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Leader's Digest Leader's Digest #29 Newsletter Update Führung

Update Führung: August 2026

Studie «Sicherheit 2026»

[MILAK ETH, 26.05.2026, Tibor Szvircsev Tresch et al.]

Die diesjährige Studie zur Meinung der Schweizer Stimmbevölkerung zu sicherheits- und aussenpolitischen Themen zeigt unter anderem: 50% sind der Ansicht, dass Auslandeinsätze der Schweizer Armee zur Sicherheit der Schweiz beitragen. Die Zustimmung zu einer Annäherung der Schweiz an die NATO ist um 3 Prozentpunkte auf 56% gestiegen. Nur noch 25% befürworten die Abschaffung der Wehrpflicht – der tiefste Wert seit 1983.

Link: https://css.ethz.ch/ueber-uns/CSS-news/2026/05/studie-sicherheit-2026.html

The Rise of AI Drone Warfare in Ukraine

[YouTube, 06.06.2026, War Archive]

Over the past few years, both sides in the Russo-Ukrainian War have adopted unmanned aerial systems (UAS) extensively at the tactical level. Deep strikes, including attacks on Russian oil refineries, also have strategic effects. Ukraine now fields improved fixed-wing drones that use AI for terminal guidance, enabling them to reach their targets even under electronic-warfare disruption. Combined with degraded Russian air defence capabilities, this means that Ukrainian medium-range strikes increasingly generate effects at the operational level. Protecting military logistics under similar conditions is therefore a pressing question for many armed forces.

Link: https://youtu.be/wjZhQdTGFno?si=JXjHbE4jVinugpud

Beyond FPVs: Learning the Lessons of the Ukraine War, All of Them

[Modern War Institute, 08.10.2025, Sam Scanlon]

Scanlon argues that the war in Ukraine is neither a crystal ball for future warfare nor irrelevant to it. While debate often remains fixated on aerial drones, innovation has spread across domains: ground robots increasingly perform routine and high-risk tasks, and maritime drones have evolved rapidly, as demonstrated by Ukrainian naval drones downing Russian fighter aircraft in May 2025. He further argues that low-cost deep-strike capabilities require equally low-cost defensive solutions. Overall, the article makes the case that armed forces must learn and adapt quickly enough to out-innovate a changing adversary.

Link: https://mwi.westpoint.edu/beyond-fpvs-learning-the-lessons-of-the-ukraine-war-all-of-them/

Will, Cohesion, Resilience, and the Wars of the Future

[CSIS, 16.09.2025, Daniel Byman]

This article by the Center for Strategic and International Studies reasons that modern conflicts depend as much on political unity and societal resilience as on military power. Drawing on Ukraine and the Middle East, it highlights three imperatives, namely building public trust to strengthen societal resilience, reinforcing alliance cohesion through coordination, and countering divisive disinformation.

Link: https://www.csis.org/analysis/chapter-2-will-cohesion-and-resilience

The Russian «Firehose of Falsehood» Propaganda Model

[RAND, 11.07.2016, Christopher Paul, Miriam Matthews]

Already having been published 10 years ago, this article examines in detail how modern Russian propaganda works, and why its inherent contradictions are not a flaw but rather a core feature. Paul and Matthews argue that people’s mental resilience and awareness are key in lowering their vulnerability to propaganda, saying “[D]on’t expect to counter Russia’s firehose of falsehood with the squirt gun of truth. Instead, put raincoats on those at whom the firehose is aimed”.

Link: https://www.rand.org/pubs/perspectives/PE198.html

Bevölkerungsschutz im bewaffneten Konflikt: Ländervergleich zu Schutzbauten und Evakuierungen

[CSS ETH, Mai 2026, Leonard Schliesser]

Zivile Resilienz ist ein zentraler Bestandteil militärischer Verteidigungsfähigkeit. Um die Wiederausrichtung des Schweizer Bevölkerungsschutzes auf militärische Konflikte zu unterstützen, vergleicht diese Fallstudie den aktuellen Stand ziviler Schutzbauten und Evakuierungskonzepten in Finnland, Deutschland, Polen und in der Ukraine. Besonders hervorgehoben werden dabei das umfassende Sicherheitsmodell Finnlands, das Tempo im Polnischen Bevölkerungsschutz sowie die forcierte Improvisationsfähigkeit im Ukrainischen Bevölkerungsschutz. Auf der verlinkten Website können Sie die komplette Studie als PDF-Datei herunterladen.

Link: https://css.ethz.ch/publikationen/css-studies/details.html?id=/b/e/v/l/bevlkerungsschutz_im_bewaffneten__konfli


Über das «Update Führung»

Das Update Führung ist eine wiederkehrende Rubrik des Newsletters Leader’s Digest. Dieser Newsletter entsteht in Kooperation des Leadership Campus der Schweizer Armee und der Dozentur Führung und Kommunikation der Militärakademie an der ETH Zürich. Wenn Sie Leader’s Digest noch nicht abonniert haben, finden Sie unter folgendem Link weitere Informationen sowie das Formular zur Anmeldung. Falls Sie Lesenswertes zu Command, Leadership oder Management entdecken, würden wir uns freuen, wenn Sie dies mit uns teilen. Gerne nehmen wir Tipps für die kommende Ausgabe von Leader’s Digest via leadersdigest@leadershipcampus.ch entgegen.

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Buch des Monats Leader's Digest Leader's Digest #29 Newsletter

Buch des Monats: «Philosophische Anthropologie und Religion»

Was ist die Kernaussage des Buches?

Das Buch bietet in elf perspektivisch sehr unterschiedlichen Artikeln einen spannenden Einblick in Religion und Religiosität als Teil des menschlichen Selbstverständnisses. Religiöse Terminologie, als Amulett oder Tätowierung getragene religiöse Symbole kommen nicht erst in den Einsatzräumen, sondern auch bei Soldatinnen und Soldaten unserer Streitkräfte häufig vor, oft ohne grosse Reflexion. Das Buch bietet unterschiedliche Möglichkeiten, diese Potentiale im eigenen Führungshandeln zu berücksichtigen, ohne einerseits Religion zu verzwecken oder andererseits die Religionsfreiheit zu unterminieren.

Was gefällt Ihnen an diesem Buch am besten?

Durch die Struktur als Sammelband wird keine einheitliche (und damit immer potentiell ideologische) Definition oder Methode vorgelegt. Stattdessen wird es den Lesenden anvertraut (oder auferlegt), sich selbst ein Urteil zu bilden.

Gibt es Punkte, in welchen Sie die Argumentation des Buches nicht unterstützen, oder Bereiche, die Ihrer Meinung nach zu kurz kommen?

Nein, weil die verschiedenen Artikel unterschiedliche Argumentationen verwenden.  Somit können die Lesenden selbst auswählen, welche Perspektive ihrer persönlichen Erfahrung und Einstellung am besten entspricht.

An wen richtet sich Ihre Empfehlung?

An alle, die Soldaten professionell führen wollen und dabei Religionsfreiheit als Teil der Menschenrechte im Einsatzraum schützen möchten. Zugleich richtet sich die Empfehlung an Führungspersonen, die Religion reflektiert und respektvoll in ihr eigenes Führungshandeln einbeziehen wollen.

Wie hat Ihnen dieses Buch im militärischen Führungsalltag geholfen?

Das Buch zeigt sehr vielfältige Wege auf, wie religiöse Wahrnehmung anthropologisch gedeutet werden kann, und welche Motivationen oder auch Hemmungen auf der Ebene der Führenden wie auch der Geführten daraus erwachsen können.

Welchem Teilaspekt des Command-Leadership-Management-Modells ordnen Sie dieses Buch zu?

Leadership – denn im Zentrum steht die sinnvolle Integration anthropologischer Erkenntnis in das eigene Führungshandeln im zivilen wie auch im militärischen Bereich: Je klarer man menschliche Konstanten erkennt und anerkennt, desto effektiver kann man führen und geführt werden.

Wo sehen Sie zukünftig die grössten Herausforderungen für die Führung in der Schweizer Armee?

Ich sehe hier dieselbe Herausforderung wie bei uns in Österreich. Sie besteht darin, angesichts einer (absichtlich erzeugten) Überflutung mit Informationen und Handlungsvorschlägen im digitalen Raum nicht die unmittelbaren Vorgesetzten und Untergebenen sowie ihre Entscheidungen zu überhören/übersehen.

Und wo sehen Sie diesbezüglich die grössten Chancen?

In persönlicher Bindung, klarer und ruhiger Reflexion über die eigenen Wurzeln und Ziele, sowie in konstruktiver internationaler Zusammenarbeit. Mit einem Augenzwinkern aus Österreich: Auch Apfelstrudeldiplomatie kann helfen. Gemeint ist, sich Zeit für ein gemeinsames Essen zu nehmen, ins Gespräch zu kommen und offen für das Gegenüber zu bleiben.


Über den Rezensenten

Militärdekan Stefan Gugerel unterrichtet neben seiner Tätigkeit als katholischer Militärseelsorger Militärethik an der Heeresunteroffiziersakademie in Enns und an der Theresianischen Militärakademie in Wiener Neustadt. Auslandseinsätze führten ihn bisher in den Tschad, nach Kosovo, Bosnien und Herzegowina sowie in den Libanon. James Bond und Star Trek sind für Gugerel zwei spannende populärkulturelle Quellen für militärethische Szenarien.

Über das «Buch des Monats»

Das «Buch des Monats» ist eine wiederkehrende Rubrik des Newsletters Leader’s Digest. Dieser Newsletter entsteht in Kooperation des Leadership Campus der Schweizer Armee und der Dozentur Führung und Kommunikation der Militärakademie an der ETH Zürich. Wenn Sie Leader’s Digest noch nicht abonniert haben, finden Sie unter folgendem Link weitere Informationen sowie das Formular zur Anmeldung.

