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Leader's Digest Leader's Digest #30 Newsletter Update Führung

Update Führung: September 2026

Military Leadership in Extreme Situations: An International Perspective

[Springer, 2026, Sarah von Felten (ed.)]


The volume examines military leadership in extreme situations from an international comparative perspective. Contributions from sixteen countries and regions address how armed forces conceptualise leadership and prepare military personnel for demanding operational environments. The chapters cover themes such as decision-making under uncertainty, resilience, adaptability, ethics and followership, while considering the influence of different institutional, cultural, and security contexts.

Link: https://link.springer.com/book/10.1007/978-3-032-25937-0

L’art de la conduite entre chaos et perfection


[NZZ Libro, 2026, Patrick Hofstetter, Thomas Vogel, Reto Wegmann]


Comment conduire lorsque le quotidien oscille entre chaos et complexité tout en exigeant précision et fiabilité? Les auteurs proposent un cadre pratique qui articule trois perspectives complémentaires: la mission, l’humain et l’organisation. Modèles, outils et exemples permettent aux cadres de structurer leur action et de mieux faire face aux tensions inhérentes à la conduite. Cette édition est une traduction de l’ouvrage allemand «Auftrag. Mensch. Organisation.» des mêmes auteurs, adaptée géographiquement au lectorat francophone par des exemples et des références spécifiques.


Link: https://www.nzz-libro.ch/produkt/l-art-de-la-conduite-entre-chaos-et-perfection-9783039800827-t-19973

Individuelle Katastrophenvorsorge: Gefährdungswahrnehmung, Informationsbedürfnisse und persönliche Vorsorge der Schweizer Bevölkerung

[CSS ETH, April 2026, Simon Aebi, Jurgena Kamberaj]

Das Center for Security Studies an der ETH hat im Rahmen eines Risk & Resilience Reports eine Studie zu individueller Katastrophenvorsorge durchgeführt, die auf einer repräsentativen Umfrage basiert. Die Studie zeigt unter anderem, dass sich die individuelle Katastrophenvorsorge im Vergleich zu den letzten Umfragen in 2011 und 2017 weiterentwickelt hat, diese jedoch auch heute noch zu unsystematisch ist. Die Autoren der Studie schlagen vor, diesem Mangel an systematischer individueller Katastrophenvorsorge mit effektiver Kommunikation entgegenzutreten, sowie Katastrophenwarnungen via Mobilfunk (Cell Broadcast) zu ermöglichen. Die vollständige Studie können Sie auf dem folgenden Link als PDF-Datei herunterladen.

Link: https://css.ethz.ch/ueber-uns/CSS-news/2026/04/individuelle-katastrophenvorsorge-gefaehrdungswahrnehmung-informationsbeduerfnisse-und-persoenliche-vorsorge-der-schweizer-bevoelkerung.html

The End of Audacity? Artificial Intelligence and the Future of Command

[Modern War Institute, 24.12.2025, Antonio Salinas, David V. Gioe]

Salinas and Gioe highlight the role audacity played in successful military operations, and note that military officers should beware of “algorithmic caution”, where a lack of AI’s approval leads to a lack of decisive action. The authors use historic examples such as the D-Day landings in Normandy to showcase how Clausewitz’ moral forces and other factors shape the success of military operations; they argue that as AI struggles with those non-quantifiable factors, it is crucial that officers see AI as a tool to help decision-making, rather than to look to AI for leadership itself.

Link: https://mwi.westpoint.edu/the-end-of-audacity-artificial-intelligence-and-the-future-of-command/

Ukrainian computer game-style drone attack system goes viral

[Guardian, 03.11.2025, Robert Booth]

In this article Booth describes how Ukraine «gamified» and decentralised procurement processes. Since 2024, a various number of points are distributed to Ukrainian units when they destroy a Russian target, and those points can then be used by said unit to order more equipment on the Brave1 marketplace, which has been called «Amazon-for-War». As the distributed points per target can be adapted and hence incentives can be shifted, the point system can be adapted to changing battlefield priorities.

Link: https://www.theguardian.com/world/2025/nov/03/ukrainian-computer-game-style-drone-attack-system-goes-viral

Austria’s Neutrality At 70 Is it Still Fit for Purpose?

