbar, die Befehlsgebung auf Stufe Zug zweckmässig, und die Verwendung von Patrouillen entsprach dem Rahmen eines Panzergrenadierzuges besser als eine zu starke Zerstückelung in einzelne abgesessene Gruppen. Positiv war zudem, dass der Angriff bei Nacht in die Begründung einfloss. Kritisch bleibt, ob zwei Gruppen an zwei verschiedenen Orten ausreichen, um zwei Übergänge zu nehmen, zu sichern und gleichzeitig die Brückenpanzer zweckmässig aufzunehmen. Auch bei ihm hätte klarer befohlen werden müssen, wer die LEGUAN einweist, schützt und nach dem Einlegen den Brückenkopf sichert. Gerade weil die Lösung knapp und präzise war, wäre hier mit wenigen zusätzlichen Sätzen viel gewonnen gewesen.

Die wichtigste Lehre aus diesem Decision Game ist damit weniger eine einzelne taktische Lösung als vielmehr ein Führungsgrundsatz: Der Zugführer darf seinen Auftrag nicht isoliert betrachten. Er muss Gelände, Gegner, eigene Mittel, Zeitdruck, Nachbarzüge, Unterstützungsleistungen und artfremde Mittel zu einem führbaren Entschluss verdichten. Das Nehmen von REHLINGEN war nur der erste Teil. Entscheidend war, unter den Bedingungen gesprengter Übergänge den Einsatz der LEGUAN zu ermöglichen, diese zu schützen und anschliessend einen tragfähigen Brückenkopf für die Kompanie zu schaffen.

Die ersten drei Plätze erhalten erneut Preise von tacsymbols.ch – vielen Dank dafür. Für den ersten Rang gibt es zusätzlich das Buch des Monats April, Leadership is Language: The Hidden Power of What You Say – and What You Don’t von L. David Marquet, mit Signatur des Autors.

Zum Schluss noch eine Korrektur in eigener Sache: Bei der Auswertung des letzten Monats ist uns ein Fehler unterlaufen. Hptm Bryan Morisod hatte gleich viele Punkte wie der Erstplatzierte erreicht. Er erhält deshalb nachträglich ebenfalls ein Exemplar des März-Buches.

Eine Ersatzbrücke kann nicht einfach so über eine zerstörte Brücke gelegt werden. Bild: 2022, Irpin, Ukraine.

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Leader's Digest Leader's Digest #26 Newsletter Update Führung

Update Führung: April 2026

Command – Leadership – Management: Ein integratives Führungsmodell für militärische und zivile Organisationen

[Gruppe. Interaktion. Organisation. Zeitschrift für Angewandte Organisationspsychologie (GIO), 12.03.2026, Patrick Hofstetter, Florian Demont und Sarah von Felten]

Das 2023 entwickelte und im Januar 2025 in der Strategie der Gruppe Verteidigung offizialisierte Führungsmodell Command – Leadership – Management ist nun erstmals in einem peer-reviewten Zeitschriftenartikel systematisch dargestellt und theoretisch eingeordnet. Der Beitrag beschränkt sich dabei nicht auf eine Modelldarstellung. Im Sinne einer induktiv-konzeptionellen Fallstudie argumentiert er explizit, weshalb und wie sich dieser Ansatz aus dem militärischen Kontext auch auf zivile Organisationen übertragen lässt. Was in der Schweiz aufgrund der engen gesellschaftlichen Einbettung der Armee vielfach selbstverständlich erscheint, muss im umliegenden Ausland erst plausibilisiert und begründet werden. Genau diesen Nachweis versucht der vorliegende Artikel zu leisten.

Link (open access): https://link.springer.com/article/10.1007/s11612-026-00870-3

Evolution of Russian Tactics

[YouTube: War Archive, 26.12.2025]

By breaking down the Russian invasion of Ukraine into five phases, War Archive shows how the Russian Armed Forces adapted over time. In the beginning they attempted a decapitation strike aimed mainly at the capital Kyiv in what War Archive calls a “Modernized Blitzkrieg”. As this failed due to unexpected Ukrainian resistance and a lack of air superiority, in May 2022 the Russian armed forces shifted their approach to rely less on manoeuvre and more on an artillery “Wall of Fire”. These artillery-enabled advances then ground to a halt as Ukrainian deep-strikes (such as with HIMARS) targeted the logistics needed for such high artillery firing rates. Having attempted to outmanoeuvre and outgun their opponent, in late 2022 the Russians then shifted their focus to relying on infantry assaults mostly constituted by Wagner troops. As Wagner was disbanded, the regular Russian Armed Forces incorporated Wagner’s infantry-heavy approach and added limited mechanised elements to it. Since mid-2024, they now rely on infiltrating Ukrainian-held positions in small teams. Whereas most teams are quickly eliminated, sheer numbers mean that some are inevitably successful in eroding Ukrainian defences over time, as seen in Russia’s capture of the centre of Pokrovsk in December 2025. Apart from this analysis, War Archive posts other videos where he analyses specific battles of the War in Ukraine in detail. Most notably, his video about the Battle for Hostomel Airport allows the viewers to study how Russian forces attacked and why their plan of enabling an air bridge to Hostomel ultimately failed.

Link Tactics: https://www.youtube.com/watch?v=A6MfjV2vsdg

Link: Hostomel: https://www.youtube.com/watch?v=r0Ji7KqqEqg

From Relic to Relevance: Why Obsolete Weapons Still Win Modern Wars

[Modern War Institute, 13.11.2025, Lukáš Dyčka]

The Bundeswehr retired its Gepard air defence systems in 2010. 12 years later Germany exported Gepard systems to Ukraine, where they proved very capable of defending against Russian Shahed/Geran drones. This article highlights how «obsolete» platforms «may be one adversary or one type of terrain away from renewed relevance.» With European armed forces facing the possibility of a long war and hence being in need of redundancies and deep stockpiles, the author wants armed forces to stop calling weapon systems obsolete and to «Start asking what problems they can still solve».

Link: https://mwi.westpoint.edu/from-relic-to-relevance-why-obsolete-weapons-still-win-modern-wars/

Le Polemarque

[La Chouette Librairie]

Une librairie en ligne française moins connue, la Chouette Librairie, propose une sélection ciblée d’ouvrages en études stratégiques, histoire militaire, éthique militaire et leadership. Son catalogue comprend des œuvres influentes de figures telles que Guisan, Rommel et Fuller, entièrement en français.

Link: https://www.lachouettelibrairie.com/editeur/le-polemarque/

Is Europe Too Soft to Fight?