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Leader's Digest Leader's Digest #29 Newsletter TDG

Decision Game und Handlungsempfehlungen aus Leader’s Digest #28

Die Decision Games des Leader’s Digest sollen die Abonnentinnen und Abonnenten dieses Newsletters anregen, sich im Rahmen von Szenarien in die Rolle von Personen zu versetzen, die sich mit ethischen bzw. taktischen Herausforderungen konfrontiert sehen.

Zunächst wiederholen wir das letztmalig vorgestellte Szenario; im Anschluss würdigen Maj i Gst Anton Regli und Oberst i Gst Patrick Hofstetter, Dozent Führung und Kommunikation der Militärakademie an der ETH Zürich, die diskussionswürdigste Handlungsempfehlung.

Decision Game aus Leader’s Digest #28

«Kadi, Kadi. Sie sind Da! Die ORIONISTEN greifen an.» Du wirst jäh aus deinem Schlaf gerissen und brauchst zuerst einen Moment, dann trifft dich die neue Realität wie eine Ohrfeige: 

Wir schreiben das Jahr 2028, es herrscht Krieg in EUROPA. Die USA haben sich von der transatlantischen Partnerschaft abgewendet. Nach massivem Druck und hybriden Aktionen an der Ostfront ist die NATO in regionale Verteidigungsbündnisse zerfallen. UNGARN und ÖSTERREICH beugen sich zunehmend dem politischen Druck des östlichen Aggressors ORION. Dieser hat angekündigt im Rahmen des Manövers WESTWIND 28 die Vorwärtsverteidigung des Vaterlandes zu trainieren. Dazu ist die 42. Gardepanzerarmee im Raum VORARLBERG aufmarschiert.

Als Reaktion auf die Lageverschlechterung hat der Bundesrat vor drei Monaten die Armee mobilisiert und einen Oberbefehlshaber (OBA) eingesetzt. Die Bevölkerung ist gespalten und verängstigt. Insbesondere in den grossen Städten gibt es Stimmen, die eine Anpassung fordern: «lieber unter ORION leben, als unnötig sterben». Die Moral in der Armee ist dagegen intakt, auch wenn das alte Material und die tiefe Bevorratung der Truppe und ihrer Führung Sorgen machen. 

Die kohärente Führung der Armee gestaltete sich von Beginn weg schwierig, da das Command-und-Control-System noch nicht flächendeckend eingeführt ist und unsere Netze kompromittiert scheinen. Vereinzelt wurden bereits Angriffsdrohnen auf militärische und zivile Ziele in der OSTSCHWEIZ eingesetzt – deren Attribution stritt ORION jedoch stets ab. Die bodengestützte Luftabwehr offenbarte dabei gravierende Lücken. Des Weiteren belastet regelmässiges Probing die Flotte der alten FA-18 zunehmend, der Luftraum ist nur noch begrenzt in unserer Hand. 

Aus all diesen Gründen hat sich die Armeeführung für einen sehr dezentralen Aufmarsch entschieden. Ein Grossteil der infanteristischen Formationen wurde sofort zum Schutz der Grenze und der kritischen Infrastrukturen eingesetzt. Sie erfüllen ihren Auftrag pflichtgetreu. Der OBA liess zudem mit Freiwilligenregimentern ein Netz aus leichten Kräften über die SCHWEIZ spannen, um Spionage, Sabotage sowie Subversion vorzubeugen und so das Sicherheitsgefühl in der Bevölkerung zu stärken. Die schweren Kräfte betreiben in der ganzen SCHWEIZ verteilt die Einsatzbezogene Ausbildung (EBA). Um die Handlungsfreiheit zu wahren, wurde eine hohe logistische Autonomie angeordnet, das heisst ein Grossteil des Materials und der Munition wurde bereits von den Bataillonen gefasst. Reserven wurden dezentralisiert sowie an die Divisionen und Brigaden verteilt.

Das Mechanisierte Bataillon 29 bereitet sich im Raum THUN auf einen möglichen Einsatz vor. Du führst die DELTA Kompanie, die sich nach den gestrigen Schiessübungen im Bereitschaftsraum BLUMENSTEIN befindet.

Wachtoffizier Dugalesi, der dich geweckt hatte, informiert dich über die Lage: 

  • Heute 0500 erfolgte ein gegnerischer Grossschlag mit Marschflugkörpern, Ballistischen Raketen und Angriffsdrohnen gegen symbolische Ziele sowie militärische Führungs- und Logistikinfrastruktur. ORION hat seine Kampagne zur Unterdrückung unserer Luftabwehr und Zerschlagung unserer Luftmacht offensichtlich gestartet. Das Luftlagebild ist unklar. Die Grenzschutzverbände stehen unter massivem Artilleriefeuer, ein Stoss am Boden steht unmittelbar bevor.
  • Kampfhelikopter und taktische MALE Drohnen (Medium Altitude Long Endurance) sind offensichtlich während der Morgendämmerung in den Luftraum eingedrungen und Kreisen über BERN. Auf den sozialen Medien kursieren zudem Bilder von Transporthubschraubern, die auf dem Flugplatz BELP gelandet sind, sowie Videos von weiteren Wellen an Maschinen, die sich quer durchs Land nach Westen bewegen.
  • Das in der Bundesstadt stationierte Freiwilligenregiment BUBENBERG meldet Kampfhandlungen mit zivil gekleideten Personen und berichtet von aufgegriffenen Agenten an Checkpoints sowie Explosionen in der BERNER ALTSTADT. Daher hat die Polizei die Stadtbevölkerung dazu aufgerufen, die Schutzräume aufzusuchen und nicht aus dem Haus zu gehen. 
  • Vom Bundesrat fehlt bisher jede Spur. Es gibt jedoch Gerüchte, dass sich die Regierung über den Flugplatz BELP absetzen wollte, bevor dieser vom Gegner besetzt wurde. Ein verwackeltes Handyvideo zeigt einen Tross von schwarzen Geländefahrzeugen vor dem dortigen Terminal.
  • Der Kontakt zur vorgesetzten Stufe ist abgebrochen – es muss davon ausgegangen werden, dass das HQ der Brigade getroffen wurde.
  • Der S2 (Nachrichtenoffizier) interpretiert die nebulöse Nachrichtenlage im Raum BERN so, dass der Gegner versucht mit einem überwältigenden Luftangriff und einem strategischen Enthauptungsschlag den Willen von Volk und Armee früh zu brechen, um sich nicht mühsam am Boden durchkämpfen zu müssen.
  • Eine erste Luftlandung in BELP ist bereits erfolgt, dieser Verband soll wohl den Flughafen sichern, damit weitere Kräfte nachgeführt werden können. Der Gegner wird wohl anschliessend versuchen, symbolträchtige Regierungsgebäude unter seine Kontrolle zu bringen sowie die politische und militärische Führung gefangen zu setzen oder zu töten. 
  • Der Bataillonskommandant 29 hat sich entschieden, nicht weiter zuzuwarten. Er hat seine Aufklärungselemente sofort ausgelöst, um das Lagebild zu verdichten. Er will
    • mit einer Vorhutkompanie entlang der Achse A6/H6 stossen, um diese zu öffnen und offenzuhalten;
    • mit zwei Kompanien das BUNDESHAUS-VIERTEL nehmen, um dieses zu halten und günstige Voraussetzungen für die STRATCOM (Strategic Communication) zu schaffen;
    • mit einer Kompanie den luftgelandeten Gegner bei BELP vernichten, um dem Gegner das Nachführen weiterer Kräfte zu verwehren;
    • die Logistik, inklusive den Sanitätsdienst, über die in der EBA etablierten Prozesse mit kleinen mobilen Nachschubteams im Bringprinzip sicherstellen.
  • Die DELTA Kompanie hat den Auftrag: «Nimmt und hält Flugplatz BELP. Verhindert weitere Luftlandungen.» Und, so der Bataillonskommandant wörtlich, «erschiesst mir um Himmel-Herrgottswillen nicht unsere Landesregierung!»
  • Wachtoffizier Dugalesi informiert dich zudem, dass er als Sofortmassnahme den Alarm MECCANO ausgelöst hat. Das heisst, die Züge erstellen selbstständig Marschbereitschaft und haben den Marschbereitschaftsgrad IV («abfahrbereit innert Minuten») in 1 Stunde erreicht.
  • Die Zugführer werden sich in 30 Minuten bei dir zur Befehlsausgabe einfinden. Die Zeitverhältnisse schliessen eine detaillierte Aktionsplanung aus. Was jetzt gefragt ist, ist ein verständlicher, machbarer Plan und entschlossene Führung im Gefecht.

Gegner

Es gibt keine genauen Informationen über das Dispositiv des Gegners beim Flugplatz BELP. Der S2 geht von folgenden Mitteln aus:

  • leichte Infanterie in maximal Kompaniestärke
  • 3-4 leicht gepanzerte Fahrzeuge, wohl BMP, Modell unklar
  • komplette Palette infanteristischer Wirkmittel, insbesondere auch verschiedene Typen von Drohnen, Panzerabwehrwaffen und Mörsern.

Es muss zudem damit gerechnet werden, dass sich gegnerische Sonderoperationskräfte in Truppstärke bereits im Raum befinden, um die gelandeten Elemente zu unterstützen.