[ICDS, 27.10.2025, Felix Gasper]

Debates on neutrality are not unique to Switzerland, and are also ongoing in Switzerland’s eastern neighbour. Whereas Austria is part of the EU and Switzerland is not, the similarities of the neutrality debates in both countries are striking.

Link: https://icds.ee/en/austrias-neutrality-at-70-is-it-still-fit-for-purpose/


Über das «Update Führung»

Das Update Führung ist eine wiederkehrende Rubrik des Newsletters Leader’s Digest. Dieser Newsletter entsteht in Kooperation des Leadership Campus der Schweizer Armee und der Dozentur Führung und Kommunikation der Militärakademie an der ETH Zürich. Wenn Sie Leader’s Digest noch nicht abonniert haben, finden Sie unter folgendem Link weitere Informationen sowie das Formular zur Anmeldung. Falls Sie Lesenswertes zu Command, Leadership oder Management entdecken, würden wir uns freuen, wenn Sie dies mit uns teilen. Gerne nehmen wir Tipps für die kommende Ausgabe von Leader’s Digest via leadersdigest@leadershipcampus.ch entgegen.

Neu: Alle bisherigen Artikel aus der Rubrik «Update Führung» finden Sie archiviert im Archiv Update Führung.

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Buch des Monats Leader's Digest Leader's Digest #30 Newsletter

Buch des Monats: «What I Learned Losing a Million Dollars»

Was ist die Kernaussage des Buches?

Die Gründe für eine Niederlage sind weitaus allgemeingültiger und leichter zu erkennen als die Gründe für einen Sieg. Das Buch geht von einer beunruhigenden These aus: Es gibt keine allgemeingültige Methode, um zu gewinnen, aber es gibt allgemeingültige Mechanismen, durch die man verliert – und diese Mechanismen sind in erster Linie psychologischer Natur. Die Bedingungen einer Niederlage zu meistern, ist daher die Voraussetzung für jeden dauerhaften Erfolg.

Was gefällt Ihnen an diesem Buch am besten?

Dessen chirurgische Ehrlichkeit. Jim Paul liefert kein Erfolgsrezept, sondern eine detaillierte Analyse seines eigenen Zusammenbruchs – finanziell, psychologisch und beruflich. Was mich besonders anspricht, ist die Unterscheidung, die er zwischen Fehler in der Analyse und Fehler in der Umsetzung trifft: Man kann im Grunde genommen Recht haben und dennoch alles verlieren, weil man unfähig ist, die eigenen Vorurteile (Biases) bei der Umsetzung zu beseitigen. Diese Trennung zwischen Denkweise und Verhalten ist für jeden Offizier von unmittelbarer Relevanz, denn dieser muss nicht nur ein korrektes Manöver konzipieren, sondern auch psychologisch standhalten, wenn die Realität vom Plan abweicht.

Gibt es Punkte, in welchen Sie die Argumentation des Buches nicht unterstützen, oder Bereiche, die Ihrer Meinung nach zu kurz kommen?

Das Buch ist nach wie vor fest in der amerikanischen Finanzwelt der 1980er Jahre verankert, und manche Beispiele sind mittlerweile überholt. Grundsätzlich befasst es sich vor allem mit individuellen Entscheidungen – die kollektive Dimension, die in militärischer Führung eine zentrale Rolle spielt, wird darin kaum behandelt. Die Frage, inwiefern sich individuelle Voreingenommenheiten innerhalb eines Stabes oder einer Einheit ausbreiten und verstärken, würde eine eigene Untersuchung verdienen.

An wen richtet sich Ihre Empfehlung?

An alle Offiziere und Unteroffiziere, die schon einmal aus Egoismus zu lange an einer Entscheidung festgehalten haben, eine Reihe von Erfolgen mit dauerhafter Kompetenz verwechselt haben, oder den psychologischen Aspekt ihrer eigenen Führungsfehler unterschätzt haben. Dieses Buch ist auch für zivile Leser zugänglich, denn dessen Überlegungen zu Risiko, Unsicherheit und kognitiven Verzerrungen gehen weit über den Börsenkontext hinaus.