[War on the Rocks, 28.10.2025, Florence Gaub, Roderick Parkes]

Gaub and Parkes warn that as governments see their population as unwilling and too soft to fight, they risk a self-fulfilling prophecy. They argue that instead of a fixed category, the «will to fight» should be treated as societal potential that can be both suppressed or cultivated.

Link: https://warontherocks.com/2025/10/is-europe-too-soft-to-fight/

The Case for Treating Drones as Ammunition

[War on the Rocks, 21.11.2025, Zachary Griffiths, Jeff Ivas]

Griffiths and Ivas argue that the US Army will not scale small drones successfully if it continues to manage them like durable equipment. Drawing on Ukraine’s high consumption rates and rapidly growing production, they frame small quadcopters and first-person view drones as inherently expendable, closer in cost and turnover to mortar rounds than to “aircraft”. The author’s proposal is straightforward: classify small aerial drones as conventional ammunition, switch from brand-based procurement to role-based “drone families” (recon, FPV, etc), standardise controllers, and use simulators in addition to live drones to lower drone attrition during training.

Link: https://warontherocks.com/2025/11/the-case-for-treating-drones-as-ammunition/


Über das «Update Führung»

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Buch des Monats Leader's Digest Leader's Digest #26 Newsletter

Buch des Monats: «Leadership is Language»

Was ist die Kernaussage des Buches?

Sprache ist das wichtigste Werkzeug einer Führungsperson, denn sie beeinflusst, wie Menschen denken, entscheiden und handeln. Gute Führung bedeutet nicht Befehle zu geben, sondern Fragen zu stellen und andere zum Mitdenken anzuregen. Entscheidungen sollten dort getroffen werden, wo das Wissen vorhanden ist, anstatt nur von oben vorgegeben zu werden. Wer mit Sprache gezielt führt, der fördert Verantwortung, Vertrauen und eine starke Zusammenarbeit.

Was gefällt Ihnen an diesem Buch am besten?

Wie schon bei seinem ersten Buch «Turn the Ship Around» beschreibt Marquet die neue Führungsrichtung des Leader-Leader-Systems. Es ist die Vertiefung des Buches auf die Sprache und somit die Kultur von Führungspersonen. Ich habe meinen praktischen Dienst als Kompaniekommandant nach den Vorschlägen von Marquet geführt und war erstaunt, welche Fortschritte und Leistungen meine Kompanie erbracht hat. Besonders stolz bin ich auf die Eigenständigkeit und Initiative meiner Unterstellten, die dadurch entstanden ist.

Gibt es Punkte, in welchen Sie die Argumentation des Buches nicht unterstützen, oder Bereiche, die Ihrer Meinung nach zu kurz kommen?

Das Buch und das Leader-Leader Prinzip setzt Kompetenz und Vertrauen voraus. Beides ist in einer Rekrutenschule nicht von Beginn an gegeben und die 18 Wochen reichen nicht ganz, um alles zu implementieren. Es kann aber als richtungsweisende Empfehlung genutzt werden und regt die Führungspersonen zum Nach- und Umdenken an.

An wen richtet sich Ihre Empfehlung?

Vor allem an Führungspersonen, die andere Führungspersonen führen, da die Grundvoraussetzungen Kompetenz und Vertrauen gegeben sein müssen, damit der Effekt vollends ausgeschöpft wird.

Wie hat Ihnen dieses Buch im militärischen Führungsalltag geholfen?

Als Kompaniekommandant einer Panzerkompanie hatte ich als Führungsstaffeloffizier nicht wirklich das gleiche Verständnis vom Kampfpanzer wie meine Zugführer. Durch die bewusste Weitergabe der Entscheidungskompetenz an die Wissensträger konnten Entscheide durch diese gefällt werden. Die Zugführer haben dadurch mehr Verantwortung übernommen und waren sehr begeistert mir die technischen Besonderheiten zu erklären und darzulegen. Ich konnte dadurch in kurzer Zeit den Kampfpanzer Leopard sehr gründlich kennenlernen.

Welchem Teilaspekt des Command-Leadership-Management-Modells ordnen Sie dieses Buch zu?

Es verbindet Command und Leadership. Durch den gezielten Einsatz der Sprache und der Übertragung der Entscheidungskompetenz wird der Unterstellte in die Verantwortung gezogen und ist intrinsisch motiviert diese zu übernehmen. Dies schafft Freiraum und freie Denkkapazitäten für den Kommandanten.

Wo sehen Sie zukünftig die grössten Herausforderungen für die Führung in der Schweizer Armee?

Dass wir Menschen mit zu kurzer Ausbildungszeit mit sehr viel Verantwortung überfordern und diese dadurch nicht wirklich als Leader, sondern eher als Manager fungieren.

Und wo sehen Sie diesbezüglich die grössten Chancen?

Dass wir der Gesellschaft ein Gefäss bieten, in welchem Führungspersonen die ersten Schritte und Erfahrungen machen können. Diese verfeinern dann ihre Fähigkeiten im Berufsleben und bringen im Wiederholungskurs einen Mehrwert zurück in die Milizverbände.


Über den Rezensenten

Hauptmann Timothy Rizza hat eine Lehre als Bäcker/Konditor absolviert und wurde als Truppenkoch ausgehoben. In der 4. Woche der Rekrutenschule wechselte er zur Panzerstabskompanie und war anschliessend 3 Jahre Führungsstaffelzugführer. Nach der Militärakademie wurde er Berufsoffizier im Lehrverband Panzer/Artillerie und ist zurzeit abkommandiert ans Ausbildungszentrum Spezialkräfte für den Kompetenzaufbau Führungsstaffel und Übermittlung, sowie für den Teamaufbau der Combat Service Support-Kompanie.

Über das «Buch des Monats»

Das «Buch des Monats» ist eine wiederkehrende Rubrik des Newsletters Leader’s Digest. Dieser Newsletter entsteht in Kooperation des Leadership Campus der Schweizer Armee und der Dozentur Führung und Kommunikation der Militärakademie an der ETH Zürich. Wenn Sie Leader’s Digest noch nicht abonniert haben, finden Sie unter folgendem Link weitere Informationen sowie das Formular zur Anmeldung.

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EDG Leader's Digest Leader's Digest #26 Newsletter

Decision Game und Handlungsempfehlungen aus Leader’s Digest #25

Die Decision Games des Leader’s Digest sollen die Abonnentinnen und Abonnenten dieses Newsletters anregen, sich im Rahmen von Szenarien in die Rolle von Personen zu versetzen, die sich mit ethischen bzw. taktischen Herausforderungen konfrontiert sehen.