Eigene Mittel

Deine Kompanie ist wie folgt zusammengesetzt:

  • 2 Sensoren zur Aufklärung und Feuerleitung mit Aufklärungsfahrzeug 93/97, inkl. TASYS
  • 1 Panzerzug mit 4 Kampfpanzer 87 WE
  • 2 Panzergrenadierzüge mit je 4 Schützenpanzer 2000 NUV
  • 1 Panzersappeurzug mit 4 Pionierpanzer 21
  • 1 Mörserzug à 4 Mörser 16
  • 12 Kleindrohnen, diverse Modelle zur visuellen Informationsbeschaffung, aufgeteilt auf die Sensoren und die Kampfzüge
  • 1 Kommandozug, inkl. 1 Bergepanzer und einigen ungepanzerten Fahrzeugen für Logistik und Sanitätsdienst.

Die dreimonatige EBA hat den Ausbildungsstand deiner Kompanie wie geplant stark erhöht. Die Integration der Panzersappeure und Mörser hat nach gewissen Anlaufschwierigkeiten geklappt. Der Sensor-to-Shooter-Loop ist etabliert und funktioniert – solange die Technik tut. Die Moral und die Disziplin in der Truppe sind sehr gut. Du bist froh, dass du dich hierbei auf verlässliche, gestandene Unteroffiziere stützen kannst. Dein höherer Kader besteht zum Grossteil aus initiativen Milizoffizieren und höheren Unteroffizieren, die kreative Lösungen für taktische und technische Probleme finden.

Sorgen bereiten dir vor allem drei Aspekte:

  • dies wird der erste Kampfeinsatz deiner Kompanie. Du weisst nicht, wie Führung und Truppe mit der Realität von Töten und Sterben umgehen werden. Es bleibt das Vertrauen in Training, Resilienz und Kohäsion; 
  • der junge Leo-Zugführer (Leopard Kampfpanzer), Leutnant Capreol, ist «frisch ab Presse» und verfügt über entsprechend geringe taktische Kenntnisse. Grundsätzlich zwar engagiert, aber oft zurückhaltend bei wichtigen Entscheidungen, stützt er sich stark auf die Erfahrung und Initiative seiner Panzerkommandanten;
  • wenn die Panzergrenadiere absitzen, gibt es kein Halten mehr. Nach den Zertifizierungsübungen vor zwei Wochen attestierte der Inspizient, die sehr hohe Truppenmoral «wirkt zuweilen tollkühn». Gezielte Grundaggressivität kippt rasch in «Trigger-Happiness» um.

Umwelt

Das Gelände präsentiert sich gemäss den öffentlich zugänglichen Satellitenbildern. 

Für den heutigen Apriltag ist Hochnebel angekündigt, letzte Woche hat es stark geregnet.

Zeitverhältnisse

Kompanie DELTA hat Marschbereitschaftsgrad IV um 0600 erreicht.

Es sind keinerlei Zeitverhältnisse bezüglich Auftragsdauer oder einer möglichen Unterstützung bekannt. Durch dein Netzwerk weisst du, dass sich die Kameraden der Schwesterbataillone 13 und 14 im Raum KANDERTAL bzw SEELAND befinden.

Fragestellung

  • Skizziere deinen Entschluss auf der Karte und formuliere deine Absicht einfach und präzise.
  • Begründe folgende Aspekte in wenigen Sätzen, damit deine Zugführer deine Absicht nachvollziehen können:
    • Wo und wie erwartest du das gegnerische Dispositiv?
    • Wie gedenkst du die eigene Feuerüberlegenheit einzusetzen?
    • Welche Massnahmen triffst du gegen Kampfhelikopter und Drohnen?
    • Wie gehst Du mit dem Gerücht um, dass sich der Bundesrat im Kampfraum befinden soll?

Handlungsempfehlungen zum Decision Game aus Leader’s Digest #28

Zum Tactical Decision Game «Kulminationspunkt BELP» haben uns fünf detailliert ausgearbeitete Lösungen erreicht. Trotz unterschiedlicher Akzentsetzung weisen sie eine bemerkenswerte unité de doctrine auf: Alle Teilnehmenden gehen davon aus, dass der luftgelandete Gegner den Flugplatz BELP als Stützpunkt hält, die Zugänge sichert und seine wenigen gepanzerten Fahrzeuge als bewegliche Reserve einsetzt.

Entsprechend folgen die Lösungen grundsätzlich derselben Logik des Kampfes der verbundenen Waffen: Sensoren klären auf und unterstützen die Feuerführung, Kampfpanzer schaffen Feuerüberlegenheit, Panzergrenadiere führen den Angriff, Panzersappeure gewährleisten die Beweglichkeit und machen die Piste unbrauchbar. Gegen gegnerische Drohnen und Kampfhelikopter setzen die Teilnehmenden vor allem auf passive Schutzmassnahmen wie Tarnung, Auflockerung, kurze Stellungsdauer und Tempo.

Auch die mutmassliche Anwesenheit des Bundesrates wird übereinstimmend nicht als Hinderungsgrund für die Auftragserfüllung beurteilt. Vorgeschlagen werden jedoch erhöhte Anforderungen an Zielidentifikation, Feuerführung und das Vorgehen im Bereich des Terminals. Hier könnte durchgängig stärker berücksichtigt werden, dass es sich hierbei schlicht um eine gezielte Fehlinformation des Gegners handelt. Doch wir fokussieren die Besprechung auf einen anderen Aspekt.

Der entscheidende Punkt: Der Anmarsch

Die gemeinsame Schwäche der Lösungen liegt darin, dass sie vor allem das Gefecht auf dem Flugplatz planen, den Anmarsch unter gegnerischer Aufklärung und Verzögerung jedoch weniger konsequent berücksichtigen. ORION muss die Schweizer Reaktionsverbände nicht vernichten. Es genügt, ihr Eintreffen bis zur nächsten Luftlandewelle zu verzögern.

Das gekammerte Gelände rund um BELP erlaubt dem Gegner, Engnisse mit geringem Kräfteansatz zu sperren, mechanisierte Verbände zu kanalisieren und sie durch Hinterhalte oder Drohnenangriffe abzunützen. Zwar naheliegend, aber eben besonders riskant ist deshalb ein geschlossener Anmarsch über die A6 und die HUNZIGENBRÜGG: Bereits ein zerstörtes Fahrzeug oder eine einfache Sperre könnte die gesamte Kompanie auf dem falschen Ufer der AARE blockieren.

Die gegnerischen Drohnen werden in den meisten Lösungen primär als Schutzproblem verstanden. Sie sind jedoch ebenso ein Mittel, um die Annäherung aufzuklären, eigene Kräfte in ungünstiges Gelände zu lenken und Zeit zu gewinnen. Auch die reflexartige Nutzung der dominierenden Höhen überzeugt nur bedingt. Von HOHBURG ist eine zuverlässige Wirkung auf den Flugplatz fraglich; bei ENGLISBERG und ZIMMERWALD müssten sich die Kampfpanzer an Geländekanten exponieren und wären damit besonders durch Drohnen und Panzerabwehrwaffen gefährdet.

Daraus ergibt sich ein alternativer Ansatz: getrennt marschieren und gemeinsam zuschlagen. Die Panzergrenadiere sollten über mehrere Achsen vorgehen, während der Panzerzug als beweglicher Verfügungsverband bereitgehalten wird. Die Sensoren wären zunächst zur Spähaufklärung der eigenen Annäherungsachsen und erst anschliessend zur Zielaufklärung auf dem Flugplatz einzusetzen. So müsste der Gegner seine knappen Kräfte auf mehrere Bedrohungen verteilen und könnte den Angriff weniger einfach kanalisieren.

Der Sieger: Lt Maxime Rinderknecht

Den ersten Platz sichert sich Lt Maxime Rinderknecht. Seine Lösung erkennt am ehesten, dass das Gefecht nicht erst auf dem Flugplatz beginnt. Er verteilt Sensoren und Kräfte auf mehrere Räume, berücksichtigt KEHRSATZ und mögliche Fluchtachsen und verbindet die taktische Lage mit der operativen Bedeutung einer zweiten Luftlandung sowie den strategischen Folgen einer möglichen Anwesenheit des Bundesrates.

Sein Ansatz ist allerdings komplex und verlangt eine anspruchsvolle Synchronisation. Gerade die räumliche Auflockerung macht ihn aber vergleichsweise robust: Der Gegner kann die Schweizer Kräfte weniger einfach auf einer einzelnen Achse verzögern, während der Panzerzug den Flugplatz abriegeln oder dort nachstossen kann, wo sich zuerst eine günstige Gelegenheit ergibt.

Honorable Mention: Oblt Arthur Martin Lopez

Eine ehrenvolle Erwähnung verdient Oblt Arthur Martin Lopez. Seine Lösung ist hinsichtlich Absicht, Entscheidpunkten, Sensor-to-Shooter-Loop, Feuerdisziplin und Übergang in die Verteidigung am konsequentesten aufgebaut. Zudem berücksichtigt sie den Faktor Mensch besonders sorgfältig.

Problematisch sind jedoch die angenommene Feuerwirkung des Panzerzuges aus Distanz und der zentralisierte Anmarsch. Dieser könnte bereits vor dem vorgesehenen Flankenmanöver durch einen einzelnen Hinterhalt zum Stillstand gebracht werden. Oblt Lopez präsentiert damit den methodisch ausgefeiltesten, unter den konkreten Gelände- und Zeitverhältnissen aber nicht den robustesten Plan.

Insgesamt zeigen die fünf Einsendungen ein gutes taktisches Niveau und ein gemeinsames Verständnis des Kampfes der verbundenen Waffen. Der zentrale Lernpunkt dieses TDG liegt jedoch darin, das relevante Teilproblem zu erkennen: Entscheidend ist nicht allein, wie der Gegner auf dem Flugplatz geschlagen wird, sondern ob und wie die eigenen Kräfte diesen überhaupt rechtzeitig und handlungsfähig erreichen.

Wir gratulieren Lt Maxime Rinderknecht herzlich und wünschen viel Freude bei der Lektüre von «Clausewitz verstehen: Wirken, Werk, Wirkung» von Christian Th. Müller.