Wie hat Ihnen dieses Buch im militärischen Führungsalltag geholfen?

Dieses Buch hat mir zunächst etwas Unerwartetes geboten: ein klareres Verständnis des «Wesens» der Entscheidungsfindung in einem unsicheren Umfeld. Beim Lesen von Jim Pauls Analyse seiner eigenen Fehler wurde mir klar, dass Unsicherheit kein äusseres Hindernis für die Entscheidung ist – sie ist vielmehr deren ständige und unvermeidbare Begleiterin. Man entscheidet nie «trotz» der Ungewissheit; man entscheidet «in» der Ungewissheit, und genau dort gewinnen die kognitiven Verzerrungen die Oberhand.

Was mich am meisten beeindruckt hat, ist die tiefe Ähnlichkeit zwischen der Situation eines Traders und der eines Offiziers. Beide bewegen sich in einem Umfeld, in dem die Informationen unvollständig sind, die Zeit drängt, die Folgen asymmetrisch sind und das Feedback oft zu spät kommt, um noch Kurskorrekturen vorzunehmen. Der Trader der in der Hoffnung auf eine Marktwende eine verlustreiche Position hält, und der Offizier der an einem überholten Plan festhält, begehen strukturell denselben Fehler – nicht aus Mangel an Intelligenz, sondern weil ihre Psychologie sie vor dem unangenehmen Gefühl schützt, im Unrecht zu sein.

Diese Erkenntnis hat meine Herangehensweise an meine eigenen Entscheidungen verändert. Ich habe begonnen, meine Anweisungen weniger als feststehende Pläne zu betrachten, sondern vielmehr als «Hypothesen, die widerlegt werden müssen» – indem ich im Voraus die Signale und Mechanismen definiere, die mich zu einer Planänderung veranlassen müssen. Das ist vielleicht die praktischste Lektion des Buches: Die Disziplin des Verlusts ist, richtig verstanden, eine Form taktischer Klarheit.

Welchem Teilaspekt des Command-Leadership-Management-Modells ordnen Sie dieses Buch zu?

Vor allem Command: Der Umgang mit Unsicherheit, die Disziplin Entscheidungen zu überdenken, und die Widerstandsfähigkeit gegenüber kognitiven Verzerrungen unter Druck sind Führungskompetenzen im wahrsten Sinne des Wortes. Aber auch Leadership: Das Verständnis der eigenen kognitiven Verzerrungen ist eine Voraussetzung für Glaubwürdigkeit. Ein Führer der seine eigenen Voreingenommenheit nicht kennt, überträgt sie auf seine Einheit.

Wo sehen Sie zukünftig die grössten Herausforderungen für die Führung in der Schweizer Armee?

Die zentrale Herausforderung besteht darin Führungskräfte auszubilden, die in der Lage sind eine im Prinzip richtige Entscheidung von einer in der Umsetzung falsch gewordenen Entscheidung zu unterscheiden – und den Mut zu haben, diese öffentlich zu überdenken. Die institutionelle Kultur der Armee neigt dazu, Beständigkeit als Tugend zu wertschätzen, dies manchmal auf Kosten der Anpassungsfähigkeit. In einem hochdynamischen Umfeld ist das Festhalten an einem von den Ereignissen überholten Plan jedoch nicht Beharrlichkeit, sondern ein taktischer Fehler.

Und wo sehen Sie diesbezüglich die grössten Chancen?

Das wachsende Bewusstsein, dass psychische Belastbarkeit eine eigenständige Führungskompetenz ist und kein angeborener Charakterzug. Junge Schweizer Führungskräfte zeigen eine echte Fähigkeit, ihre eigenen Überlegungen zu hinterfragen, wenn ihnen der entsprechende Rahmen und die Akzeptanz dafür gegeben werden. Die explizite Einbindung von Instrumenten zur Analyse von Entscheidungsverzerrungen – neben den Instrumenten zur taktischen Analyse – in die Ausbildung wäre ein erheblicher Boost für den Fortschritt der Institution.