Zunächst wiederholen wir das letztmalig vorgestellte Szenario; im Anschluss würdigt Dr. Florian Demont, Militärethiker an der Dozentur für Führung und Kommunikation an der ETH Zürich, die diskussionswürdigste Handlungsempfehlung.

Decision Game aus Leader’s Digest #25

Inspiriert von eigenen Erlebnissen

Sie sind Offizier der Schweizer Armee mit Einsatzerfahrung im Ausland und wurden für ein Jahr nach Côte d’Ivoire entsandt. Sie sind gut bereist und können von sich behaupten, dass Sie sich in fremden Kulturkreisen sicher, freundlich und unaufgeregt bewegen können. Ihre berufliche Tätigkeit vor Ort findet an einem westafrikanischen Center für Frieden und Sicherheit statt. Sie dürfen sich im Land frei bewegen und geniessen zudem, durch Ihren Diplomatenstatus, einen gewissen Schutz. Nach ein paar Wochen im Land befinden Sie sich noch in der Angewöhnungsphase, aber Sie fühlen sich aufgrund der sehr freundlichen Menschen im Land sicher. Trotz allem helfen die diplomatischen Nummernschilder bei den täglich zu passierenden Checkpoints (ansonsten wird für eine Weiterfahrt oftmals illegal Geld verlangt). Korruption ist weitverbreitet und vonseiten der Botschaft gibt es bezüglich Rules of Behaviour (RoB; Verhaltensregeln) keine Vorgaben.

Sie entscheiden sich für eine Erkundungsreise im Gastland, um die Kultur und die lokalen Unterschiede im Land besser kennenzulernen. Sie bevorzugen, aufgrund der Einfachheit, der verkehrstechnischen Erreichbarkeit und der Flexibilität, mit dem persönlichen Fahrzeug zu reisen. Die vom EDA publizierten Reisebeschränkungen für kleine Teile des Landes haben Sie in Ihrer Reiseroute grosszügig berücksichtigt, sodass auch der Risikobeurteilung Rechnung getragen wird. Da Sie eng mit der Botschaft zusammenarbeiten, haben Sie diese im Sinne des «Blue Force Tracking» über die Reiseroute orientiert. Man war über die Reiseroute überrascht und etwas skeptisch. Ihre ivorianischen Arbeitskollegen am Center konnten Sie gut bezüglich Etappenzielen beraten, und einer von ihnen wird Sie auf der Erkundung sogar begleiten.

Aufgrund der wiederkehrenden Polizeikontrollen haben Sie sich mit Ihrem Kollegen (ziviler Mitarbeiter der ivorianischen Streitkräfte) öfter über das Verhalten von korrupten Beamten, Wertehaltung, Unbestechlichkeit und Vorbildwirkung unterhalten und dabei klar zum Ausdruck gebracht, dass Sie aufgrund Ihrer Werte keine Bestechung oder Ähnliches tolerieren.

Als Sie nach einigen Reisetagen in eine im Norden gelegene, grössere Stadt einfahren, stellen sich Verkehrsführung und Navigation als Herausforderung dar. Das GPS funktioniert nicht zuverlässig und das Reiseziel kann nicht auf Anhieb angesteuert werden. Sie entscheiden sich Ihr Fahrzeug zu wenden um ins Zentrum der Stadt zu verschieben. Kurz nach Ihrem Wendemanöver stellen sich zwei vermutlich unbewaffnete, uniformierte Beamte vor Ihr Fahrzeug, und Sie werden an der Weiterfahrt gehindert. Die verbale Kommunikation ist streng, fordernd, laut und nervös. Sie haben noch Mühe, das nonverbale Verhalten der Lokalen korrekt einzuordnen. Sie überlegen sich, wie Sie vorgehen wollen, während sich die Ungeduld der Beamten sichtbar macht.

Besondere Anmerkungen:

  • Sie sind beide nicht in Uniform. Der Kollege im Fahrzeug bleibt ruhig und äussert sich nur dahingehend, dass mit etwas Bargeld die Situation rasch behoben sei.
  • Ihr Auto ist weiterhin blockiert, und es sind einige Männer in der Umgebung, die das Geschehen mitverfolgen.
  • Sie haben das Fenster leicht geöffnet und versuchen zu erklären, dass Sie für die Schweizer Botschaft arbeiten und einen Diplomatenpass besitzen. Sie weisen auf das diplomatische Fahrzeugkennzeichen hin. Die Sicherheitsleute verstehen nicht, was Sie damit sagen wollen.
  • Der Beamte will 300 USD als Bussgeld, oder der Vorgesetzte und weitere Beamte würden beigezogen. Die Gemüter scheinen sehr erhitzt.

Fragestellung

  • Wie gehen Sie vor?
  • Was sind Ihre Überlegungen bezüglich einer möglichen Eskalation?
  • Wie stehen Sie zur illegalen Bestechung als weitverbreitetem, lokalem Verhalten?

Handlungsempfehlungen zum Decision Game aus Leader’s Digest #25

Das vorliegende Szenario an einer ivorianischen Strassensperre stellt eine Aufgabe dar, die einen anspruchsvollen Spagat erfordert: Die Wahrung der eigenen moralischen Integrität (Prinzipientreue/Anti-Korruption) bei gleichzeitiger Gewährleistung der physischen Sicherheit in einem volatilen, interkulturellen Umfeld.

Die Auswertung der Rekordzahl von 12 Einsendungen zeigt, dass weder ein blinder moralischer Relativismus noch ein starrer ethischer Rigorismus zielführend sind. Gefragt sind situative Sensibilität, deeskalierendes Handeln und eine präzise moralphilosophische Reflexion.

Platz 1: Hauptmann Steven Senn

Herausragende ethische und taktische Synthese

Die Einsendung von Hptm Senn wird als die beste Lösung bewertet (18/20 Punkte). Er meistert das moralische Dilemma durch eine brillante konzeptionelle Differenzierung und verbindet dies mit klugem taktischem Verhalten.

Begründung und Stärken:

  • Exzellente moralphilosophische Präzision (Doppeleffekt): Hptm Senn löst das Dilemma um die «illegale Bestechung», indem er implizit die Lehre von der Doppelwirkung anwendet. Er trennt sprachlich und konzeptionell zwischen aktiver Bestechung (Geld zahlen, um sich proaktiv einen unrechtmässigen Vorteil zu erkaufen) und dem Zahlen eines Lösegelds (Zahlung unter Nötigung/Notstand, um einen unverhältnismässigen physischen Schaden abzuwenden). Durch diese Unterscheidung verrät er seine Prinzipien nicht, sondern passt sie der Realität einer Notwehrsituation an.
  • Taktische Deeskalation («Bürokratie als Schutzschild»): Anstatt einfach zu verweigern, verlangt er über seinen Kollegen eine offizielle Quittung. Dies ist ein bewährtes, gewaltfreies Mittel, um illegale Forderungen abzuwehren, ohne die Beamten direkt der Korruption zu bezichtigen.
  • Vorbildliche Führung und Delegation: Er nutzt seinen ivorianischen Kollegen aktiv als kulturellen Brückenbauer und Berater («Reality Check»), behält aber die klare Letztverantwortung für den moralischen Entscheid.
  • Transparenz: Die Einordnung des Vorfalls als meldepflichtiges «Blue Force Tracking»-Ereignis stellt die institutionelle Integrität im Nachgang sicher.