Über unsere «Decision Games»

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Archiv Tactical Decision Games

Archiv Ethical Decision Games

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Leader's Digest Leader's Digest #28 Newsletter Update Führung

Update Führung: Juni 2026

Designing A Generative AI Platform For Tactical Training Of Junior Officers

[TDHJ, 28.05.2026, Ivan Colak-Antic, Lauriane Fivaz, Simone Matteo Locatelli]

In this article, Colak-Antic (research associate at MILAK), Fivaz and Locatelli (students at MILAK) analyse the potential of generative AI for tactical decision games in junior officer training. They argue that traditional wargames and TDGs are valuable, but constrained by instructor capacity, limited scenario diversity, single-point decisions and instructor bias. AI-enabled platforms could help alleviate these shortcoming by enabling their users to repeatedly practise varied, multi-step tactical scenarios with adaptive adversaries, battlefield visualisation and personalised debriefings. Phillip J. Halton’s CustomGPT “What Now, Commander?”, while not part of the article, gives a useful impression of how such a tactical AI tutor could feel in practice. The authors nevertheless underline that such systems require multi-agent architecture, adequate data, coherent scenario progression and feedback based on national doctrine.

Link: https://tdhj.org/blog/post/generative-ai-training-officers/

Drones Aren’t Antithetical to Maneuver Warfare – They’re the Key to Unleashing its Effectiveness

[Modern War Institute, 25.11.2025, Charlie Phelps]

Phelps challenges the view that drones undermine manoeuvre warfare and argues that they are essential to preserving tempo, initiative, and offensive action in future large-scale land combat. Rather than treating drones simply as a tool to strike, he highlights the manifold tasks drones can serve apart from striking enemy targets. When properly integrated, they can provide persistent reconnaissance, support electronic warfare, and rapidly expose gaps in the enemy’s defences. In doing so, Phelps argues that tactical drones can enable mission command and manoeuvre warfare.

Link: https://mwi.westpoint.edu/drones-arent-antithetical-to-maneuver-warfare-theyre-the-key-to-unleashing-its-effectiveness/

10 Ukrainians Humbled Two NATO Battalions. When Will NATO Wake Up?

[War on the Rocks, 26.03.2026, Bryan Daugherty]

In this article Daugherty highlights the gaps in NATO capabilities which Hedgehog 2025, a NATO exercise including Ukrainian soldiers, highlighted. He stresses the need for armed forces to cooperate with Ukraine to catch up in drone warfare and drone interception capabilities. Whilst they are not part of NATO, the Gulf States’ inability for reliable and sustained air defence against Iranian saturation attacks has further driven the author’s point home; states such as Saudi Arabia have consequently decided to cooperate more closely with Ukraine.

Link: https://warontherocks.com/2026/03/10-ukrainians-humbled-two-nato-battalions-when-will-nato-wake-up/

Neocentaur: A Model for Cognitive Evolution Across the Levels of War

[Modern War Institute, 09.05.2025, William J. Barry, Blair Wilcox]

In this piece, a professor of emerging technology at the U.S. Army War College and his colleague discuss the potential and risks of integrating AI into the strategic, operational and tactical levels of war. They advocate a Neocentaur model, where human operators are paired with AI, yet where humans maintain control over the machine. Moreover, they warn of the dangers of the inherently attractive process of cognitive offloading, where humans, especially when working in a stressful environment, are tempted to over-rely on machines for decision-making. In that case, generative AI would direct human cognition instead of augmenting it. The authors warn of this minotaur drift, the trend towards giving up control to machines.

Link: https://mwi.westpoint.edu/neocentaur-a-model-for-cognitive-evolution-across-the-levels-of-war/

Emergent Approaches to Combined Arms Manoeuvre in Ukraine

[RUSI, 23.10.2025, Jack Watling]

After Ukraine’s failed 2023 southern offensive, Watling argues that the war in Ukraine has exposed why classic combined arms manoeuvre, massing armour, infantry and artillery to achieve surprise and then exploit, is now far harder. Persistent drone reconnaissance, dispersed sensors and space-enabled communications lead to a more transparent battlefield, and concentrations of troops and equipment are detected and hit quickly. Just as importantly, resupply and reinforcements are often easier to target than frontline troops, so offensives lose momentum before any weaknesses in the enemy’s defences can be exploited. Watling focuses on higher-performing Ukrainian assault units which treat manoeuvre as a staged system across three zones: contact, middle (enemy fires, EW, UAV teams and logistics), and deep. The assault unit’s sequence is to contest the enemy’s sensing, isolate a chosen sector from support and resupply, then deliberately degrade and fix the defence before suppressing, closing, clearing, and consolidating with overwatch across open terrain.

Link: https://www.rusi.org/explore-our-research/publications/insights-papers/emergent-approaches-combined-arms-manoeuvre-ukraine

Technological Evolution on the Battlefield

[CSIS, 16.09.2025, Aosheng Pusztaszeri, Emily Harding]

This CSIS article considers how rapid technological advances such as in drone technology and AI are changing the character of war. Sensors are ubiquitous, and traditionally massing forces is increasingly risky, as are non-dispersed logistics. The authors argue that to adapt to this new character of war, armed forces need to acquire robust counter-drone and electronic warfare (EW) capabilities and redundant secure communications. Moreover, the article strikes the importance of dispersed tactics and agile procurement systems.

Link: https://www.csis.org/analysis/chapter-9-technological-evolution-battlefield

Seven Contemporary Insights on the State of the Ukraine War

[CSIS, 17.11.2025, Mick Ryan]

In this nuanced analysis, Mick Ryan shares the insights he gathered from observing the Russian-Ukrainian War. Amongst other points, he argues that while drone saturation has certainly changed how the war is fought, it is not a drone war as drones complement rather than replace existing capabilities such as artillery. The author then further investigates the role of military adaptation, long-range strikes and the upcoming of a new battle triangle.

Link: https://www.csis.org/analysis/seven-contemporary-insights-state-ukraine-war


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Buch des Monats Leader's Digest Leader's Digest #28 Newsletter

Buch des Monats: «Clausewitz verstehen: Wirken, Werk, Wirkung»

Was ist die Kernaussage des Buches?

Es geht in dem Buch um eine systematische Einführung in das Denken, das Werk und die Wirkungsgeschichte von Carl von Clausewitz, dem wohl bekanntesten Kriegstheoretiker des Westens. Der Autor zeigt, dass Clausewitz’ Theorie des Krieges nicht in festen Dogmen, sondern in heuristischen Konzepten besteht, welche Politik, Krieg und Strategie untrennbar miteinander verbinden. Müller gelingt es, Clausewitz’ oft missverstandene Ideen verständlich zu machen und ihre Relevanz für historische wie gegenwärtige Konflikte aufzuzeigen.

Was gefällt Ihnen an diesem Buch am besten?

Dass die komplexe Theorie von Clausewitz aufgeschlüsselt wird, ohne sie zu simplifizieren. Die oft fragmentarischen Gedanken aus Clausewitz’ Hauptwerk «Vom Kriege» werden in biografische, politische und militärhistorische Kontexte eingebettet und miteinander verknüpft. Dadurch wird Clausewitz vom verwirrenden Lehrmeister zum zugänglichen Denker.

Gibt es Punkte, in welchen Sie die Argumentation des Buches nicht unterstützen, oder Bereiche, die Ihrer Meinung nach zu kurz kommen?

Nein, das Buch ist wirklich in sich geschlossen und bietet einen tollen Einstieg in das Denken des wichtigsten Klassikers unseres Handwerks.

An wen richtet sich Ihre Empfehlung?

An alle, die verstehen wollen, was andere nur anekdotisch zitieren.

Wie hat Ihnen dieses Buch im militärischen Führungsalltag geholfen?

Ich verstehe militärische Lagen nicht mehr bloss als technische Probleme, sondern als komplexe Spannungsfelder voller Friktionen, Unsicherheiten und Wechselwirkungen. Standardlösungen nach dem Betty-Bossi-Prinzip greifen oft zu kurz – gefragt sind Kreativität, analytische Urteilskraft und vernetztes Denken.

Welchem Teilaspekt des Command-Leadership-Management-Modells ordnen Sie dieses Buch zu?

Das Buch zeigt systematisch, wie Command und Leadership, aber auch Management zusammenwirken. Wenn ich mich für einen Aspekt entscheiden muss: Command, denn im Buch steht die Schulung des kritischen Denkens und die Vermittlung des entsprechenden Vokabulars im Vordergrund.

Wo sehen Sie zukünftig die grössten Herausforderungen für die Führung in der Schweizer Armee?

Dass wir die Führungskräfte so von der Materie begeistern, dass sie sich auch ausserhalb der Lehrgänge oft mit Command und Leadership auseinandersetzten.

Und wo sehen Sie diesbezüglich die grössten Chancen?

Dass die verschärfte internationale Lage unseren Führungskräften die Notwendigkeit autodidaktischen Lernens – sprich des Lesens – aufzeigt.


Über den Rezensenten

Nach dem Studium der Geschichte, Philosophie und Politikwissenschaften entwickelte Maj i Gst Anton Maurice Regli für die Armee die Ausbildungsstrategie mit. Nun ist er Chef Strategie und Governance Verteidigung. In seiner Milizkarriere führte er zuerst einen Panzergrenadierzug und dann eine Aufklärungskompanie, er dient aktuell als Generalstabsoffizier im Stab der Mechanisierten Brigade 11. In seiner Freizeit hält er sich fit, wandert gerne und liest viel.