Über den Rezensenten

Maj i Gst Mavrik Grangier ist Berufsoffizier in der Ausbildungsformation für Panzer und Artillerie der Schweizer Armee, verantwortlich für die Einführung von TASYS (taktisches Aufklärungssystem). Als designierter Kommandant (2027) einer Artilleriegruppe beschäftigt er sich intensiv mit den Themen Führung, Entscheidungsfindung in unsicheren Lagen und militärische Organisation, wobei er sich auf interdisziplinäre Literatur stützt die Strategie, Erkenntnistheorie und Management miteinander verbindet.

Über das «Buch des Monats»

Das «Buch des Monats» ist eine wiederkehrende Rubrik des Newsletters Leader’s Digest. Dieser Newsletter entsteht in Kooperation des Leadership Campus der Schweizer Armee und der Dozentur Führung und Kommunikation der Militärakademie an der ETH Zürich. Wenn Sie Leader’s Digest noch nicht abonniert haben, finden Sie unter folgendem Link weitere Informationen sowie das Formular zur Anmeldung.

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EDG Leader's Digest Leader's Digest #30 Newsletter

Decision Game und Handlungsempfehlungen aus Leader’s Digest #29

Die Decision Games des Leader’s Digest sollen die Abonnentinnen und Abonnenten dieses Newsletters anregen, sich im Rahmen von Szenarien in die Rolle von Personen zu versetzen, die sich mit ethischen bzw. taktischen Herausforderungen konfrontiert sehen.

Zunächst wiederholen wir das letztmalig vorgestellte Szenario; im Anschluss würdigt Dr. Florian Demont, Militärethiker an der Dozentur Führung und Kommunikation der Militärakademie an der ETH Zürich, die diskussionswürdigste Handlungsempfehlung.

Decision Game aus Leader’s Digest #29

Das Szenario ist eine Adaption der Star Trek Next Generation-Folge „Das Standgericht“ (1991, Staffel 4, Folge 21) und thematisiert die überbordenden Massnahmen der Terrorprävention in spiralig eskalierenden Massnahmen, die nie die Legalität verlassen, aber ethisch bedenklich werden weil die Intention Terror zu verhindern mit der Konkretion der Einschüchterung, Denunziation und ggf. Fehlurteilen zugunsten der Generalprävention kollidiert.

Sie sind Kompaniekommandant und in Ihrer Einheit hat es einen Autounfall mit erheblichem Sachschaden gegeben; verletzt wurde niemand. Zufällig oder nicht wurde ein Kamerad am Vorabend in der Nähe des verunglückten Autos gesehen. Da diese Person noch dazu Verwandte in China, Frankreich, Russland, dem Vereinigten Königreich und den Vereinigten Staaten von Amerika hat, spekulieren manche Kameraden über Sabotage oder terroristische Motive.

Als eine externe Untersuchungskommission aus hochrangigen und höchst professionellen Angehörigen des Ressorts den Unfall behandelt, sagt der Leiter/die Leiterin der Kommission Ihnen unter vier Augen, dass es ganz sicher nicht nur einen Saboteur geben könne, sondern dass mindestens drei zusammengearbeitet haben müssten. Zum Schutz der übrigen Kameraden und als abschreckende Prävention sollten diese, auch wenn es keine ausreichenden Beweise gäbe, durch geeigneten Druck verunsichert und zu einem Geständnis oder zumindest dem Austritt aus den Streitkräften motiviert werden: Vor allem in der jetzt geopolitisch so angespannten Lage müsse man den Anfängen wehren und klare Zeichen nationaler Souveränität und einer Null-Toleranz-Politik gegenüber Sabotage setzen.

Sie werden diskret gebeten – ohne auf persönliche Freundschaften Rücksicht zu nehmen – jene drei Personen zu benennen, die Sie am meisten dazu fähig halten und, soweit sie darüber dienstlich oder privat Bescheid wissen, Informationen mit der Kommissionsleitung zu teilen, die für die Kompromittierung geeignet seien. Ihnen wird Anonymität zugesagt sowie eine korrekte strafrechtliche und militärpsychologische Begleitung des Prozesses, sobald die unmittelbaren Schutzmassnahmen gegriffen hätten.