Besondere Erwähnung: Hauptmann Raphael Iselin

Sehr gute Leistung durch laterales Denken

Hptm Iselin liefert den kreativsten und intellektuell fesselndsten Lösungsansatz des Teilnehmerfeldes (16/20 Punkte). Seine Einsendung besticht durch eine tiefe Selbstreflexion über die Rolle des Schweizer Offiziers.

Stärken des Ansatzes:

  • Kreative Konflikttransformation: Hptm Iselin löst das Problem der Bestechung durch einen klugen interkulturellen Schachzug: Er schlägt vor, die korrupten Beamten spontan über den ivorianischen Kollegen als «Guides» anzuheuern, um den Weg ins Zentrum zu finden. Dadurch verwandelt er eine illegale Erpressung in ein legitimes Dienstleistungsgeschäft. Die Beamten erhalten ihr Geld und wahren ihr Gesicht vor den Zuschauern, während Iselin für eine tatsächliche Gegenleistung zahlt und seine Integrität wahrt.
  • Tiefgehende Eskalationsanalyse: Er beweist ein hervorragendes Gespür für die Dynamik der Strasse und erkennt präzise, dass das primäre Ziel der Beamten nicht Gewalt, sondern Einschüchterung als «Geschäftsmodell» ist.

(Anmerkung: Einziger Wermutstropfen ist seine hohe persönliche Risikobereitschaft, bei der er physische Gewalt bis zur Schwelle von lebensbedrohlichen Verletzungen in Kauf nehmen würde, um seine Prinzipien zu wahren).

Problematische Lösungsansätze

Bei den übrigen Einsendungen offenbarten sich verschiedene ethische, taktische und interkulturelle Defizite, die in einer realen Einsatzumgebung zu kritischen Eskalationen oder zum Verlust der Führungsglaubwürdigkeit führen würden.

Die schwächeren Lösungsansätze lassen sich in folgende problematische Muster kategorisieren:

1. Moralisches Outsourcing & Führungsschwäche

Einige Lösungsansätze übergeben die Verhandlungsführung völlig unstrukturiert an den ivorianischen Kollegen, mit der impliziten Akzeptanz, dass dieser vermutlich Schmiergeld zahlen wird. Der Offizier wäscht seine Hände in Unschuld («Ich habe ja nicht bestochen»). Dies ist keine kulturelle Arbeitsteilung, sondern das Abschieben der moralischen Verantwortung an einen Untergebenen.

2. Dogmatische Paragraphenreiterei & Arroganz

Auffällig war die Tendenz, sich in einer ausländischen Strassensperre hinter dem Schweizerischen Strafgesetzbuch zu verstecken oder aggressiv die Namen der Beamten zu fordern, um sie «aus der Anonymität zu zwingen». Dies verkennt die realen Machtverhältnisse, treibt die Beamten vor Publikum in die Enge und erzwingt einen Gesichtsverlust, der fast zwangsläufig in Gewalt umschlagen muss.

3. Arrogante Konfrontation («Wartespiel»)

Ein anderes konfrontatives Vorgehen bestand darin, den Beamten zu drohen, sofort den Botschafter anzurufen, und ihnen vorzuwerfen, sie würden die «Gastfreundschaft ihres Landes beschmutzen». Gepaart mit der Ankündigung, man habe Zeit und könne das Ganze vor der zuschauenden Menge aussitzen, ist dies ein gefährliches Machtspiel ohne interkulturelle Sensibilität.

4. Schönwetter-Ethik & Riskante Kurzschlusshandlungen

Einige Lösungswege offenbarten einen ethischen Opportunismus: Solange keine Gefahr droht, pocht man auf Prinzipien; sobald Druck aufkommt, wirft man diese kurzerhand über Bord. Besonders kritisch war in diesem Zusammenhang der Plan B, bei einer drohenden Eskalation in einem blockierten Fahrzeug mit Umstehenden «einfach aufs Gas zu drücken» und zu fliehen. Dies erfüllt den Tatbestand der leichtfertigen Sicherheitsgefährdung.

5. Intellektuelle Inkonsistenz

Es wurde der Versuch unternommen, das Szenario mit Vokabeln der Spieltheorie (Koordinationsspiel, Nutzenmaximierung) analytisch zu fassen und Eigenschutz zu priorisieren, nur um im Fazit in einen starren moralischen Absolutismus zu verfallen («ich könnte mit dem Zahlen persönlich nicht leben»). Wenn das theoretische Fundament das praktische Handeln nicht stützt, kollabiert die Handlungsfähigkeit unter Stress.

6. Naivität & Bunker-Mentalität

Zu den taktisch schwächeren Ansätzen zählten das Verriegeln der Fahrzeugtüren bei gleichzeitigem Drücken des Diplomatenpasses von innen an die Fensterscheibe. Dies signalisiert Angst und Überheblichkeit. Ebenso naiv war der (fehlende) Plan B bei der unrealistischen Annahme, korrupte Strassenbeamte würden sich freiwillig darauf einlassen, dem ausländischen Fahrzeug auf einen offiziellen Polizeiposten zu folgen, um dort die Busse abzuwickeln.

Wir danken allen für ihre Einsendungen und gratulieren Hptm Steven Senn zum Gewinn des Buch des Monats vom März, «Pearl Harbor: Japans Angriff und der Kriegseintritt der USA» von Takuma Melber.

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Leader's Digest Leader's Digest #25 Newsletter Update Führung

Update Führung: März 2026

Bulletin 2025 zur Schweizerischen Sicherheitspolitik

[CSS ETH, 2025, Lucas Renaud, Daniel Möckli et al.]

Das Bulletin 2025 zur Schweizerischen Sicherheitspolitik liefert eine Bestandesaufnahme angesichts der aktuellen globalen sicherheitspolitischen Entwicklungen. Es beleuchtet unter anderem die Bedeutung eines «Drohnen-Ökosystems» für die Schweiz, die Notwendigkeit der Weiterentwicklung des Bevölkerungsschutzsystems sowie die Rolle der Schweiz als Vorsitz in der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE). Zudem analysiert es die Herausforderungen und Chancen, die sich für das Labor Spiez aus dem Wandel des Umfelds und dem technologischen Fortschritt ergeben. Eröffnet wird das Bulletin mit einem Interview mit Bundesrat und VBS-Vorsteher Martin Pfister.