Über das «Buch des Monats»

Das «Buch des Monats» ist eine wiederkehrende Rubrik des Newsletters Leader’s Digest. Dieser Newsletter entsteht in Kooperation des Leadership Campus der Schweizer Armee und der Dozentur Führung und Kommunikation der Militärakademie an der ETH Zürich. Wenn Sie Leader’s Digest noch nicht abonniert haben, finden Sie unter folgendem Link weitere Informationen sowie das Formular zur Anmeldung.

Neu: Alle bisherigen Artikel aus der Rubrik «Buch des Monats» finden Sie archiviert im Archiv Buch des Monats.

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EDG Leader's Digest Leader's Digest #28 Newsletter

Decision Game und Handlungsempfehlungen aus Leader’s Digest #27

Die Decision Games des Leader’s Digest sollen die Abonnentinnen und Abonnenten dieses Newsletters anregen, sich im Rahmen von Szenarien in die Rolle von Personen zu versetzen, die sich mit ethischen bzw. taktischen Herausforderungen konfrontiert sehen.

Zunächst wiederholen wir das letztmalig vorgestellte Szenario; im Anschluss würdigt Dr. Florian Demont, Militärethiker an der Dozentur für Führung und Kommunikation an der ETH Zürich, die diskussionswürdigste Handlungsempfehlung.

Decision Game aus Leader’s Digest #27

Ihr Infanteriezug ist seit Wochen im intensiven Häuser- und Ortskampf. Ein Trupp Schutzhundeführer ist fixer Bestandteil der Kampfeinheit. Der Schutzhund TRINITAS hat die Truppe schon bei drei Gefechten vor Verlusten geschützt. Er wurde vom Bataillonskommandanten dafür bereits zum Korporal befördert und ist für viele Soldaten, abgesehen von seinen Fähigkeiten, eine wichtige emotionale Stütze in dem rauen Gefecht und «Zuhörer» in allen Problemlagen.

Heute Morgen ist Ihre abgesetzte Patrouille, bestehend aus zwei Gruppen und verstärkt mit TRINITAS, in einen Hinterhalt geraten. Es gelang Ihnen als Zugführer, sich unter Feuer und Bewegung in eine Deckung zurückzuziehen und den Gegner zu fixieren. Dabei wurde TRINITAS jedoch durch die Explosion einer FPV-Drohne verletzt und er liegt nun verwundet etwa 100 Meter vor der Deckung auf offener Strasse und versucht mit aller Kraft, zur Gruppe zu kriechen. Hundeführer Matteo Huber ist ausser sich und zu allem bereit. Auch Gruppenführer Taner Demiri ist fest entschlossen, TRINITAS zu retten. In Anbetracht der gegnerischen Scharfschützen, der FPV-Drohnen in der Luft und der offenen Strasse schätzen Sie die Situation jedoch als äusserst riskant ein. Die Soldaten sind bereit, ihr Leben für TRINITAS zu riskieren: «er hat dasselbe für uns auch getan und dreien von uns das Leben gerettet» – «genau, wir lassen keinen von uns zurück.» Die Meinungen scheinen gesetzt, aber Sie als Zugführer haben mehr als nur Zweifel: Sie haben eine Verantwortung für Ihre Männer und Frauen. Wer will den Eheleuten und Kindern zuhause erklären, dass Ihre Liebsten für ein Tier gestorben sind? Andererseits: welche Rolle spielt die Truppenmoral? TRINITAS aufzugeben, würde diese ohne Zweifel erschüttern und vielleicht die Truppe voneinander entfremden. Welche Bedeutung für nächste Gefechte haben Zweifel in der Truppe wie «Und mich? Würdet ihr mich in einer ähnlichen Situation wie TRINITAS ebenfalls zurücklassen?» Sie haben jedoch auch gesehen, was die Todesfälle der Gefreiten Inês Fernandez und des Infanteristen Andrin Marti letzte Woche in der Nachbarkompanie ausgelöst hatten.

Fragestellung

  • Wofür entscheidest Du Dich?
  • Wie handelst Du?
  • Was sind Deine Worte an die Truppe?

Handlungsempfehlungen zum Decision Game aus Leader’s Digest #27

Das Dilemma um “TRINITAS”

Der Sieger: Oblt Romain Berthod

Den ersten Platz in diesem EDG sichert sich Oblt Romain Berthod mit einer durchdachten und ausgewogenen Lösung. Seine Analyse stützt sich auf militärsoziologische Konzepte wie die horizontale Truppenkohäsion und die Gefahr von Moral Injury bei einem unreflektierten Zurücklassen des Tieres. Taktisch setzt Berthod eine konsequente Risikominimierung voraus, bevor er eine Bergung überhaupt in Betracht zieht.

Hervorzuheben ist insbesondere seine Führungskommunikation: Anstatt sich auf die reine Befehlsausgabe zu beschränken, greift er die emotionale Bindung der Truppe auf und kanalisiert diese in militärische Disziplin. In seiner Ansprache appelliert er an die Soldaten, TRINITAS dadurch zu ehren, dass sie in der unübersichtlichen Lage ebenso professionell und besonnen handeln, wie es der Hund stets vorgelebt hat. Er macht das Tier somit zum moralischen Vorbild für das Verhalten, das in dieser Krise von der Einheit gefordert ist.

Honorable Mentions: Oblt Lopez und Oblt Morales

Zwei weitere Einsendungen überzeugten durch ihre methodische Qualität und verdienen eine ehrenvolle Erwähnung:

  • Oblt Arthur Martin Lopez zeichnet sich durch einen starken strukturellen Aufbau aus. Eine besondere Qualität seiner Arbeit liegt in seiner Entscheidungsmatrix, die eine allfällige Rettung klar an taktische Gegebenheiten koppelt. Zudem beweist er analytische Breite durch den Einbezug eines historischen Fallbeispiels – des 2015 getöteten französischen Polizeihundes DIESEL der Sondereinheit RAID. Damit zeigt er praxisnah auf, wie bewaffnete Einheiten den Verlust eines Tieres verarbeiten können, ohne dass die Kohäsion Schaden nimmt.
  • Oblt Célia Morales liefert eine gut strukturierte Herleitung durch die Anwendung des OODA-Loops und ein konsequentes Festhalten an der Doktrin Care under Fire. Ein zentrales Element ihrer Lösung ist ein wirkungsvolles rhetorisches Mittel in der Führungskommunikation: Sie initiiert bei den Soldaten einen Perspektivenwechsel, indem sie diese bittet, sich vorzustellen, sie lägen selbst verwundet auf der Strasse. Die anschliessende Frage, ob sie in dieser Lage wirklich wollen würden, dass ihre Kameraden für eine Bergung das eigene Leben riskieren, dient der Versachlichung und Deeskalation.

Fazit: Abschliessend lässt sich festhalten, dass das Niveau der Einsendungen zu diesem EDG sehr erfreulich war. Das Spannungsfeld zwischen Auftragserfüllung, Fürsorgepflicht für Menschenleben, Fragen über den moralischen Status von Tieren, und Truppenmoral hat die Teilnehmenden zu mehreren fundierten, taktisch soliden und psychologisch differenzierten Lösungsansätzen bewogen. Wir danken allen, die sich dieser Herausforderung gestellt haben und gratulieren Oblt Berthod zum ersten Platz und wünschen ihm viel Spass bei der Lektüre von «Adaptation under Fire – How Militaries Change in Wartime» von David Barno und Nora Bensahel.

Über unsere «Decision Games»

Das «Decision Game» ist eine wiederkehrende Rubrik des Newsletters Leader’s Digest. Dieser Newsletter entsteht in Kooperation des Leadership Campus der Schweizer Armee und der Dozentur Führung und Kommunikation der Militärakademie an der ETH Zürich. Wenn Sie Leader’s Digest noch nicht abonniert haben, finden Sie unter folgendem Link weitere Informationen sowie das Formular zur Anmeldung.

Neu: Alle bisherigen Artikel aus der Rubrik «Decision Game» finden Sie archiviert und sortiert mit den folgenden beiden Links:

Archiv Tactical Decision Games

Archiv Ethical Decision Games

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Leader's Digest Leader's Digest #27 Newsletter Update Führung

Update Führung: Mai 2026

Georg Häsler über Neutralität, Sicherheit und die Idee einer Alpenallianz

[YouTube, 13.02.2026, Georg Häsler, Mathias Müller]

Was bedeutet Neutralität in einer zunehmend unsicheren Welt? Welche sicherheitspolitischen Herausforderungen kommen auf die Schweiz zu? Und wie kann Zusammenarbeit im Alpenraum zur Stabilität Europas beitragen? Im offiziellen Podcast der Schweizer Armee spricht NZZ-Redaktor, Sicherheitsexperte und Oberst Georg Häsler mit Gastgeber Oberst i Gst Mathias Müller über strategisches Denken, militärische Realität und die Verantwortung eines neutralen Staates. Dabei erläutert er auch die Grundidee seines Buches «Alpenallianz», das den Alpenraum als gemeinsamen sicherheitspolitischen Raum betrachtet. Ein interessantes Gespräch über Geopolitik, Landesverteidigung und die Bedeutung klarer Analyse in komplexen Zeiten.

Link: https://www.youtube.com/watch?v=KnohnbkakgU

Strategic Trends 2026

[CSS ETH, 12.03.2026, Gorana Grgić, Daniel Möckli et al]

In der diesjährigen Ausgabe des jährlichen Reports des Center for Security Studies an der ETH Zürich identifizieren und analysieren die Autoren strategische Trends, welche ihrer Ansicht nach die Weltpolitik der nächsten Jahre prägen werden. Im Detail behandelt werden dabei der sich wandelnde Charakter des Krieges, die Militarisierung des Weltraums, sowie die zunehmend multipolare Weltordnung.