Zugleich wird in den Raum gestellt, dass, sollten Sie niemanden benennen können oder wollen, durchaus der Verdacht entstehen könne, dass Sie selbst als Kommandant jemanden schützen oder sogar decken wollten. Es gehe schliesslich nicht nur um diesen konkreten Unfall bzw. Sabotageakt, sondern um die nationale Sicherheit.

Fragestellung

  • Wie gehen Sie vor?

Handlungsempfehlungen zum Decision Game aus Leader’s Digest #29

Das Szenario des jüngsten Ethical Decision Games (EDG) konfrontierte die Teilnehmenden mit einem fundamentalen Führungskonflikt: Ein Kommandant wird durch die Leitung einer externen Untersuchungskommission informell unter Druck gesetzt, ohne belastbare Beweise Angehörige der eigenen Einheit für einen mutmasslichen Sabotageakt zu benennen. Als Begründung wird die nationale Sicherheit in einer angespannten geopolitischen Lage angeführt. Die Aufgabe bestand darin, auf diese unrechtmässige Aufforderung zu reagieren, ohne die institutionelle Ordnung oder die Führungsverantwortung gegenüber der eigenen Einheit zu verletzen. Die eingereichten Lösungsansätze zeigten unterschiedliche, führungspraktisch wertvolle Herangehensweisen auf.

Der Zweitplatzierte, Markus Heini, wählte eine direkte, prinzipienfeste Konfrontation. Er fordert von der Kommission eine schriftliche Bestätigung der unrechtmässigen Aufforderung und adressiert den Druck so konsequent an den Absender zurück. Seine ethische Argumentation ist von grosser Klarheit: Wer rechtsstaatliche Prinzipien im Namen der Sicherheit ausser Kraft setzt, beschädigt exakt die Institution, die er zu schützen vorgibt.

Der erste Platz geht an Oblt Arthur Martin Lopez. Seine Einsendung zeichnet sich durch eine umfassende, systematische Analyse der Situation und eine präzise abgeleitete Handlungsstrategie aus. Oblt Lopez identifiziert zunächst die informelle Natur des Gesprächs als gezielte Manipulationsstrategie. Anstatt in einen verbalen Konflikt zu treten, wählt er den Weg der sofortigen Eigen-Dokumentation mittels Aktennotiz und leitet den Vorgang auf dem offiziellen Dienstweg weiter.

Den Ausschlag für die Erstplatzierung gab die Bewältigung der Führung nach innen. Während andere Einsendungen die Einheit als solche weitgehend ausblendeten, erkannte Oblt Lopez die Gefahr der schwelenden Gerüchteküche für die Kohäsion der Kompanie – insbesondere im Hinblick auf die multinationalen Wurzeln des Verdächtigen. Er sieht eine aktive, strukturierte Kommunikation gegenüber der Truppe vor, um toxische Spekulationen zu unterbinden und den Grundsatz der Unschuldsvermutung durchzusetzen.

Die Auswertung dieses EDG unterstreicht, dass sich militärische Führungsintegrität besonders dann beweisen muss, wenn institutioneller Druck und die Aussicht auf einen vermeintlich einfachen Ausweg aufeinandertreffen. Ein Bekenntnis zu rechtsstaatlichen Prinzipien reicht in der Praxis nicht aus; es bedarf der handwerklichen Kompetenz, diese Haltung in konkrete, rechtlich und führungstechnisch korrekte Massnahmen umzusetzen. Der Schutz der Unterstellten vor Willkür bleibt dabei ein zentrales Element der militärischen Führungsverantwortung.

Wir gratulieren Oblt Arthur Martin Lopez herzlich und wünschen viel Freude bei der Lektüre von «Philosophische Anthropologie und Religion», herausgegeben durch Moritz von Kalckreuth.

Über unsere «Decision Games»

Das «Decision Game» ist eine wiederkehrende Rubrik des Newsletters Leader’s Digest. Dieser Newsletter entsteht in Kooperation des Leadership Campus der Schweizer Armee und der Dozentur Führung und Kommunikation der Militärakademie an der ETH Zürich. Wenn Sie Leader’s Digest noch nicht abonniert haben, finden Sie unter folgendem Link weitere Informationen sowie das Formular zur Anmeldung.

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