Link: https://css.ethz.ch/publikationen/bulletin-zur-schweizerischen-sicherheitspolitik/details.html?id=/b/u/l/l/bulletin_2025_on_swiss_security_policybu

Realising Societal Resilience for a Whole of Society Approach to Defence

[RUSI, 14.10.2025, Katharine A.M. Wright]

Open and democratic societies are inherently vulnerable to information warfare: influencing citizens’ votes can give foreign actors leverage over what should be domestic decisions. But resilience against disinformation is only one dimension of societal resilience—a broad concept spanning everything from citizens’ critical thinking to universities training enough doctors for potential mass-casualty events, to education that gives young adults a basic grasp of security policy and resilience. Wright argues that effective societal resilience depends on strong trust in government and on people feeling safe rather than preoccupied with other pressures. From this perspective, she highlights the UK’s housing and health crises as key factors undermining societal resilience.

Link: https://www.rusi.org/explore-our-research/publications/commentary/realising-societal-resilience-whole-society-approach-defence

Why Mechanized Warfare Will Still Be Decisive in the Next Land War

[War on the Rocks, 02.01.2026, Scott Rutter, Matthew C. Paul]

Rutter and Paul argue that the war in Ukraine shows mechanised forces are not obsolete: they remain essential for seizing and holding ground. Their effectiveness, however, depends on operating within a “window of advantage”. On a sensor-saturated, drone-rich battlefield, tanks work only when commanders create brief windows through deception, ISR, electronic warfare, rapid breaching, and tightly synchronised fires. Platform upgrades alone are therefore insufficient. The authors call for shifting emphasis toward unmanned systems, EW, ISR, AI-enabled command and control, and logistics that can sustain short, violent mechanised thrusts.

Link: https://warontherocks.com/2026/01/why-mechanized-warfare-will-still-be-decisive-in-the-next-land-war/

Ten Jolting Takeaways from Trump’s New National Security Strategy

[War on the Rocks, 05.12.2025, Rick Landgraf]

This article gives a quick summary of the new National Security Strategy of the US, released in November 2025. Apart from being influenced by US domestic politics, it highlights how the strategy seeks to prioritise US influence in the Western hemisphere over influence in other regions, in what has been called the Trump Corollary to the Monroe Doctrine, or the “Donroe Doctrine”. In regards to Europe, the prioritisation of the Western hemisphere goes hand-in-hand with the US attitude towards European defence changing from an attempt at burden-sharing to burden-shifting.

Link: https://warontherocks.com/2025/12/ten-jolting-takeaways-from-trumps-new-national-security-strategy/

Faster Wars, Smarter Minds: Driving the Army’s Quiet Cognitive Revolution

[War on the Rocks, 02.09.2025, Milford Beagle Jr.]

Beagle’s core claim is that battlefield technology is advancing faster than human cognition can keep up—so building cognitive capacity is as important as investing in new systems. He frames AI as “additional intelligence”: a tool for synthesis and pattern-finding that expands what staffs can see and process, not an automatic decision-maker or a substitute for responsibility. The article argues that US professional military education is being redesigned to build that cognitive edge—by strengthening adaptive and creative thinking, using AI-enabled tools to personalise learning, and accelerating doctrinal updates. The aim is leaders who ask better questions, critically test machine outputs, and integrate new capabilities ethically and effectively.

Link: https://warontherocks.com/2025/09/faster-wars-smarter-minds-driving-the-armys-quiet-cognitive-revolution/

A Secure Europe Between Gaullism and ‘Daddy’

[CEPA, 08.07.2025, Roland Freudenstein]

Europe faces an aggressive neighbour in the East and a transatlantic partner that is unpredictable at best—and hostile at worst. Against this backdrop, Freudenstein argues that Europe should choose neither an anti-American, Gaullist path nor subservience to the US. Instead, he claims the most responsible course lies between these two extremes.

Link: https://cepa.org/article/a-europe-secure-between-gaullism-and-washington/


Über das «Update Führung»

Das Update Führung ist eine wiederkehrende Rubrik des Newsletters Leader’s Digest. Dieser Newsletter entsteht in Kooperation des Leadership Campus der Schweizer Armee und der Dozentur Führung und Kommunikation der Militärakademie an der ETH Zürich. Wenn Sie Leader’s Digest noch nicht abonniert haben, finden Sie unter folgendem Link weitere Informationen sowie das Formular zur Anmeldung.

Falls Sie Lesenswertes zu Command, Leadership oder Management entdecken, würden wir uns freuen, wenn Sie dies mit uns teilen. Gerne nehmen wir Tipps für die kommende Ausgabe von Leader’s Digest via document.getElementById(«email-obfuscator-leadersdigest»).innerHTML=»R-Znvy».replace(/[a-zA-Z]/g,function(c){return String.fromCharCode((c=(c=c.charCodeAt(0)+13)?c:c-26);});[Aktivieren Sie JavaScript, um die E-Mail-Adresse anzuzeigen] entgegen.

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Buch des Monats Leader's Digest Leader's Digest #25 Newsletter

Buch des Monats: «Pearl Harbor: Japans Angriff und der Kriegseintritt der USA»

Was ist die Kernaussage des Buches?

Melber rekonstruiert einerseits die Vorgeschichte mit den langwierigen amerikanisch-japanischen Verhandlungen und diplomatischen Manövern 1941 und andererseits die innenpolitischen Konflikte in Tokio zwischen Militär, Marine, Aussenministerium und ziviler Führung, die zu einer Eskalationslogik führten.​ Damit rückt er die Rolle der Diplomatie und ihrer Grenzen stark in den Vordergrund, allerdings eher analytisch als programmatisch im Sinne einer «Friedensappell»-Literatur.

Was gefällt Ihnen an diesem Buch am besten?

Es zeigt unter anderem auf, dass das, was wir aktuell in der internationalen Geo- und Sicherheitspolitik erleben, sehr viel Ähnlichkeit hat mit den Ereignissen von damals.

Gibt es Punkte, in welchen Sie die Argumentation des Buches nicht unterstützen, oder Bereiche, die Ihrer Meinung nach zu kurz kommen?