Link (De): https://css.ethz.ch/ueber-uns/CSS-news/2026/03/strategic-trends-2026.html

Link (Eng): https://css.ethz.ch/en/center/CSS-news/2026/03/strategic-trends-2026.html

2023 Ukrainian Counteroffensive – Animated Analysis

[YouTube: War Archive, 16.02.2024]

In this video, War Archive analyses the 2023 Ukrainian counteroffensive, which allows viewers to study how Russian forces defended the frontline and which weaknesses in Ukrainian strategy they exploited. The counteroffensive was shaped by NATO training and hence Western assumptions on how a war involving NATO would unfold. Early Ukrainian attempts at breaching Russian lines through mechanized assaults proved costly, as Ukraine lacked air superiority, strong air support, and was faced with strong Russian reconnaissance and defences. The failed 2023 counteroffensive can therefore serve as a cautionary tale on how no war is the same, and how military planners need to account for the context in which a war unfolds. Apart from this analysis, War Archive post other videos where he analyses specific battles of the Russian War in Ukraine in detail. Highly recommended is his video on the Battle of Kharkiv.

Link Counteroffensive: https://www.youtube.com/watch?v=vuw14h4WIsc

Link Kharkiv: https://www.youtube.com/watch?v=_H8KF3i2iBU

Innere Führung 4/25

[Bundeswehr, 08.11.2025]

Diese Ausgabe des Bundeswehrmagazins «Innere Führung» beschäftigt sich mit zeitgemässer Menschenführung (16), innerer Führung (30), sowie der nun 70-jährigen Geschichte der Bundeswehr (24).

Link: https://www.bundeswehr.de/de/organisation/zentrum-innere-fuehrung/unsere-angebote/if-zeitschrift-fuer-innere-fuehrung

The Dawn of the A.I. Drone

[The New York Times Magazine, 31.12.2025, C.J. Chivers]

Whereas early-on in the war Ukraine’s drones could operate freely, the Russian Armed Forces later deployed strong electronic warfare systems. As EW systems were mounted on potential targets such as tanks, many Ukrainian drones did not reach their targets as the drone operator lost control over his or her drone as the drone was jammed. To avoid this failure in the last stage of an attack, A.I. plays an increasingly important role as it helps drones successfully reach their targets even as they are exposed to jamming. Chivers reports from Ukraine’s “fast-feedback” drone ecosystem, where the need to overcome Russian EW leads to increasingly autonomous drone missions. He shows how terminal guidance modules, GPS-free navigation (visual positioning), and early swarm management concepts are already in combat use, often built from commercial components and iterated through rapid frontline feedback loops. The article highlights a certain interconnectedness, where not only the efforts of combat units matter, but where successful strike operations under jamming conditions are also the collective product of the work of venture capital, government procurement and engineers. Chivers notes how armed forces which do not prepare for (partially) autonomous warfare will fall behind.

Link: https://www.nytimes.com/2025/12/31/magazine/ukraine-ai-drones-war-russia.html

Defending the City: An Overview of Defensive Tactics from the Modern History of Urban Warfare

[Modern War Institute, 14.02.2022, John Spencer, Jayson Geroux]

In this intriguing piece, Spencer and Geroux use historic examples from WWII and contemporary wars to extract lessons for urban warfare. Amongst others, they use the Battle of Stalingrad (1942-1943), the Defence of Mosul (2016-2017) and the First Battle of Grozny (1994-1995) as case studies.

Link: https://mwi.westpoint.edu/defending-the-city-an-overview-of-defensive-tactics-from-the-modern-history-of-urban-warfare/


Über das «Update Führung»

Das Update Führung ist eine wiederkehrende Rubrik des Newsletters Leader’s Digest. Dieser Newsletter entsteht in Kooperation des Leadership Campus der Schweizer Armee und der Dozentur Führung und Kommunikation der Militärakademie an der ETH Zürich. Wenn Sie Leader’s Digest noch nicht abonniert haben, finden Sie unter folgendem Link weitere Informationen sowie das Formular zur Anmeldung.

Falls Sie Lesenswertes zu Command, Leadership oder Management entdecken, würden wir uns freuen, wenn Sie dies mit uns teilen. Gerne nehmen wir Tipps für die kommende Ausgabe von Leader’s Digest via leadersdigest@leadershipcampus.ch entgegen.

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Buch des Monats Leader's Digest Leader's Digest #27 Newsletter

Buch des Monats: «Adaptation under Fire: How Militaries Change in Wartime»

Was ist die Kernaussage des Buches?

Innovation und Adaption sind heute in aller Munde. Ein vertieftes Verständnis der Materie unterstützt das eigene fundierte Argumentieren. Im ersten Teil werden die Einflüsse von Doktrin, Technologie und Leadership aufgezeigt. Der zweite Teil zeigt basierend auf Erfahrungen und konkreten Beispielen aus den Kriegen im Irak und Afghanistan auf, welche Einflüsse Doktrin, Technologie und Leadership auf die Möglichkeiten / Einschränkungen der Adaption hatten. Der dritte Teil schaut in die Zukunft bzw. mittlerweile die Gegenwart. Was können die US-Streitkräfte basierend auf den Lessons learned besser machen? Was können wir in Europa oder in der Schweiz aus diesen Entwicklungen lernen?

Was gefällt Ihnen an diesem Buch am besten?

Adaption oder Innovation werden leider vielfach fast ausschliesslich als Technologie-getrieben verstanden. Die wichtigen Rollen von Doktrin, welche solche Entwicklungen zulässt bzw. insbesondere von Leadership, welches solche Entwicklungen unterstützt und verstärkt, werden nicht oder kaum wahrgenommen. Ohne diese beiden Faktoren verliert sich Innovation aber in Tech-Talks. Doktrin und Leadership haben wir in der Hand. Wir haben es in der Hand, Innovation und Adaption zu befeuern. Genau dazu liefert das Buch hervorragende Hintergründe.

Gibt es Punkte, in welchen Sie die Argumentation des Buches nicht unterstützen, oder Bereiche, die Ihrer Meinung nach zu kurz kommen?

Die historischen Beispiele aus den Kriegen im Irak und Afghanistan sind teilweise etwas langfädig zu lesen.

An wen richtet sich Ihre Empfehlung?

An alle, die mehr über gelebte Adaption erfahren und diesbezügliche Chancen in der Schweizer Armee nutzen wollen.

Wie hat Ihnen dieses Buch im militärischen Führungsalltag geholfen?

Leadership ist überall. Ohne dieses Verständnis bzw. ohne gutes / unterstützendes / befeuerndes Leadership verpufft selbst die innovativste Idee.

Welchem Teilaspekt des Command-Leadership-Management-Modells ordnen Sie dieses Buch zu?

Leadership – denn der Mensch triggert Doktrin und Technologie.

Wo sehen Sie zukünftig die grössten Herausforderungen für die Führung in der Schweizer Armee?

Die knappen Ressourcen optimal zur Erhöhung der Verteidigungsfähigkeit einzusetzen sowie der Bevölkerung und der Politik glaubwürdig die Dringlichkeit der Stärkung der Verteidigungsfähigkeit zu erklären.

Und wo sehen Sie diesbezüglich die grössten Chancen?

Wir verfügen über hervorragende Angehörige der Armee, die mit ihrer Ausbildung, technologischem Verständnis, Pragmatismus und Leadership-Skills diesen Herausforderungen gewachsen sind. Lassen wir jeder Stufe Gestaltungsfreiraum, schenken wir Vertrauen und lassen auch unkonventionelle – schlaue Wege zu, dann sind wir für die Zukunft gewappnet.

«What matters most is the ability to successfully adapt to unforeseen circumstances as they arise.»


Über den Rezensenten

Brigadier Dan Aeschbach ist seit 01. Februar 2026 Kommandant der Logistikbrigade 1. Zuvor war er Kommandant des Kompetenzzentrums Veterinärdienst und Armeetiere sowie Unterstabschef Logistik der Territorialdivision 4.

Über das «Buch des Monats»

Das «Buch des Monats» ist eine wiederkehrende Rubrik des Newsletters Leader’s Digest. Dieser Newsletter entsteht in Kooperation des Leadership Campus der Schweizer Armee und der Dozentur Führung und Kommunikation der Militärakademie an der ETH Zürich. Wenn Sie Leader’s Digest noch nicht abonniert haben, finden Sie unter folgendem Link weitere Informationen sowie das Formular zur Anmeldung.

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Leader's Digest Leader's Digest #27 Newsletter TDG

Decision Game und Handlungsempfehlungen aus Leader’s Digest #26

Die Decision Games des Leader’s Digest sollen die Abonnentinnen und Abonnenten dieses Newsletters anregen, sich im Rahmen von Szenarien in die Rolle von Personen zu versetzen, die sich mit ethischen bzw. taktischen Herausforderungen konfrontiert sehen.

Zunächst wiederholen wir das letztmalig vorgestellte Szenario; im Anschluss würdigt Oberst i Gst Patrick Hofstetter, Dozent für Führung und Kommunikation an der ETH Zürich, die diskussionswürdigste Handlungsempfehlung.

Decision Game aus Leader’s Digest #26

Gegner

Gegner im Interessenbereich

Die Kräfte haben bereits im Raum WIETZENDORF (35km weiter im Süden) ihren Verteidigungskampf begonnen und stehen nun mit den verbliebenen Kräften in der letzten Verteidigungsstellung. Die Frontbataillone, namentlich die mechanisierten Bataillone 431+ 432, sind bereits vollständig zerschlagen und haben ihre Aufträge nicht erfüllt.

Restkräfte des Mechanisierten Regiments 43 (ROT):

  • Verhindert gegnerischen Stoss über die Verteidigungslinie AMELINGHAUSEN-WRIEDEL für 6h, um dem mechanisiertem Regiment 44 den Gegenangriff über den ELBESEITENKANAL zu ermöglichen und diesen weiterhin zu halten.

Gegner im Verantwortungsbereich

Vermutete Absicht Mechanisiertes Bataillon 433 (ROT):

  • Verteidigt mit 2 Panzergrenadierzügen (Kampfkraft noch ca. 75%) AMELINGHAUSEN.
  • Verteidigt mit 1 Panzerzug die Südausläufer AMELINGHAUSEN (Kampfkraft noch 2 x T80).

Wenn es dem Feind nicht gelingt AMELINGHAUSEN zu halten, kann BLAU bis zum ELBESEITENKANAL durchstossen und das Mechanisierte Regiment 43 ist vollständig zerschlagen und der Auftrag der Feindkräfte ist nicht erfüllt. Es geht in dieser Verteidigungslinie um alles oder nichts für die Wislanische Armee.

Eigene Mittel

Sie sind Zugführer des CHARLIE Zuges [Anmerkung: in der Bundeswehr der 3. Zug der Kompanie, im Gegensatz zur Schweiz, wo CHARLIE für die 3. Kompanie des Bataillons steht] in der Panzergrenadierkompanie 4/132:

  • Ihnen zur Verfügung stehen 4 Schützenpanzer PUMA mit 24 Panzergrenadieren als Absitzstärke.
  • Der Schützenpanzer PUMA verfügt über MELLS (Panzerabwehrlenkwaffe mit bis zu 4 km Reichweite) und einer 30mm Bordkanone. Siehe Kurzerklärung PUMA: https://www.youtube.com/watch?v=YSCaAJTSeQ03.55%
  • Ihr Zug ist vollständig einsatzbereit, aufmunitioniert und hat trotz bereits 35km Kampf in die Tiefe als einziger Zug der Kompanie keine Verluste erlitten.
  • Die Moral ist hoch, das Bataillonsangriffsziel AMELINGHAUSEN sowie der Sieg steht kurz bevor, dies aus Sicht ihres Kommandeurs.
  • In der Kompanie stehen 2 Brückenpanzer LEGUAN zur Verfügung (jeweils einmal in Konfiguration 14m und 26m). Siehe Kurzerklärung LEGUAN: https://www.youtube.com/watch?v=XWYnKV-J6oU

Sie rollen mit 30 km/h und befinden sich aktuell 500m westlich des DRUMBERG und sind Spitzenzug in der Kompanie (Siehe Karte).

Auftrag

In der Befehlsausgabe während der laufenden Operation durch Ihren Kompaniekommandanten haben Sie folgenden Auftrag erhalten:

Nimmt und hält 2 Übergänge in REHLINGEN offen.

(die Brückenpanzer stehen auf Abruf zur Verfügung und werden, sobald Sie gesichert melden, an mögliche Einlegestellen durch den Kompaniekommandant befohlen).

Umwelt

Zur Lage in REHLINGEN ist nur bekannt, dass es zwei leistungsfähige Übergänge über die LOPAU gibt. Nördlich befindet sich eine Biogas-Anlage entlang der Hauptstraße (Kreisstraße 19).

Zeitverhältnisse

Die aktuelle Uhrzeit lautet: 21:07 UHR – in Niedersachsen ist zu dieser Jahreszeit bereits seit einer Stunde dunkel. Der Kompaniechef erwartet innerhalb der nächsten 45min ihre Erfolgsmeldung.

Soeben kommt eine Meldung des Aufklärungzugführers rein: Spähtruppführer 4 auf Kompanieführungsnetz: hier Auge 4, eigener Standort bei M-12+2. Über UAS aufgeklärt zwei Sprengungen in REHLINGEN bei 817 847 und aufsteigende Rauchsäulen. 2 BMP in Ausweichbewegung nach Norden. Kläre weiter auf. (Zeit 2107Z)

Fragestellung

  • Analysieren Sie mittels den Ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln (Karten, Open Source Medien etc) kurz das Gelände. Für solche OSINT-Analysen eignet sich in der Schweiz Swisstopo und alternativ auch Google Earth Pro, welches im Vergleich zu Google Maps mehr Funktionen wie bspw Distanzmessung, Radiusmessung, historische Satellitenaufnahmen etc aufweist. Google Earth Pro kann kostenlos installiert werden, Swisstopo ist im Browser verfügbar.
  • Wie lautet Ihr Entschluss als Zugführer? (SKIZZE und ein Befehl «Orientierung – Absicht – Aufträge» sind gefordert)
  • Begründen Sie in 3 Sätzen Ihren Entschluss.

Handlungsempfehlungen zum Decision Game aus Leader’s Digest #26

Das Decision Game zu REHLINGEN stellte den Zugführer des CHARLIE Zuges vor eine Aufgabe, die auf den ersten Blick einfach wirkte: zwei Übergänge in REHLINGEN nehmen und offenhalten. Tatsächlich lag die Schwierigkeit aber nicht im isolierten Nehmen einer Ortschaft oder einzelner Brückenstellen, sondern im Zusammenspiel mehrerer Faktoren: Dunkelheit, Zeitdruck, zwei gemeldete Sprengungen, ausweichende feindliche BMP, der eigene Auftrag als Spitzenzug der Kompanie und die Verfügbarkeit von zwei Brückenpanzern LEGUAN, die erst nach gesicherter Meldung durch den Kompaniekommandanten an mögliche Einlegestellen befohlen werden konnten.

Wir liefern auch diesmal keine Musterlösung, sondern eine Besprechung anhand der drei besten Einsendungen. Die zentrale Frage war dabei nicht nur, ob ein Entschluss formuliert wurde, sondern ob die Lage richtig erfasst, der Entschluss taktisch machbar und der Einsatz der Brückenpanzer in einen stimmigen Zugbefehl überführt wurde.

Über fast alle Einsendungen hinweg zeigte sich ein ähnliches Problem: Die gemeldete Sprengung der Brücken wurde zu wenig konsequent verarbeitet. Mehrere Lösungen gingen implizit davon aus, dass man die gesprengten Brücken einfach wieder mit Brücken belegen könne. Das ist problematisch. Trümmerwurf ist kein Randdetail, sondern muss jedem Offizier als taktisches und technisches Problem bewusst sein. Wer zerstörte Brücken in aktuellen Kriegsbildern betrachtet, etwa aus der Ukraine, erkennt rasch, dass sich darauf oder unmittelbar daneben nicht einfach beliebig eine Behelfsbrücke einlegen lässt. Genau hier begann die eigentliche Geländebeurteilung: Nicht «wo waren vorher Brücken?», sondern «wo kann unter den gegebenen Umständen ein Brückenpanzer tatsächlich einlegen?».

Der zweite wiederkehrende Punkt betrifft den LEGUAN. Ein Brückenpanzer ist für einen Panzergrenadierzug ein artfremdes Mittel. Gerade deshalb muss der Zugführer dessen Einsatz aktiv in seinen Entschluss integrieren. Es genügt nicht, den LEGUAN zu erwähnen oder vorauszusetzen, dass er nachher irgendwie erscheint. Im Befehl muss klar werden, wer den Brückenpanzer aufnimmt, wer ihn einweist, wer ihn während des Einlegens schützt, wer als erstes übersetzt und welches Verhalten nach dem Erstellen der Brücke gilt. Mehrere Eingaben blieben genau an dieser Stelle zu allgemein.

Drittens fehlte bei vielen Lösungen die Phase nach dem Einlegen der Brücke. Der Auftrag endet nicht mit der Meldung «Brücke liegt». Danach muss der Brückenkopf gebildet und gesichert werden. Auf Stufe Zug heisst das beispielsweise: mit den PUMA in die Tiefe sichern, in die nächste Geländekammer wirken, Feuer und Beobachtung auf mögliche Gegenstösse ausrichten und das Nachziehen der Kompanie ermöglichen. Wer nur bis zum Einlegen denkt, denkt den Auftrag nicht fertig.

Viertens wurde der Gesamtrahmen der Kompanie zu wenig genutzt. Viele Zugführer kämpften in ihren Lösungen faktisch allein. Genau das war aber der Clou dieser Aufgabe. Der CHARLIE Zug ist Spitzenzug der Kompanie, nicht eine isolierte Kampfgruppe. Daraus ergeben sich Fragen: Wo gehen die Nachbarzüge hin? Wann kann ein Flankenschutz durch Folgezüge übernommen werden? Welche Aufklärungsleistung brauche ich weiterhin vom Aufklärungszug? Was muss ich beim Kompaniekommandanten beantragen? Auch ein Antrag – etwa auf Blenden, Feuerunterstützung oder eine präzisere Führung der Aufklärung – kann Teil eines guten Entschlusses sein, wenn er taktisch begründet wird.

Die Biogasanlage im Norden wurde in einzelnen Lösungen stark gewichtet. Sie ist zwar Infrastruktur und kann bei Zerstörung zu Feuer, Explosion oder Sichtbehinderung führen. Für den Auftrag des Zuges ist sie aber nicht automatisch das taktische Schlüsselgelände. Wer die Biogasanlage zum Zentrum des Entschlusses macht, läuft Gefahr, Kräfte an ein Objekt zu binden, das für das Offenhalten der Übergänge nur begrenzten Mehrwert hat.

Den ersten Rang belegt Hauptmann Pugin. Seine Eingabe war insgesamt die stärkste. Ausschlaggebend war vor allem die saubere Geländeanalyse. Er erkannte das Problem der gesprengten Brücken, beurteilte realistische Einlegemöglichkeiten und dachte den Schutz der Brückenpanzer mit. Seine Absicht war klar, taktisch machbar und in sich stringent. Auch die Befehlsgebung war präzise und auf Stufe Zug gut führbar. Verbesserungspotenzial bestand vor allem in der Phase nach dem Einlegen: Die Sicherung des Brückenkopfes in die Tiefe hätte noch klarer geregelt werden müssen. Zudem bleibt bei einem mechanisierten Zug immer kritisch zu prüfen, wie weit man die eigenen Kräfte auseinanderzieht und ab wann Folgekräfte der Kompanie bestimmte Sicherungsaufgaben übernehmen können. Insgesamt war dies jedoch die überzeugendste Gesamtlösung.