Überhaupt nicht. Es ist dem Leser überlassen, den intellektuellen Transfer in die heutige Realität vorzunehmen. Beispielsweise das Thema der Nutzung und Verfügbarkeit von Kommunikationsmitteln und die damit verbundenen Möglichkeiten, sich auf allen Ebenen auszutauschen, ist heute eine ganz andere Herausforderung.

An wen richtet sich Ihre Empfehlung?

An diejenigen, die Geopolitik gesamtheitlich verstehen und in einem historischen Kontext sehen wollen.

Wie hat Ihnen dieses Buch im militärischen Führungsalltag geholfen?

Es zeigt die Bedeutung der interdepartementalen Kommunikation auf und hat mir aufgezeigt, wie wichtig auch mein Verständnis gegenüber den anderen Departementen ist.

Welchem Teilaspekt des Command-Leadership-Management-Modells ordnen Sie dieses Buch zu?

Auch wenn ein nicht unwesentlicher Teil des Buches dem Command-Aspekt zugeordnet werden kann, sehe ich gerade den Aspekt des Leaderships als zentral an, denn das Verständnis über was Leadership ist und wie es gelebt wird, unterscheidet sich zwischen Regierung, Politik, Diplomatie und Militär wesentlich.

Wo sehen Sie zukünftig die grössten Herausforderungen für die Führung in der Schweizer Armee?

Die sicherheitspolitische Forderung nach mehr Kooperation und Interoperabilität wird zwangsläufig zu mehr internationaler Zusammenarbeit und somit Verflechtungen führen. Dies wird die Führung beispielsweise in der Priorisierung von Mitteln oder Personal fordern.

Und wo sehen Sie diesbezüglich die grössten Chancen?

Jede Zusammenarbeit besteht aus einem Geben und Nehmen. Als grösste Chance sehe ich Letzteres, das Potenzial (Fähigkeiten und Wissen) unserer Verbündeten, welches unsere Verteidigungsfähigkeit steigern kann.


Über den Rezensenten

Die berufliche Laufbahn von Oberstleutnant im Generalstab André Stirnimann begann mit einer Lehre als Hochbauzeichner, doch seit der Rekrutenschule in Isone wollte er den Tarnanzug nicht mehr abgeben. Seither hat er als Berufsoffizier mehrere Kurse, Einsätze und Abkommandierungen im Ausland wahrgenommen. Er trägt aktuell die Funktion des Verbindungsoffiziers der Armee zur NATO am Allied Command Transformation (Norfolk VA, USA). André Stirnimann ist verheiratet und Vater von zwei Mädchen. Nebst Motorradfahren und Sport entwirft er Möbel und hat sich neuerdings dem Lederhandwerk verschrieben.

Über das «Buch des Monats»

Das «Buch des Monats» ist eine wiederkehrende Rubrik des Newsletters Leader’s Digest. Dieser Newsletter entsteht in Kooperation des Leadership Campus der Schweizer Armee und der Dozentur Führung und Kommunikation der Militärakademie an der ETH Zürich. Wenn Sie Leader’s Digest noch nicht abonniert haben, finden Sie unter folgendem Link weitere Informationen sowie das Formular zur Anmeldung.

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Leader's Digest Leader's Digest #25 Newsletter TDG

Decision Game und Handlungsempfehlungen aus Leader’s Digest #24

Die Decision Games des Leader’s Digest sollen die Abonnentinnen und Abonnenten dieses Newsletters anregen, sich im Rahmen von Szenarien in die Rolle von Personen zu versetzen, die sich mit ethischen bzw. taktischen Herausforderungen konfrontiert sehen.

Zunächst wiederholen wir das letztmalig vorgestellte Szenario; im Anschluss würdigen Oberstlt i Gst Patrick Hofstetter und Maj i Gst Florian Schweizer gemeinsam die herausragenden Handlungsempfehlungen.

Decision Game aus Leader’s Digest #24

Gegner im Interessenbereich

Vermutete Absicht Mechanisiertes Regiment 43 (ROT):

  • Verteidigt, unter Gefechtssicherung mit Feldposten in Zugstärke auf der Linie WROGE (ND 61 61) – HÄTELER BERG (ND 67 62) – MÜDEN (ND 75 59 ausserhalb der Karte im OSTEN),
  • mit zwei Mechanisierten Bataillonen nebeneinander, Mechanisiertes Bataillon 431 rechts (unser Angriffsstreifen) und Mechanisiertes Bataillon 432 links, hier Schwerpunkt, in Stellung 1, nördlich der Linie WIETZENDORF-FASSBERG, und zwei Bataillonen in der Tiefe, Mechanisiertes Bataillon 433 rechts in Stellung 2 und Panzer Bataillon 434 links, nördlich der Linie WILDE BERGE (ND 62 69) – SUROIDE (ND 65 68) – OERREL (ausserhalb der Karte im Osten),
  • ab 020600Z nov xx für mindestens 84h
  • um so Angriff Panzergrenadier-Brigade 13 (BLAU) zum Stehen zu bringen – als Voraussetzung für das Offenhalten der Übergänge ELBESEITENKANAL (weit im Nordosten).

Gegner im Verantwortungsbereich

Vermutete Absicht Mechanisiertes Bataillon 431 (Kampfkraft noch 35% mit insgesamt 8 Spz BMP-2):

  • verteidigt mit zwei verminderten Mechanisierten Kompanien, Schwerpunkt rechts, Stellung 1 Mechanisiertes Regiment 43 im Raum beiderseits WIETZENDORF, unter Gefechtssicherung durch Feldposten bei WROGE und HÄTELER BERG, um so den Angriff Panzergrenadier Brigade 13 zum Stehen zu bringen.

Eigene Mittel

Panzergrenadier-Kompanie 132

  • 3 x Panzergrenadier-Zug mit Schützenpanzer PUMA und MELLS (MELLS = Panzerabwehrlenkwaffe mit bis zu 5km Reichweite)
  • 24 Angehörige Absitzstärke pro Panzergrenadier-Zug (der absitzende Zugführer führt den gesamten Zug)

Die Kompanie ist vollständig einsatzbereit, aufmunitioniert und hat gerade erst vor kurzem die Ablauflinie überschritten.

Auftrag

Kompanie des Panzergrenadier Bataillon 132 (im Osten)

  • Anmarsch unter Nutzung Anmarschweg B,
  • greift vorn rechts im Schwerpunkt an,
  • durchstößt Sicherungskräfte im Raum HÄTELER BERG,
  • nimmt Übergänge WIETZE,
  • nimmt Zwischenziel 1 Bataillon ostwärts WIETZENDORF,
  • folgt danach 2. Panzer-Bataillon 133 rechts im Schwerpunkt auf der Linie HAUSMANNSHÖHE (69/69) – ILSTER (Nördlich ausserhalb Karte) – EHLBEK (Nördlich ausserhalb Karte) – REHLINGEN (Nördlich ausserhalb Karte),
  • stellt sich darauf ein, im Raum HAUSMANNS HÖHE Gegenangriff Mechanisiertes Regiment 43 im Zusammenwirken Steilfeuer und Wurfminensperre aufzufangen,
  • nimmt Angriffsziel Bataillon,
  • stellt sich darauf ein, im Angriffsziel Bataillon (AMELINGHAUSEN weit im Norden) Stellung 3.1 – 3.4 zu beziehen.