Auf dem zweiten Rang folgt Leutnant Rinderknecht. Positiv hervorzuheben ist, dass er AUGEZ angewandt und sich sichtbar bemüht hat, Gegner, Gelände und eigene Handlungsmöglichkeiten strukturiert zu erfassen. Seine Lösung enthält mehrere richtige Überlegungen und zeigt taktische Denkarbeit. Gleichzeitig bleibt der Entschluss in der Formulierung zu wenig zwingend. Einzelne Massnahmen, insbesondere der Beobachtungs- beziehungsweise Alarmposten im Norden, binden Kräfte, ohne den Auftrag wesentlich zu fördern. Auch die starke Fokussierung auf die Biogasanlage lenkt eher vom Kernproblem ab. Hier fehlte das Denken im Gesamtrahmen der Kompanie besonders deutlich: Wenn Folgezüge nachstossen, muss nicht der Spitzenzug dauerhaft einen grossräumigen Flankenschutz im Norden leisten. Trotz dieser Schwächen war die Eingabe insgesamt substanziell genug für den zweiten Rang.

Den dritten Rang erreicht Hauptmann Petkoski. Seine Lösung war kurz, einfach und verständlich. Die Skizze war brauchbar, die Befehlsgebung auf Stufe Zug zweckmässig, und die Verwendung von Patrouillen entsprach dem Rahmen eines Panzergrenadierzuges besser als eine zu starke Zerstückelung in einzelne abgesessene Gruppen. Positiv war zudem, dass der Angriff bei Nacht in die Begründung einfloss. Kritisch bleibt, ob zwei Gruppen an zwei verschiedenen Orten ausreichen, um zwei Übergänge zu nehmen, zu sichern und gleichzeitig die Brückenpanzer zweckmässig aufzunehmen. Auch bei ihm hätte klarer befohlen werden müssen, wer die LEGUAN einweist, schützt und nach dem Einlegen den Brückenkopf sichert. Gerade weil die Lösung knapp und präzise war, wäre hier mit wenigen zusätzlichen Sätzen viel gewonnen gewesen.

Die wichtigste Lehre aus diesem Decision Game ist damit weniger eine einzelne taktische Lösung als vielmehr ein Führungsgrundsatz: Der Zugführer darf seinen Auftrag nicht isoliert betrachten. Er muss Gelände, Gegner, eigene Mittel, Zeitdruck, Nachbarzüge, Unterstützungsleistungen und artfremde Mittel zu einem führbaren Entschluss verdichten. Das Nehmen von REHLINGEN war nur der erste Teil. Entscheidend war, unter den Bedingungen gesprengter Übergänge den Einsatz der LEGUAN zu ermöglichen, diese zu schützen und anschliessend einen tragfähigen Brückenkopf für die Kompanie zu schaffen.

Die ersten drei Plätze erhalten erneut Preise von tacsymbols.ch – vielen Dank dafür. Für den ersten Rang gibt es zusätzlich das Buch des Monats April, Leadership is Language: The Hidden Power of What You Say – and What You Don’t von L. David Marquet, mit Signatur des Autors.

Zum Schluss noch eine Korrektur in eigener Sache: Bei der Auswertung des letzten Monats ist uns ein Fehler unterlaufen. Hptm Bryan Morisod hatte gleich viele Punkte wie der Erstplatzierte erreicht. Er erhält deshalb nachträglich ebenfalls ein Exemplar des März-Buches.

Eine Ersatzbrücke kann nicht einfach so über eine zerstörte Brücke gelegt werden. Bild: 2022, Irpin, Ukraine.

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Leader's Digest Leader's Digest #26 Newsletter Update Führung

Update Führung: April 2026

Command – Leadership – Management: Ein integratives Führungsmodell für militärische und zivile Organisationen

[Gruppe. Interaktion. Organisation. Zeitschrift für Angewandte Organisationspsychologie (GIO), 12.03.2026, Patrick Hofstetter, Florian Demont und Sarah von Felten]

Das 2023 entwickelte und im Januar 2025 in der Strategie der Gruppe Verteidigung offizialisierte Führungsmodell Command – Leadership – Management ist nun erstmals in einem peer-reviewten Zeitschriftenartikel systematisch dargestellt und theoretisch eingeordnet. Der Beitrag beschränkt sich dabei nicht auf eine Modelldarstellung. Im Sinne einer induktiv-konzeptionellen Fallstudie argumentiert er explizit, weshalb und wie sich dieser Ansatz aus dem militärischen Kontext auch auf zivile Organisationen übertragen lässt. Was in der Schweiz aufgrund der engen gesellschaftlichen Einbettung der Armee vielfach selbstverständlich erscheint, muss im umliegenden Ausland erst plausibilisiert und begründet werden. Genau diesen Nachweis versucht der vorliegende Artikel zu leisten.

Link (open access): https://link.springer.com/article/10.1007/s11612-026-00870-3

Evolution of Russian Tactics

[YouTube: War Archive, 26.12.2025]

By breaking down the Russian invasion of Ukraine into five phases, War Archive shows how the Russian Armed Forces adapted over time. In the beginning they attempted a decapitation strike aimed mainly at the capital Kyiv in what War Archive calls a “Modernized Blitzkrieg”. As this failed due to unexpected Ukrainian resistance and a lack of air superiority, in May 2022 the Russian armed forces shifted their approach to rely less on manoeuvre and more on an artillery “Wall of Fire”. These artillery-enabled advances then ground to a halt as Ukrainian deep-strikes (such as with HIMARS) targeted the logistics needed for such high artillery firing rates. Having attempted to outmanoeuvre and outgun their opponent, in late 2022 the Russians then shifted their focus to relying on infantry assaults mostly constituted by Wagner troops. As Wagner was disbanded, the regular Russian Armed Forces incorporated Wagner’s infantry-heavy approach and added limited mechanised elements to it. Since mid-2024, they now rely on infiltrating Ukrainian-held positions in small teams. Whereas most teams are quickly eliminated, sheer numbers mean that some are inevitably successful in eroding Ukrainian defences over time, as seen in Russia’s capture of the centre of Pokrovsk in December 2025. Apart from this analysis, War Archive posts other videos where he analyses specific battles of the War in Ukraine in detail. Most notably, his video about the Battle for Hostomel Airport allows the viewers to study how Russian forces attacked and why their plan of enabling an air bridge to Hostomel ultimately failed.

Link Tactics: https://www.youtube.com/watch?v=A6MfjV2vsdg

Link: Hostomel: https://www.youtube.com/watch?v=r0Ji7KqqEqg

From Relic to Relevance: Why Obsolete Weapons Still Win Modern Wars

[Modern War Institute, 13.11.2025, Lukáš Dyčka]

The Bundeswehr retired its Gepard air defence systems in 2010. 12 years later Germany exported Gepard systems to Ukraine, where they proved very capable of defending against Russian Shahed/Geran drones. This article highlights how «obsolete» platforms «may be one adversary or one type of terrain away from renewed relevance.» With European armed forces facing the possibility of a long war and hence being in need of redundancies and deep stockpiles, the author wants armed forces to stop calling weapon systems obsolete and to «Start asking what problems they can still solve».

Link: https://mwi.westpoint.edu/from-relic-to-relevance-why-obsolete-weapons-still-win-modern-wars/

Le Polemarque

[La Chouette Librairie]

Une librairie en ligne française moins connue, la Chouette Librairie, propose une sélection ciblée d’ouvrages en études stratégiques, histoire militaire, éthique militaire et leadership. Son catalogue comprend des œuvres influentes de figures telles que Guisan, Rommel et Fuller, entièrement en français.

Link: https://www.lachouettelibrairie.com/editeur/le-polemarque/

Is Europe Too Soft to Fight?

[War on the Rocks, 28.10.2025, Florence Gaub, Roderick Parkes]

Gaub and Parkes warn that as governments see their population as unwilling and too soft to fight, they risk a self-fulfilling prophecy. They argue that instead of a fixed category, the «will to fight» should be treated as societal potential that can be both suppressed or cultivated.

Link: https://warontherocks.com/2025/10/is-europe-too-soft-to-fight/

The Case for Treating Drones as Ammunition

[War on the Rocks, 21.11.2025, Zachary Griffiths, Jeff Ivas]

Griffiths and Ivas argue that the US Army will not scale small drones successfully if it continues to manage them like durable equipment. Drawing on Ukraine’s high consumption rates and rapidly growing production, they frame small quadcopters and first-person view drones as inherently expendable, closer in cost and turnover to mortar rounds than to “aircraft”. The author’s proposal is straightforward: classify small aerial drones as conventional ammunition, switch from brand-based procurement to role-based “drone families” (recon, FPV, etc), standardise controllers, and use simulators in addition to live drones to lower drone attrition during training.

Link: https://warontherocks.com/2025/11/the-case-for-treating-drones-as-ammunition/


Über das «Update Führung»

Das Update Führung ist eine wiederkehrende Rubrik des Newsletters Leader’s Digest. Dieser Newsletter entsteht in Kooperation des Leadership Campus der Schweizer Armee und der Dozentur Führung und Kommunikation der Militärakademie an der ETH Zürich. Wenn Sie Leader’s Digest noch nicht abonniert haben, finden Sie unter folgendem Link weitere Informationen sowie das Formular zur Anmeldung.

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