Umwelt

Der Raum südlich Wietzendorf ist durch das WIETZENDORFER MOOR und GROSSES MOOR zweigeteilt. Ein Angriff über befestigte Strassen ist im Westen nur über die B3 (Bundesstrasse 3) und im Osten nur über die K12 (Kreisstrasse 12) oder K43 (Kreisstrasse 43) möglich. Die leistungsfähigen Brücken existieren deren zwei Ostwärts WIETZENDORF (einmal über die Brücke der K12 und über die Brücke der K43, beide MLC 100 (militärische Lastenklasse 100 Tonnen). Der November in NIEDERSACHSEN bringt viel Regen und Nebel mit sich, der Boden ist aufgeweicht und die Wälder rund um den HÄRTELER BERG sind schlecht mit schwerem Gerät befahrbar.

Zeitverhältnisse

Der Bataillonskommandeur erwartet von Ihnen, dass Sie in den nächsten 90min die Übergänge über die WIETZE geschlagen haben und der Angriff ins Bataillonszwischenziel erfolgt.

Fragestellung

Wie lautet Ihr Entschluss als Kompaniekommandant?

Handlungsempfehlungen zum Decision Game aus Leader’s Digest #24

Das Decision Game #24 hat die Rekordzahl von acht Einsendungen ausgelöst – und das, obwohl die Aufgabe aufgrund der Terminologie und des Kartenmaterials der Bundeswehr vielen Leserinnen und Lesern etwas fremder war als sonst. Die Beurteilung der Einsendungen in der gegebenen Zeit wäre nicht möglich gewesen ohne Unterstützung des Autors, Maj i Gst Florian Schweizer – ihm gilt hier ein zusätzlicher Dank.

Wir liefern hier wie gewohnt keine Musterlösung, sondern eine Besprechung anhand der drei besten Einsendungen. Die Frage «Wie lautet Ihr Entschluss» haben wir dazu in drei Bereiche heruntergebrochen: Wurde die Lage richtig erfasst? Ist der Entschluss taktisch machbar? Lässt sich die formulierte Absicht in einen stimmigen Befehl überführen?

Den ersten Rang belegt Cap Damien Bordier. Seine Eingabe war insgesamt klar die stärkste. Ausschlaggebend waren nicht bloss Kürze und Präzision, sondern vor allem die taktische Beurteilung. Er erfasst das Kräfteverhältnis korrekt, berücksichtigt die Minenverlegefähigkeit des Gegners und denkt den dynamischen Kampf des Vorpostens konsequent mit. Seine Absicht ist machbar, nachvollziehbar und in sich stringent:
Ich will:

  • In einer ersten Phase mit einem Zug die Höhen von HÄTELER BERG einnehmen und Feuerunterstützung auf die Brücken 01 und 02 vorbereiten;
  • In einer zweiten Phase mit zwei Zügen gleichzeitig die Brücken 01 und 02 einnehmen;
  • In einer dritten Phase mit zwei Zügen das Zwischenziel WIETZENDORF von OSTEN her über die Brücke 02 angreifen;
  • In einer letzten Phase BRAVO passieren lassen, reorganisieren und mich darauf vorbereiten auf Höhe HAUSMANNSHÖHE zu sperren (neue Befehlsausgabe).

Besonders überzeugend ist, dass er nicht nur auf das Nehmen der Brücken fokussiert, sondern auch die Fortführung des Kampfes im Auge behält.

Auch sein Kompaniebefehl ist knapp und klar. Die Phasengliederung ist nachvollziehbar, Aufträge und Absicht sind stimmig, die taktische Sprache ist präzise. Verbesserungspotenzial sehen wir primär in zwei Punkten: Erstens hätte die Artillerie stärker in das eigene Denken integriert werden können. Zweitens gilt es zu beachten, dass mit zwei Zügen gleichzeitig zwei Brücken zu nehmen eine Herausforderung wird. Das ändert aber nichts daran, dass dies die überzeugendste Gesamtlösung war.

Auf dem zweiten Rang folgt Lt Maxime Rinderknecht. Seine Eingabe war sehr kurz, teilweise fast schon knapp, hat aber in mehreren Punkten überzeugt. Die Kernaussagen in der Beurteilung sind weitgehend richtig erkannt, und auch die Bereitschaft, verschiedene Varianten zu entwickeln, verdient Anerkennung. Positiv hervorzuheben sind zudem die Kreativität des Ansatzes, die Geländetaufe mit erkennbarem Mehrwert für Unterstellte, sowie der eingebaute taktische Dialog am Schluss.

Gleichzeitig zeigen sich hier auch deutliche Grenzen. Der gewählte Infiltrationsansatz mag auf den ersten Blick attraktiv erscheinen, trägt jedoch dem Zeitdruck des Bataillonskommandanten zu wenig Rechnung. Wer für das Nehmen der Übergänge maximal rund 90 Minuten hat, kann sich keine langwierige abgesessene Infiltration leisten. Hinzu kommt eine ungenügende Geländeanalyse. Der vorgeschlagene abgesessene Kampf über offene Freiflächen ist in diesem Raum wenig zweckmässig, weshalb auch die Aufteilung der Kompanie in auf- und abgesessene Elemente kaum zielführend ist. Insgesamt ist dies ein interessanter, umfassender Beitrag mit guten Ansätzen, aber ohne die taktische Stringenz des Erstplatzierten.

Den dritten Rang erreicht Hptm Raphael Iselin. Seine Arbeit war sehr ausführlich und er hat sich die Mühe gemacht, gleich drei Varianten zu entwickeln und sich aktiv mit dem Gelände auseinanderzusetzen. Auch der gewählte Schwerpunkt ist grundsätzlich richtig gesetzt, und einzelne Elemente – etwa der Antrag an die Artillerie – sind für sich betrachtet zweckmässig gedacht.

Entscheidend für die tiefere Platzierung ist jedoch ein grundlegender Fehler in der Feindbeurteilung. Er überschätzt die gegnerischen Kräfte im Einsatzraum deutlich. Das mechanisierte Bataillon verteidigt WIETZENDORF nicht mehr mit vier Zügen, sondern nach den angenommenen Verlusten nur noch mit rund zweieinhalb. Auch der Vorposten wäre entsprechend kleiner zu beurteilen. Dieser Ausgangsfehler zieht sich durch den gesamten Lösungsansatz und lässt sich später nicht mehr auffangen. Hinzu kommt, dass die taktische Sprache wiederholt unpräzis bleibt und sich die Absicht nicht sauber zeichnen lässt. Sein Beitrag zeigt Denkarbeit, bleibt aber in der taktischen Verdichtung hinter den beiden Erstplatzierten klar zurück.

Knapp hinter dem Podest landete auf Rang vier übrigens ein Offizier der Bundeswehr, der stringent, sprachlich präzis und insgesamt sehr sauber gearbeitet hat. Nach unserer Einschätzung hat ihn wohl einzig der fehlende vollständige Befehl davon abgehalten, dieses Decision Game zu gewinnen.

Der Erstplatzierte gewinnt wie gewöhnlich das Buch des Monats, «Keine Regeln: Warum Netflix so erfolgreich ist» von Reed Hastings und Erin Meyer. Für den ersten Platz gibt es zudem zusätzlich ein Kompanieset (Panzergrenadierkompanie) an taktischen Symbolen. Die zweitplatzierte Einsendung wird mit einem Zugset (Panzergrenadierzug) an taktischen Symbolen honoriert, die drittplatzierte mit einem Fahrzeugset zur Lagedarstellung (Panzergrenadierzug blau). Die drei Zusatzpreise wurden von TACSYMBOLS.CH gesponsert – vielen Dank dafür.

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Leader's Digest Leader's Digest #24 Newsletter Update Führung

Update Führung: Februar 2026

Stratos 2/2025

[Schweizer Armee, 30.10.2025]

Das neue Stratos ist da! Diese Ausgabe des zweimal jährlich erscheinenden Magazins der Schweizer Armee beschäftigt sich mit Human Security (HUMSEC). Durch die veränderte geopolitische Lage und die zunehmende Urbanisierung der Schweiz gewinnt der Schutz der Zivilbevölkerung in einem potenziellen bewaffneten Konflikt an Bedeutung. Insbesondere lesenswert ist hierzu das Interview mit Brigadier Christian Arioli (S. 88), aber auch die Beiträge zu Führungskonzepten der Schweizer Armee im internationalen Vergleich (S. 43), Leistungsoptimierung und Substanzmissbrauch in der Armee (S. 50), zivil-militärischer Zusammenarbeit (S. 95) sowie Bevölkerungsschutz im bewaffneten Konflikt (S. 102).

Link: https://www.vtg.admin.ch/de/stratos

Sechs Jahre an der Frontlinie der Verantwortung

[Schweizer Armee Podcast, 02.12.2025]

In diesem Gespräch spricht der ehemalige Chef der Armee, KKdt Thomas Süssli, offen darüber, wie er diese Jahre erlebt hat: über Entscheidungen unter Druck, über Kritik und Verantwortung, über Momente der Unsicherheit und darüber, was gute Führung in schwierigen Zeiten ausmacht. KKdt Süssli schildert die grösste Mobilmachung der jüngeren Geschichte der Schweizer Armee, erzählt vom Morgen des 24. Februar 2022, von der Herausforderung, stets präsent zu sein und von der Kunst, im richtigen Moment innezuhalten. Zugleich zeigt er, warum Realismus, Vorbereitung und eine starke Milizarmee unverzichtbar sind.

Link: https://youtube.com/watch?v=eOs0pV3fFTo

Risk and Resilience Report: The Strategic Value of Civil Protection Exercises

[CSS ETH, 09.2025, Jurgena Kamberaj, Simon Aebi]

Civil protection exercises are usually treated as operational training, but this report argues they also have strategic value, for example by creating political momentum for reforms. For the Swiss Armed Forces, exercises are one of the few practical ways to test and improve the state of information sharing, logistics and civil-military cooperation.

Link: https://css.ethz.ch/en/publications/risk-and-resilience-reports.html

The World in 2026

[Chatham House, 15.12.2025, Orysia Lutsevych]

This big-picture report of a British think tank considers 14 factors which are likely to shape 2026. They range from wars and conflicts in Ukraine and the Middle East to AI, Trump, health, nuclear weapons and political polarisation. Without a doubt, reading this wide-angle article will help its reader understand and compartmentalise the developments to occur in 2026.

Link: https://www.chathamhouse.org/publications/the-world-today/2025-12/world-2026

The Battle of Shusha City and the Missed Lessons of the 2020 Nagorno-Karabakh War

[Modern War Institute, 14.07.2021, John Spencer, Harshana Ghoorhoo]

This case study looks at the battles over control of the city of Shusha/Shushi in the Southern Caucasus. The city is situated on a hill and surrounded by mountainous terrain. Both Armenia and Azerbaijan have strong cultural ties to the city. After the Soviet Union broke apart, Armenia took control of the city in 1992. Azerbaijani forces launched an offensive on the Karabakh/Artsakh region in 2020, and the city changed hands. This article investigates the reasons that made the Armenian defences fail and what made the Azerbaijani offensive succeed and thereby provides valuable lessons on the conduct of urban warfare.

Link: https://mwi.westpoint.edu/the-battle-of-shusha-city-and-the-missed-lessons-of-the-2020-nagorno-karabakh-war/

Strategic Competition in the Age of AIEmerging Risks and Opportunities from Military Use of Artificial Intelligence

[RAND, 06.09.2024, James Black et al.]

In this comprehensive, 144-page RAND report, the authors investigate the risks and opportunities that come with integrating AI into the armed forces. The authors note that by facilitating deep fakes, enabling non-state actors and through managing nuclear arsenals, the application of AI in defence could potentially have catastrophic consequences. To guard against this threat, the authors suggests that knowledge of AI’s risks should be more thoroughly researched, and awareness of AI’s risks should be increased. Moreover, reminiscent of arms control, the authors suggest that military AI use should be transparent and regulated on an international scale. The link leads you to a summary page, there you can download the full report.

Link: https://www.rand.org/pubs/research_reports/RRA3295-1.html


Über das «Update Führung»

Das Update Führung ist eine wiederkehrende Rubrik des Newsletters Leader’s Digest. Dieser Newsletter entsteht in Kooperation des Leadership Campus der Schweizer Armee und der Dozentur Führung und Kommunikation der Militärakademie an der ETH Zürich. Wenn Sie Leader’s Digest noch nicht abonniert haben, finden Sie unter folgendem Link weitere Informationen sowie das Formular zur Anmeldung.

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